LARSTIND - 2106 METER
Der Larstind ist vom Rest des Snøhettamassivs durch einen ca. 1850 m tiefen Einschnitt getrennt. Strenggenommen kann man den Larseggen mit dem Larstind als eine Verlängerung der
Snøhetta gen Norden betrachten. In messerscharfer Konkurrenz mit dem
Hauptgipfel und Mittelgipfel auf der Snøhetta gewinnt der Larstind den Wettstreit, der nördlichste 2000er Norwegens zu sein. Zusammen mit dem
Hettpiggen (2261 m) ist der Larstind der am schwierigsten zu besteigende Gipfel auf dem Dovrefjell. Die Gipfelkrone ist vom Rest des Grates, welcher weiter nordwärts verläuft, durch einen scharfen Einschnitt abgetrennt. Hoch zu diesem Einschnitt verlaufen markante Rinnen, sowohl auf der West- als auch auf der Ostseite. Zusätzlich zum Grat werden diese als Aufstiegswege benutzt.
Ausgangspunkt für eine Besteigung ist die Åmotdalshytta oder Snøheim im Schießgelände von Hjerkinn. Letztgenanntes mit dem Auto erreichbar
(Mautstraße ab Hjerkinn - fragen Sie das Militär auf dem Schießgelände unter Tel. 61 24 25 00 wann die Straße befahrbar ist (das ist sie nicht, wenn Übungen stattfinden). Die Mautgebühr betrug in 2000 NOK
30), während es von der E6 oder dem Lesjafjell (Nyseter) aus ein guter Tagesmarsch zur Åmotdalshytta ist.
Aufstieg:
Von der
Åmotdalshytta
gibt es zwei Möglichkeiten:
Man folgt entweder dem Weg abwärts in Richtung Langvassdalen und weiter ostwärts hinauf auf das Band zwischen dem Larseggen im Norden und den Langvasstindene im Süden, und steigt von hier aus nordostwärts auf den Larseggen auf, oder man geht südostwärts direkt auf den nördlichsten Punkt des Larseggen (1945 m) zu. Die letztere Alternative ist das letzte Stück ziemlich steil.
Bei beiden Alternativen folgt man dem Larseggen südwärts zu dem Einschnitt, der den Larstind vom Grat trennt. Kurz bevor man den Einschnitt erreicht, passiert man den Sekundärgipfel
Nordre Lartstind (2070 m).
Indem man beginnt, in den Einschnitt abzusteigen, beginnen die Schwierigkeiten. Hinunter und über den Einschnitt muß man klettern und sollte sich sichern. Vom Einschnitt aus geht es schmal und exponiert weiter grataufwärts zum Gipfel.
Von Snøheim folgt man dem Wanderweg westwärts und nach und nach nordwärts in das schöne Storstyggsvånådalen. Taleinwärts passiert man mehrere schöne, blaugrüne Bergseen und hat eine schöne
Aussicht zum Store Svånåtind (2209
m), Østre Langvasstind (2085 m) und dem Ziel des Tages, dem Larstind (2106 m).
Man folgt dem Tal einwärts bis zum See auf 1642 m (der kleinen Pfütze ganz oben im
Tal), was eine recht lange Tour von 10 km pro Strecke von Snøheim aus bedeutet. Hier drin im Tal biegt man rechts hoch zum Larseggen, so steil wie man unter den gegebenen Umständen möchte
(man kann einen Bogen etwas weiter links gehen, wo es etwas weniger steil
ist). Oben auf dem Larseggen passiert man den Sekundärgipfel
Nordre Larstind (2070 m), bevor man zu dem Einschnitt gelangt, der den Larstind vom Grat trennt. Indem man beginnt, in den Einschnitt abzusteigen, beginnen die Schwierigkeiten. Hinunter und über den Einschnitt muß man klettern und sollte sich sichern. Vom Einschnitt aus geht es schmal und exponiert weiter grataufwärts zum Gipfel. Von Snøheim ist dies eine Tour von 8-10 Stunden (ca. 25 km) hin und
zurück.
Außer den oben genannten Möglichkeiten kann man wie erwähnt über eine der markanten Rinnen auf der West- und Ostseite direkt in den Einschnitt zwischen dem Larseggen und dem Larstind aufsteigen.
Für die westliche Rinne sind sowohl die Åmotdalshytta als auch Snøheim geeignete Ausgangspunkte. Man verläßt das Storstyggsvånådalen bei dem Bergsee auf 1642 m und steigt direkt in der Rinne zum Einschnitt auf.
Wählt man die östliche Rinne, ist die Åmotdalshytta der beste Ausgangspunkt. Es sind gute 5 Kilometer von der Åmotdalshytta am Larstjørni vorbei und in den Larsbotnen. Vom Westufer des innersten Sees (1674 m) steigt man auf.
(Man kann vom gleichen Bergkessel aus auch aufs Snøhettamassiv aufsteigen, was ebenfalls eine sehr steile Tour
ist.)
Kommt man von den beiden Rinnen hoch in den Einschnitt, geht es auf einem kurzen, aber steilen und exponierten Grat das letzte Stück zum Gipfel hinauf. Vom Gipfel kann man alle 2000er des Dovrefjells
(welche ja auch recht konzentriert liegen) hervorragend sehen. Besonders toll ist der Blick zum Snøhetta-Grat, wo man das Profil dieser Traverse sehen kann.
Das Unglück auf dem Larstind und Unfälle im Gebirge generell:
Zitat aus Thommessen / Skogheim / Kuyper's Wanderführer: "Fra Rondeslottet til Lodalskåpa",
welches auf einem Artikel aus der Breposten #3/92 von dem Arzt Asgeir M.
Kvam basiert.
