RONDSLOTTET - 2178 METER

KARTE RONDANE BLATT 1718 I
KARTENREFERENZ NP447 650
ERSTBESTEIGUNG 1875 (NIELSEN)
SCHWIERIGKEITSGRAD LEICHT - MITTELSCHWER
LANDKREIS DOVRE

Das Rondslottet, "Rondschloß", ist der höchste Gipfel Rondanes und ein beliebtes Tourenziel für viele, die in Rondane wandern. Es ist eine relativ leichte Tour von rund 6 Stunden hoch und runter von Rondvassbu, welches der normale Ausgangspunkt für eine Gipfeltour ist. Es ist eine schöne Variante, auf der Route zwischen Bjørnhollia und Rondvassbu über das Rondslottet zu gehen. Es geht sowohl vom Langglupdalen im Westen als auch von Rondvassbu im Südosten ein mit roten Ts markierter Weg bis zum Gipfel hinauf. Von Südosten gesehen, sieht das Rondslottet wirklich fast wie ein Schloß aus, mit einer kleinen Kuppel in der Mitte und zwei flacheren Burgmauern zu beiden Seiten (siehe Bild ganz unten). Vom Norden dagegen ist der Blick mit dem steilen, unheimlichen Abgrund zum Langglupdalen hin ein ganz anderer. Hier finden Kletterfans ihre Herausforderungen, obwohl Rondane nicht als Klettergebiet bekannt ist.  

Aufstieg:
Von Rondvassbu geht der markierte Weg die Anhöhe östlich der Hütte hinauf und führt an der ersten Weggabelung nach links (der Weg rechts führt durch das Illmanndalen nach Bjørnhollia). Den ersten Kilometer gehen die beiden Wege zum Storronden und zum Rondslottet zusammen nordostwärts, bevor der Weg zum Storronden steil durch das Geröll bergan steigt, während der Weg auf das Rondslottet noch ein Stück nach links in Richtung Nordosten weiterführt. Er geht über die Höhenmarke 1447 m und danach wieder etwas abwärts, bevor er dem Bach Rondholbekken in den Bergkessel Rondholet hineinführt. Hier ist die Vegetation sehr arm. Nur ein paar Fleckchen mit Moos oder Flechten findet man in und um die Bachläufe. Bei klarem Wetter sieht man nun den Gipfel des Rondslottet zwischen dem Svartnuten zur linken und dem Vinjeronden zur Rechten. Den ersten Kilometer ins Rondholet hinein ist es ziemlich flach, bevor es steiler zum Einschnitt zwischen Storronden und Vinjeronden hinauf geht. Vom Einschnitt aus gibt es ostwärts einen Abgrund in den Bergkessel Storbotn hinunter. Der Weg biegt hier nordwärts und geht durch Seine und Geröllfelder steil zum Vinjeronden empor. Es ist ziemlich steil hier, aber der Weg ist gur markiert. Vom Gipfel des Vinjeronden geht man weiter nordwärts, zuerst rund Höhenmeter abwärts und dann auf dem Südrücken des Rondslottet zum Gipfel hinauf. Oben auf den Gipfel hat man einen riesigen Steinturm gebaut, und die Aussicht ist sehr weit. Keine anderen Gipfel sperren den Blick, so daß man Nord- und Ostjotunheimen, die Berge im Valdres und das Gausdal-Vestfjell sehen kann. Im Norden erhebt sich das Dovrefjell mit der Snøhetta. Im Osten ragt der Storsølnkletten auf, und außerdem kann man alle 2000er Rondanes sehen - mit dem Smiubelgen im Westen als der späktakulärtste von ihnen. Es ist ein spezielles Gefühl, hier oben zu sitzen und die eigenartige, karge Landschaft Rondanes zu Füßen liegen zu haben. Auf dem Abstieg folgt man der gleichen Route. Unten im Einschnitt kann man alternativ südwärts durch die Geröllfelder zum Storronden gehen (nicht markiert), und vom Gipfel des Storronden dem markierten Weg abwärts folgen. Dieser Umweg verlängert die Tour um rund eine Stunde und ist eine tolle Alternative, bei der man den zweithöchsten Berg Rondanes gleich auch noch mitnimmt, wenn man nicht des Gerölls und der Steine überdrüssig ist und den direkten Abstieg vom Einschnitt unter dem Vinjeronden aus bevorzugt. 
Von Bjørnhollia führt ebenfalls ein markierter Weg zum Gipfel. 7-8 km lang folgt man dem Weg nach Dørålseter (RS03), bevor der Weg zum Gipfel links abbiegt und westwärts führt. Man überquert den Bach Langglupbekken und folgt dem Bachlauf auf der Nordseite in Richtung Rondslottet. Die letzten paar hundert Höhenmeter wird es steiler. Vom Gipfel aus kann man auf dem Nordwestrücken absteigen, wenn man nach Dørålseter möchte, den Südrücken abwärts wie oben beschrieben nach Rondvassbu oder auf dem gleichen Weg zurück nach Bjørnhollia gehen. 
Von Dørålseter aus kann man ebenfalls eine Tagestour aufs Rondslottet unternehmen, aber sie wird recht lang. Hoch und runter braucht man rund 7-8 Stunden. Man folgt dem Weg nach Bjørnhollia (RS03) bis fast zum Beginn des Langglupdalen und steigt südostwärts auf dem Nordwestrücken leicht westlich des Gipfels auf. Stellenweise geht man hier durch steile Geröllfelder, vorsichtig sein! Bei ungefähr 1580 m Höhe biegt man ostwärts und geht in Richtung osten weiter den letzten Kilometer zum Gipfel hinauf. 
Es gibt noch andere mögliche Varianten, aber wir belassen es hier mit diesen dreien. Für die meisten wird der Weg von Rondvassbu aus die aktuellste Alternative sein.

