| KARTE | RONDANE BLATT 1718 I |
| KARTENREFERENZ | NP473 684 |
| ERSTBESTEIGUNG | ? |
| SCHWIERIGKEITSGRAD | LEICHT - MITTELSCHWER |
| KOMMUNE | DOVRE |

Der Blick von Dørålseter zu den drei Gipfeln Høgronden, Midtronden (2060 m) und Digerronden (2015 m) zählt zu Norwegens meistfotografierten Motiven, und wird oft in Touristenbroschüren und in der Werbung benutzt. Besonders im Herbst, wenn die Vegetation gold, orange, rot, braun und grün leuchtet und der erste Schnee die Berge bedeckt, ist die Schönheit vollkommen. Für diejenigen, die nicht nur zum Fotografieren unterwegs sind, bietet der Høgronden eine schöne Gipfeltour unter den leichteren 2000ern Rondanes. Ein Zelt beim Langglupbekken südöstlich des Gipfels ist der beste Ausgangspunkt, doch sowohl von Bjørnhollia als auch von Dørålseter ist es eine schöne Tagestour hinauf, und von beiden Hütten gibt es einen markierten Weg zum Gipfel.
Aufstieg:
Von Bjørnhollia aus folgt man dem Weg norwärts in Richtung Dørålseter (RS03).
Gut 4 km hinter Bjørnhollia teilt sich der Weg. Die normale Route nach Dørålseter
führt links weiter in das Langglupdalen hinein, während der Weg auf den Høgronden
geradeaus zu dessen Südostrücken führt. Wie für Rondane typisch wird das
Gelände nun immer steiniger. Vor dem Gipfel passiert man zuerst einen Höhenzug
von knapp 1800 Meter Höhe, und es geht nochmal etwas abwärts. Hier, auf 1742
m, kurz vor dem letzten Anstieg zum Gipfel, steht eine Steinhütte, die 1882
errichtet wurde. Bei kaltem und ungemütlichem Wetter ist sie ein willkommener
Rastplatz. Die letzten knapp 300 Höhenmeter gehen gleichmässig steil im
Geröll bergan. Vom Gipfel aus kann man auf markiertem Weg entlang dem
schmaleren Nordrücken weiter in Richtung Dørålseter oder westwärts (nicht
markiert!) zum Midtronden
Øst (2042 m) und den anderen Gipfeln dieses Bergmassivs gehen.
Mehr über die Traverse vom Diggerronden
(2015 m) im Westen zum Høgronden im Osten können Sie hier
lesen.
Von Dørålseter folgt man dem Weg von der
Hütte in südwestlicher Richtung und passiert nach einem guten Kilometer die
Atna auf einer Brücke. Kurz danach teilt sich der Weg. Der Hauptweg führt
entlang der Atna zu verschiedenen Hütten in Rondane, während der Weg auf den Høgronden
links abbiegt und recht steil knappe hundert Höhenmeter bergan klettert. Nun
folgt man dem Vidjedalsbekken ein Stück weit und der Weg biegt mit der zeit
ostwärts. Rund 3 km nach der Weggabelung kommt man an dem kleinen
Neverbutjernet vorbei. Im Gegensatz zu anderen Gebirgslandschaften wie die Hardangervidda
und Jotunheimen, in den es kleinere und grössere Seen in Mengen gibt, sind
diese in Rondane eine Seltenheit, und die wenigen Seen, die es gibt, sind recht
klein. Der Weg führt nun in flachem und leichtem Terrain südwestwärts. Wenn
das Wetter schön ist, hat hat man die ganze Zeit eine tolle Aussicht zu der
steilen Nordwestwand des Høgronden und kann den Nordrücken, auf dem der Weg
zum Gipfel hinaufführt, deutlich sehen. Kurz vor dem Aufstieg kommt man auf
Höhe 1461 m an einem kleinen Gletschersee, der von dem Gletscher, der hier
einmal war, übriggeblieben ist. Hier bei 1500 m Höhe beginnt der Anstieg zum
Gipfel. Zuerst geht es eine breite Bergseite empor, bevor man nach und nach auf
den Nordrücken einbiegt, wo es beträchtlich schmaler wird. Nach Osten hat man
den senkrechten Abgrund von mehreren hundert Metern.
Vom Gipfel aus kann man entweder den gleichen Weg zurückgehen, südostwärts
nach Bjørnhollia gehen oder die Traverse
über das gesamte Bergmassiv und ins Bergdalen hinunter gehen.