"Am 15. Februar 1992 waren sieben Mitglieder der Dombås fjellsportgruppe
auf dem Weg über die Westseite zum Gipfel des Larstind. Sie waren in drei
Seiltrupps in der Schneerinne aufgestiegen und waren mit Plastikbergstiefeln
ausgerüstet, benutzten jedoch keine Steigeisen. Sie waren gut angezogen und
sicherten mittels Schneeanker.
Wegen starkem Wind beschlossen sie, am Ende der Schneerinne, direkt unter dem
Gipfel, umzukehren. Die Lawine löste sich, als der oberste Seiltrupp das Ende
der Rinne fast erreicht hatte. Alle Bergsteiger wurden ungefähr 500 Meter weit
hinabgefegt. Als die Lawine stoppte, war der Gruppenleiter (der neugewählte
Bürgermeister der Kommune Dovre und bekannte Fjellmann Harald Hammerstad)
bereits leblos, und ein anderer war zwischen Eis und Stein eingeklemmt und
mußte herausgegraben werden. Keiner war vollständig unterm Schnee begraben
worden. Zwei Personen waren schwer verletzt, u.a. Beinbrüche, Brust- und
Kopfverletzungen, weshalb sie nicht bewegt werden konnten. Der Rest war mehr
oder weniger ok mit leicheren Verletzungen.
Unter äußerst schwierigen Bedingungen gelangte einer der Bergsteiger bis nach
Snøheim. Der Alarm wurde ausgelöst und eine umfassende Rettungsaktion
gestartet. Bald darauf waren ein Helikopter der Norwegischen Luftambulanz und
ein britischer Puma Helikopter in Snøheim. Wegen des schlechten Wetters jedoch
war es ihnen unmöglich, die Verletzten auf dem Luftweg zu erreichen. Ein
Raupenfahrzeug des Militärs schaffte es dann nach drei Stunden strapaziöser
Fahrt, zu der Lawine vorzudringen.
Die beiden Schwerverletzen waren stark unterkühlt (30,5°C Körpertemperatur),
aber wach. Sie schwebten in Lebensgefahr und bekamen Morphium. Einer war tot.
Harald Hammerstad starb im Alter von 49 Jahren. Doch alle die sechs anderen
überlebten mit mehr oder weniger großen phsychischen und physischen
Schäden.
Eine mögliche Ursache für das Unglück war die große Lawinengefahr im Gebiet.
Mildes Wetter hatte eine Eisschicht mit wenig Haftung gebildet. Im oberen Teil
der Rinne lag neuerer Schnee, der über diese ältere Firnschicht gerutscht sein
kann."
Dies ist eine Mahnung, daß das Fjell nicht ungefährlich ist. Obwohl diese Tour
unter weit extremeren Bedingungen stattfand, als unter denen sich Bergwanderer
normalerweise bewegen, passieren auch beim normalen Bergwandern Unfälle mit
fatalen Folgen.
Sowohl Jotunheimen als auch Dovre, Rondane und andere Fjellgebiete erleben von
Zeit zu Zeit sommers wie winters Unfälle mit tödlichem Ausgang. Vor nicht mehr
als 2-3 Jahren verlor ein Junge das Leben, als er auf einer Wanderung zur Snøhetta
fiel. Vermutlich im gleichen Sommer geschah auf dem Storronden
ein Todesunfall, als eine Frau in den Abgrund an der Ostseite stürzte.
Jotunheimen ist dabei wahrscheinlich das Gebiet, wo die meisten Unfälle
passieren. Einige Beispiele dafür sind:
Ein Mann fiel nahe der Route von Spiterstulen zum Galdhøpiggen
in eine Gletscherspalte und kam ums Leben.
Eine Frau stürzte vom Pfad über den Bukkelægret
(zwischen Memurubu und Gjendebu) ab und kam ums Leben.
Ein Snowboarder stürzte in einen Abgrund bei der Leirhø (2330
m).
Ein Mann glitt auf einer Besteigung des Store Austabottind (2204
m) in Hurrungane aus und stürzte ab.
Außerdem passieren Unglücke bei Unwetter, besonders im Winter. Das tragischste
in den letzten Jahren war wohl, als vier Jugendliche auf einer Winterzelttour in
Sylane in einem Schneesturm umkamen. Einer von ihnen wurde nur wenige hundert
Meter von der nächsten Hütte gefunden.
Von anderen Unfällen mit glücklicherem Ausgang, die jedoch gleichzeitig eine
deutliche Mahnung sind, kann ein deutscher Junge genannt werden, der mit seinen
Eltern den Gaustatoppen
(1883 m) bestieg. Beim Spielen im Geröll wurde er unter einem
enormen Steinblock festgeklemmt und lag dort mehrere Stunden. (PS! Der Gaustatoppen
ist übrigens einer der wenigen Berge, wo Bergwanderer vom Blitz erschlagen
wurden. Dies geschah vor vielen Jahren.)
Bitte beachten Sie: Lose Steine, besonders in steilen Geröllfeldern, können
lebensgefährlich sein, indem sie entweder über das Bein oder den Körper
kippen oder andere unter einem treffen können. Gehen Sie in steilen
Geröllfeldern nie direkt untereinander!
LARSTIND N - 2070 METER
Sekundärgipfel ein paar hundert Meter nördlich des Larstind (2106
m). Er läßt sich relativ gut (aber steil) besteigen. Die Schwierigkeiten
beginnen im Grunde erst, wenn man weiter südwärts zum Hauptgipfel gelangen
Möchte. Siehe Larstind (2106 m) für eine ausführliche Beschreibung der
Aufstiegsvarianten.
Der Primärfaktor ist ca. 20 Meter.
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