MJØLKEDALSPIGGEN - 2040 METER
Der Mjølkedalspiggen ist der höhere von zwei Gipfelpunkten auf dem Bergrücken mit dem Namen Mjølkedalspiggan. Der Gipfel liegt an der Nordkante des Gletschers Mjølkedalsbreen im südlichen Jotunheimen.
Aufstieg:
Der einfachste Weg zum Gipfel, der auch keine Gletscherpassagen beinhaltet, führt über den Nordrücken. Von
Skogadalsbøen folgt man dem Wanderweg in Richtung
Olavsbu durch das Skogadalen
(JS27a). (Olavsbu ist ebenfalls ein geeigneter Ausgangspunkt.) Wenn man in das Mjølkedalen kommt, ca. 8 km von Skogadalsbøen und direkt unter dem Nordgletscher, der zwischen dem
Sagi Südgipfel (2040 m) und dem Gipfel liegt, verläßt man den Weg und folgt dem Bergrücken südostwärts bergan. Kurz vor dem Gipfel passiert man einen kleinen Vorgipfel von 1916 m. Der gesamte Weg zum Gipfel ist verhältnismäßig einfach, doch ab Skogadalsbøen oder Olavsbu ist es eine recht lange Tour hin und zurück.
Vom Gipfel aus kann man steil über den Westrücken absteigen und über einen kleineren Zwischengipfel zum Südgipfel des Sagi (2040 m) weitergehen. Dies ist eine exponierte und schwierigere Route als die über den Nordrücken zum Gipfel, doch bergerfahrene Wanderer dürften dies ohne größere Probleme schaffen. Vom Einschnitt östlich des Sagi S kann man sich südwestwärts halten, den Sagi S an der Südseite umrunden und weiter entlang der Nordostkante des Skogadalsbreen zum Skogadalen hin absteigen, um nicht den gleichen Weg zurückgehen zu müssen.
Von Fondsbu /
Eidsbugarden kann man nordwestwärts in Richtung Uranos- oder Mjølkedalsbreen gehen und über einen von diesen hinauf zu dem Band westlich des Gipfels gelangen, von wo aus man weiter zum Gipfel aufsteigt. Für diese Route benötigen Sie Gletscherausrüstung und -erfahrung. Der Mjølkedalsbreen ist die direkteste Route, doch dieser Gletscher ist aufgesprungener und damit potentiell gefährlicher als der Uranosbreen.
SAGI SÜDGIPFEL - 2040 METER
Der Sagi S ist der südlichste zweier gleich hoher Gipfelpunkte auf einem ca. 1 km langen gezackten Grat in Südjotunheimen.
Sagi bedeutet sehr treffend "Sägeblatt".
Aufstieg:
Skogadalsbøen im Nordwesten, Olavsbu im Nordosten oder
Fondsbu /
Eidsbugarden im Südosten sind die nächstgelegenen Übernachtungsstätten.
Der einfachste Weg zum Gipfel führt vielleicht von Osten aus über den Mjølkedalspiggen (2040
m). Diese Route ist bis auf zwei etwas schwierigere Stellen verhältnismäßig leicht. Die Schwierigkeiten sind: (a) Ein kleines Stück auf dem Abstieg über den Westrücken des Mjølkedalspiggen. (b) Eine Stelle auf dem Südostrücken zum Gipfel hin.
Von Skogadalsbøen folgt man dem Wanderweg durch das Skogadalen (JS25) und verläßt diesen in südöstlicher Richtung nach rund 6 km. Weiter folgt man der Nordostkante des Skogadalsbreen in Richtung des Einschnitts zwischen dem Urdaknatten (1958 m) und dem Gipfel. Von diesem Einschnitt aus schrägt man zum Südostrücken hinauf und folgt diesem weiter zum Gipfel. Es gibt einige etwas anspruchsvollere Stellen, aber es ist nicht speziell schwierig.
Hat man entsprechend Gletschererfahrung und die nötige Ausrüstung, kann man aus der Region Eidsbugarden nordwestwärts zum Uranos- oder Mjølkedalsbreen gehen und einem der beiden Gletschern bis direkt unter den Gipfel folgen. Von hier aus geht es über den Südostrücken hoch zum Gipfel. Abgesehen von einer Partie mit losem Gestein, die etwas unheimlich sein kann, ist der Rücken verhältnismäßig leicht forcierbar. Der Mjølkedalsbreen ist die direkteste Route, doch dieser Gletscher ist aufgesprungener und damit potentiell gefährlicher als der
Uranosbreen.
Der Grat des Sagi ist in Richtung Norden und dem Nordgipfel gezackt wie ein Sägeblatt mit einer Serie Zähne. Darüberhinaus fallen die Bergwände an beiden Kanten steil zum Tal ab, so daß man, sollte man ihn traversieren wollen,
auf jeden Fall Sicherungsausrüstung dabeihaben sollte.
SAGI NORDTOPPEN - 2040 METER
Der Nordgipfel des Sagi ist genau so hoch wie sein Nachbar, der
Südgipfel, ca. 500 Meter weiter südöstlich. Trotzdem gilt der Südgipfel als der Hauptgipfel. Der Nordgipfel hingegen läßt sich schwieriger besteigen.