Die Aussicht vom Gipfel ist bei schönem Wetter natürlich klasse. Im Nordwesten sieht man das Dovrefjell mit der Snøhetta (2286 m). Im Osten liegen die Alvdalsfjellene mit dem massiven Sølnkletten (1827 m) als Blickfang, und im Süden blickt man zu der imponierenden Nordwand des Rondeslottet (2178 m). Dies ist nur ein Teil dessen, was man von oben aus sehen kann.
Von Bjørnhollia braucht man ca. 7-8 Stunden hoch und runter. Das gleiche gilt für Dørålseter oder wenn man von Bjørnhollia nach Dørålseter oder andersrum über den Høgronden geht.
Eigene Erlebnisse – Den roten T’s zum Gipfel des Høgronden
nach (Morten, 06.09.2003)
Schon bei der Abfahrt von Skrautvål zeigte uns die Gelbfärbung
der Blätter, daß der Herbst im Anmarsch war. Es war am ersten Wochenende im
September, und die Wettervorhersage war nicht sonderlich optimistisch. Wir ließen
uns jedoch nicht abschrecken, packten das das Auto und fuhren in Richtung
Rondane, genauer gesagt Døråldalen mit dem Høgronden und dem Trolltinden (ehem.
Sagtinden) als Tourziel. Nach 260 Fahrkilometern begannen wir unsere
Fußwanderung in Richtung Høgronden. Es war bewölkt, und ein kräftiger Südwestwind
trieb uns bereits von Beginn an das Wasser in dieAugen und die Nase. Ein kurzes
Stück weit gingen wir in die falsche Richtung zu der schönen Holzbrücke, die
das kristallklare, etwas grünliche, eiskalte und rasch fließende Wasser der
Atna überspannt. Ein herrlicher Gebirgsfluß! Auf der anderen Seite begann die
Steigung zum Kamm einer rund 50 Meter hohen Sandmoräne. Ein Rätsel, woher
dieser feine, kreideweiße Sand hier mitten im Gebirge herkommt. Oben angelangt
befanden wir uns in der sonderbaren Landschaft der Skranglehaugane. Die Skranglehaugane
allein sind einen Besuch wert – überall flechtenbedeckte Hügel und Rücken
und zwischen ihnen die Toteiseinbrüche, die größtenteils mit Heide und
anderer Vegetation gefüllt sind, so daß im Herbst ein weites farbensprektrum
von leuchtend grün bis knallrot herrscht. Diese Farben bilden einen starken
Kontrast zu den blaß lindgrünen Flechten.
Der Weg führte weiter in das vom Wind abgeschirmte Vidjedalen, wo die Fjellbirken bis über 1100 m Höhe eine Wachstumsgrundlage finden. Der Vidjedalsbekken ist typisch für die Gebirgswasserläufe in Rondane: verhältnismäßig wenig Wasser, kristallklar und in einem Bett aus weißen, rundgeschliffenen Steinen fließend.
Der Digerronden und die Midtrondane waren frei von Wolken, doch der Høgronden war im Nebel eingehüllt. Hoch oben in den Nordhängen über 1900 m lag Neuschnee. Das Gelände zum Fuß des Berges war eben und leicht begehbar, so daß der verhältnismäßig lange Anmarsch recht schnell ging. Wir waren mit unserer Tagesform und dem Tempo zufrieden und ließen uns nicht von einem Jogger beeindrucken, der uns überholte. Wir passierten den kleinen See Neverbutjernet, der jedoch nur auf der Karte und nach heftigen regefällen (im Rondane selten) als See existiert. Ohne Wasser wirkt er wie eine Steinwüste, die jedoch sehr leicht zu durchqueren ist (anstatt drum herum gehen zu müssen). Wenn er mit Wasser gefüllt ist, kann er unmöglich mehr als einen Meter Tiefe haben.