Eigene Erlebnisse:
Ich (Morten) war mit dem Fahrrad nach Rondvassbu gefahren, um Freundezu treffen, die auf einer Rundwanderung durch Rondane waren. Ich war früh dran und entschloß mich für einen Besuch auf dem Rondslottet, um die Wartezeit zu überbrücken. Ich folgte dem Weg in das Rondholet hinein und bewunderte die schwarzen Bergwände des Svartnuten. Das Wetter war nicht das beste, aber es waren trotzdem mehrere Leute zum Gipfel unterwegs. Der Vinjeronden lag unter den Wolken, aber das Rondslottet hatte seine Kuppel in den grauen Massen eingehüllt. Im Einschnitt zwischen Vinjeronden und Storronden zogen tiefliegende Wolken an mir vorrüber und der Abgrund unter mir wirkte ziemlich unheimlich. Der Aufstieg zum Vinjeronden ging leicht vonstatten, und mein erster Rondane-Gipfel war erreicht. Ich ging weiter hinunter in den Einschnitt zischen Vinjeronden und Rondslottet und kam auf dem Weg zum Gipfel hinauf schnell in dichten Nebel. Es war etwas Neuschnee gefallen, aber die Fußspuren und die Steinmännchen-Markierungen machten den Weg sehr deutlich. Daß ich oben auf Rondanes höchstem Berg stand, merkte ich eigentlich nur an der Gipfelmarkierung. Eine Aussicht war schlicht nicht vorhanden. Unten im Einschnitt vor dem Vinjeronden sah es so aus, als wollte es aufklaren, und da ich mich noch immer fit fühlte, entschloß ich mich, den Storronden zu erklimmen. Hier mußte ich durch steile Geröllfelder, was aber nicht schwierig war, so lange man auf lose Steine achtgab. Oben angekommen, sah ich hinunter in den unheimlichen Abgrund des Bergkessels Langbotn an der Ostseite des Storronden und begann dann mit dem langen, steinigen Abstieg hinunter nach Rondvassbu. Nun kam die Sonne durch und es wurde nach und nach noch ein schöner Tag. Unten angekommen, fühlte ich, was viele nach einer Gipfeltour im Rondane fühlen:  Steine sind schön und gut, aber ab einem gewissen Punkt bekommt man genug von ihnen. Es gibt viele, die sowohl in Jotunheimen als auch in Rondane gewandert sind und die befreienden Schlittertouren auf den Schneefeldern von den Gipfeln hinunter im Rondane vermissen. 

 

 

 

VINJERONDEN - 2044 METER

Der Vinjeronden liegt einen guten Kilometer südlich bis südwestlich des Rondslottet auf der Grenze zwischen den Kommunen Dovre und Sel. Er wird meistens auf dem Weg zum Rondslottet hinauf "mitgenommen". Hat man den Gipfel des Vinjeronden zum Ziel, ist es ab Rondvassbu eine leichte 4-stündige Wanderung hoch und wieder runter. Der Primärfaktor ist ca. 90 Meter.