Es gibt hauptsächlich drei aktuelle Routen:
1) über den Nordrücken. Exponiert und anspruchsvoll in Richtung Gipfel.
2) Die Bergseite südwestlich des Gipfels hinauf. Steil und anspruchsvoll!
3) Über den Südrücken und den Südgipfel. Eine lange, exponierte Berg- und Talbahn auf einem ziemlich schmalen und ausgesetzten Grat.
Der Primärfaktor ist ca. 20 Meter.
LANGESKAVLTIND -
2014 METER
Der Langeskavltind ist ein "lieber" Berg, der für die meisten leicht erreichbar ist. Die Aussicht ist jedoch wegen höheren Nachbarbergen wie
dem Uranostind (2157 m) und
dem Mjølkedalspiggen (2040 m) etwas eingeschränkt. Der Gipfel läßt sich sommers wie winters leicht besteigen.
Die einfachste Route beginnt bei Fondsbu /
Eidsbugarden oder
Tyinholmen. Man kann auch die schlechte Schotterstraße an der Ostseite des Koldedalsvannet bis zur Schranke fahren. (Diese Straße wird nicht geräumt und kann deshalb bis weit in den Sommer hinein von Schneewehen versperrt sein.)
Aufstieg:
Wir beschreiben hier nur eine Aufstiegsmöglichkeit. Von Fondsbu aus folgt man der Provinzstraße 252 ein kleines Stück südwestwärts, bevor der Wanderweg rechts auf das Sløtafjellet hinauf abbiegt. Nach rund 4 km auf diesem Weg kommt man zu dem großen Bergsee Kvitevatnet. Hier verläßt man den Weg und folgt dem Ostufer des Sees. Vom Nordostende des Kvitevatnet geht man in einer Senke bergan und erreicht bald zwei kleine Bergseen, die man östlich passiert. Nun schrägt man zu dem Band östlich der Gletscherzunge des Uranosbreen hinauf und geht den letzten guten Kilometer in leichter Steigung und relativ leicht begehbarem steinigen Terrain zum Gipfel. Rechnen Sie von Fondsbu / Eidsbugarden rund 6 Stunden hin und zurück.
Eigene Erlebnisse:
Einen Sommer vor ein paar Jahren zelteten wir (Morten und sein Bruder) am Nordende des Koldedalsvatnet. Als wir aufwachten war strahlendes Wetter, und wir entschieden uns für den majestätischen
Uranostind (2157 m). Wir folgten dem Südgrat in Richtung Gipfel, doch dieser wurde uns an diesem Tag zum Schluß etwas zu exponiert, weshalb wir unter dem Südgipfel umkehrten. Der Tag war einfach viel zu schön, um schon zum Zelt zurückzugehen, und deshalb gingen wir in Richtung Langeskavltinden, von dem wir überzeugt waren, daß er uns keine Schwierigkeiten bereiten würde. Vom Südrücken des Uranostinden fast unten angelangt, bogen wir ab und schlitterten auf dem Schnee hinunter zur Gletscherkante des Uranosbreen. Wir folgten dem Eis über die rund 1 km breite Gletscherzunge, und sahen nach und nach mehr und mehr von der abgrundsteilen Südostwand des Uranostinden. Bald verließen wir den Gletscher und bogen bergan zum Langeskavelen. Hier war das Terrain sehr gut begehbar und bestand zumeist aus glattgeschliffenen Felsen. Wir erreichten den Gipfel ohne eigentlich das Gefühl zu haben, einen Berg bestiegen zu haben, es war vielmehr wie das Ende eines langen Aufstiegs. Die Aussicht war durchaus akzeptabel. Im Südwesten erhob sich der
Falketind (2068 m) mit seinen grauschwarzen Wänden über dem weißen Falkbreen. 1 km im Westen sahen wir direkt in die Ostwand des Uranostind, während im Nordwesten das
Hurrungane thronte. Im Nordosten, knapp 5 Kilometer entfernt, sahen wir den spitzen
Mjølkedalstinden (2137
m), und im Osten konnten wir einen Gipfel der Gjendealpen nach dem anderen erkennen, während der große Wasserspiegel des Tyin einen milden Kontrast zu all der Gipfelwelt am Horizont bildete. Auf dem Rückweg folgten wir dem Langeskavelen etwas zu weit nach Süden und kamen an der Mitte des Ostufers des Kvitevatnet hinunter. Es endete damit, daß wir einen langen Umweg um die Südspitze des Sees gingen und dann ostwärts das Fjell in Richtung Raudehaugene überquerten. Als wir uns dem Koldedalsvatnet näherten, schuf die Abendsonne eine tolle Stimmung. Die schwarze Ostwand des Falketinds warf einen langen Schatten über den Koldedalsvatnet, während die Sonne noch immer den Gipfel des
Hjelledalstind (1989 m) beschien.
Es war ein langer Tag geworden, und es war schön, endlich zum Zelt zu kommen und den Sturmkocher anzuschmeißen.
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