Der Høgronden gönnte uns mittlerweile groß<ügig einen Blick zu unserem Ziel – dem Gipfel, der mit seinen schwarzen Felswänden und ungastlichen Schuttrinnen über dem Felsenkessel Midtbotn thront. Alle Bäche, die wir durchquerten, waren ausgetrocknet, bzw das Wasser rann unterirdisch unter den Steinen. Bis jetzt hatten wir abgesehen von dem Jogger das Fjell ganz für uns allein gehabt, aber bei dem See im Midtbotn (der nicht ausgetrockent war) trafen wir die ersten Wanderer, die sich auf dem Rückweg vom Gipfel befanden. Sie waren offensichtlich alle viel früher gestartet, denn auf dem Bergrücken zum Gipfel konnten wir nun kleine Menschensilhouetten sehen, die entweder bergauf oder bergab stiegen. Mit dem Ziel vor Augen und guter Dinge begannen nun auch wir mit dem Aufstieg. Zuerst ca. 200 Höhenemeter Anstieg in leichtem Gelände und dann 400 steilere Höhenmeter über Steinblöcke. Der Pfad verschwand nach und nach im Geröll, doch die roten T’s des DNT wiesen uns unfehlbar den Weg. Weiter oben tauchte der Schnee auf, zuerst in Spalten zwischen den Steinblöcken, nach und nach jedoch als größere Flecken. Hier war es stellenweise etwas eklig glatt, doch nie schwierig. Der Nebel wartete nicht, bis auch wir den Gipfel erreicht hatten, sondern legte sich gnadenlos wieder über den Gipfel und war unser feindlicher Begleiter während des gesamten restlichen Aufstieges. Der Jogger passierte uns nun zum zweiten Mal – er war bereits wieder auf dem Weg hinunter, jedoch in einem etwas gemäßigterem Tempo, was auf den glatten Steinen mit Joggingschuhen allerdings nicht weiter verwunderlich war (andere, die wir trafen, beruhigten uns später mit der Versicherung, daß er es auch hochzu etwas ruhiger genommen hatte). Er lächtelte uns zu und gab uns die beruhigende und motivierende Versicherung, daß es zum Gipfel nicht mehr weit war. Wenige Minuten später tauchte er endlich auf: eine riesige, monumentale Gipfelwarte, groß wie ein kleines Haus. So wirkte sie jedenfalls auf uns im Nebel. Wir waren die letzten auf dem Gipfel, abgesehen von drei Männern, die von Dørålseter aus über den Digerronden, Midtronden und Høgronden traversiert hatten und nun den letzten Gipfel vor dem Abstieg nach Bjørnhollia erreicht hatten.
Der Gipfel war kein Ort zum Verweilen: keine Aussicht, keien Wärme, sondern nur schwarze, graue und weiße Konturen, Kälte und beißender Wind. Wir gönnten uns eine kurze Rast hinter im Windschatten einer Steinmauer ca. 20 Meter von der Gipfelwarte entfernt und machten uns nach einer kleinen Stärkung vorsichtig auf den Abstieg über die schneebedeckten Steine. 3 Stunden und 15 Minuten hatten wir von Dørålseter zum Gipfel gebraucht, und der Rückweg dauerte fast genau so lange, obwohl wir fanden, daß wir eigentlich ein durchaus brauchbares Tempo hielten.
Auf solchen lange Touren, auf denen das Wetter mit Wind und Kälte die Lust zu längeren Pausen nimmt, wird man ziemlich erschöpft; die Beine gleichen einem Paar Stöcke, und die Fußsohlen tun weh. Unglaublich, was eine dampfende Tasse Kakao, warmes Essen und ein guter, warmer Schlafsack nach so einer Tour für die Laune tun können!
| KARTE | RONDANE BLATT 1718 I |
| KARTENREFERENZ | NP451 683 |
| ERSTBESTEIGUNG | 1941 (ØDEGAARD / MÆHLUM) |
| SCHWIERIGKEITSGRAD | MITTELSCHWER |
| KOMMUNE | DOVRE |
Den westlichen Midtronden besteigt
man fast immer in Verbindung mit einer Besteigung des Digerronden (2015
m)
oder des Høgronden (2114 m). Lesen Sie deshalb unter einem dieser beiden Gipfel für eine
ausführlichere Beschreibung des Aufstiegs nach. Lesen Sie auch die Beschreibung
der Traverse über alle vier Gipfel des
Massivs.
Will man nur auf den Midtronden, so geht das am leichtesten vom Langglupdalen
aus, entweder vom Südwesten in den Einschnitt nordwestlich des Gipfels, oder
vom Südosten zum Einschnitt nordöstlich des Gipfels. Von diesen beiden
Einschnitten aus ist es nur ein kurzes steiles, aber nicht schwieriges Stück
zum Gipfel.
| KARTE | RONDANE BLATT 1718 I |
| KARTENREFERENZ | NP457 688 |
| ERSTBESTEIGUNG | ? |
| SCHWIERIGKEITSGRAD | MITTELSCHWER |
| KOMMUNE | DOVRE |
Den östlichen Midtronden besteigt
man fast immer in Verbindung mit einer Besteigung des Digerronden (2015
m)
oder des Høgronden (2114 m).
Lesen Sie deshalb unter einem dieser beiden Gipfel für eine
ausführlichere Beschreibung des Aufstiegs nach. Lesen Sie auch die Beschreibung
der Traverse über alle vier Gipfel des
Massivs.
Will man nur auf den Midtronden, so geht das am leichtesten vom
Langglupdalen aus im Geröll steil aufwärts zum Einschnitt zwischen Høgronden
und dem Gipfel. Von hier aus geht es auf dem Südostrücken problemlos zum
Gipfel.
| KARTE | RONDANE BLATT 1718 I |
| KARTENREFERENZ | NP436 690 |
| ERSTBESTEIGUNG | ? |
| SCHWIERIGKEITSGRAD | LEICHT - MITTELSCHWER |
| KOMMUNE | SEL |
Der Digerronden ist eine beinahe kegelförmige
Pyramide. Besonders vom Südwesten aus gesehen, z.B. vom Rondehalsen, ist diese
Form sehr ausgeprägt.
Bei den Bergedalstjernene westlich bis südwestlich des Gipfels gibt es mehrere
ausgezeichnete Zeltplätze, während Dørålseter
und Rondvassbu
die nächstgelegenen Hütten sind.
Aufstieg: Von Rondvassbu aus kann man im Sommer das Boot über den Rondevatnet nehmen, was einem die lange Tour über den Rondehalsen (siehe RS02) spart. Vom Nordende des Rondevatnet, unter den düsteren Bergwänden, die den See umgeben, geht ein Weg im Rondvassdalen aufwärts. Bald stösst der Weg vom Rondehalsen von links dazu, und kurz vor den Bergedalstjernene teilt sich der Weg erneut. Gehen Sie rechts in Richtung Bjørnhollia und östlich am ersten der Bergedalstjernene vorbei. Bald kommt man zu noch einer Weggabelung, wo es links abwärts in Richtung Døråldalen und rechts ins Langglupdalen geht. Hier verlässt man den Weg und steigt im Geröll steil direkt zum Gipfel auf. Wenn man es etwas weniger steil wünscht, hält man sich anfangs weiter links und geht einen Bogen, so dass man von Osten bis Südosten aus zum Gipfel gelangt. Man geht auf dieser Tour an so viel Steinen vorbei, dass man sie während eines ganzen Lebens nicht zählen kann.
Von Dørålsseter gibt es zwei Möglichkeiten:
man kann dem Weg in Richtung Rondvassbu (RS02)
folgen und nordwestlich des Salen (1511 m) abbiegen. Man überquert dann den Bergsetbekken,
passiert den Salen auf der Nordseite und geht weiter ziemlich gerade zum Gipfel.
Oder man folgt dem Weg in Richtung Høgronden (2114
m) und verlässt diesen beim Vidjedalsbekken in Richtung Süden.
Weiter geht es über die Vidjedalsflya und von Norden bis Nordwesten aus zum
Gipfel.
Vom Høgronden (2114 m) muss man rund 350 Höhenmeter westlich abwärts, ausnahmslos auf Stein. Unten im Einschnitt heisst es tief durchatmen, bevor es die fast 300 Meter zum Midtronden Øst (2042 m) hinauf geht. Dieser Teil ist nicht besonders schwierig. Achten Sie aber darauf, dass Sie sich bei einem der potentiell verräterischen Steine den Fuss nicht verstauchen. Auf dem östlichen Midtronden gibt es zwei Gipfelpunkte, der eine wird jedoch nicht als Gipfel gerechnet. Der knappe Kilometer zwischen dem Midtrondne Øst (2042 m) und dem Midtronden Vest (2060 m) ist der anspruchsvollste Teil der Tour, d.h. leichtes klettern. Vom Midtronden Vest geht es leicht auf dem Nordwestrücken knapp 250 Höhenmeter abwärts und über einen kleineren Gipfel, bevor die letzten knappen 200 Höhenmeter hoch zum Digeronden (2015 m) anstehen. "Sammelt" man die 2000er Norwegens (was eine ganze Reihe Norweger tun), hat man auf dieser Tour 4 auf einen Streich geschafft. "Sammelt" man nicht, hat man hoffentlich eine schöne Tour gehabt, und ob man "sammelt" oder nicht, so beginnt man höchstwahrscheinlich jetzt, Geröllfelder gründlich satt zu haben. Aber es hilft alles nichts, denn noch stehen einem 500-600 Höhenmeter Abstieg über Geröll bevor, bevor man auf einen "freundlicheren" Untergrund kommt. Will man weiter nach Rondvassbu, geht man südwestwärts abwärts zu den Bergedalstjernene, doch mit Dørålseter als Ziel lohnt es sich, nordwärts zur Vidjedalsflyi zu gehen, wo man unten am Vidjedalsbekken auf den Weg vom Høgronden (2114 moh) nach Dørålseter trifft.
Rechnen Sie mit 8-10 Stunden total für eine Tour von Rondvassbu oder Dørålseter über alle vier Gipfel.
Siehe unter den einzelnen Gipfeln für Bilder.