RYGGEHØ - 2142 METER
Die Ryggehø ist ein wenig besuchter Berg, obwohl er recht leicht zu besteigen ist. Der Gipfel liegt auf einem schmalen Rücken mit Abgründen im Süden und Norden, doch breite Bergrücken nach Osten und Westen machen ihn von diesen beiden Seiten aus leicht zugänglich. Aufstieg: Tourbericht Ryggehø - Glittertind 10.08.02 Zusammen waren wir bereits zweimal vorher auf dem Glittertind gewesen, beide Male bei strahlendstem Wetter (einmal als Tagestour, einmal als Sonnenaufgangstour, unsere bisher schönste Bergtour jemals), und beide Male von Glitterheim aus (man fährt als Valdriser nicht bis nach Spiterstulen, um auf den Glittertind zu gehen, wenn man Glitterheim im Vergleich dazu beinahe vor der Nase hat). Es war für uns also unsere dritte gemeinsame Besteigung von Norwegens zweithöchstem Berg, aber diesmal sollte es also über die Ryggehø gehen, was eine abwechslungsreichere Rundwanderung mit einem höheren Konditionsanspruch als eine Nur-Besteigung des Glittertinds darstellt. Nicht nur die Tour an sich, sondern auch das Wetter und nicht zuletzt die Verhältnisse am Berg wurden abwechslungsreicher und abenteuerlicher als bei unseren zuvorigen Eroberungen des Glittertinds. Um 09.00 Uhr morgens brach eine ca. ... Mann große Gruppe, darunter wir selber, bei Sonnenschein in kurzen Hosen und T-Shirts von Glitterheim auf. Der Glitterbekken wurde am Ausfluß aus dem ...-See überquert, und dann ging es zuerst weniger steil, dann steiler zum Südrücken der Ryggehø hinauf. Als wir das steilste Stück hinter uns hatten, wurde eine längere Pause eingelegt, die auch als Umkleidepause genutzt wurde, denn zwischenzeitlich war es merklich bewölkter und kühler geworden. Lange Hosen und Pullover wurden herausgeholt und Jacken übergezogen. Hinüber zum Fuß des selbigen Gipfels der Ryggehø ging es über relativ flache Blockfelder, bevor die letzten Höhenmeter zu Gipfel in einem wieder etwas steilerem Ansteig bewältigt wurden. Hier wurde der Rücken ziemlich schmal (aber nicht schwierig oder ausgesetzt), und vor allem nach Süden hin fällt der Berg jäh ab. Die Aussicht vom Gipfel nach Süden in das ... ist viel späktakulärer als vom Glittertind, weil von diesem aus die Ryggehø im Wege liegt. Dementsprechend ist die Aussicht vom Glittertind nach Norden schöner, weil von der Ryggehø diese vom Glittertind versperrt wird. Wir blieben einige Minuten auf dem Gipfel der Ryggehø, Fotos wurden gemacht, und dann ging es auf der anderen Seite hinunter zum Sattel in Richtung Glitter Rundhøi (2089 m), den gut über die Hälfte der Gruppe "bei der Gelegenheit" auch noch mitnahmen. Morten war hier schon gewesen, und mich reizte dieser nichtssagende, flache Pfannkuchen weniger, also gingen wir mit einigen anderen bereits in langsamen Tempo weiter, wieder bergan, in Richtung Glittertind. Wir hielten uns westlich des Gipfels, weil wir noch einen Abstecher zur Vestre Glittertindsoksle (2251 m) machen wollten. In der Zwischenzeit lag der Gipfel des Glittertinds schon eine Weile in den Wolken, und auch wir gingen nun im Nebel oberhalb entlang der Abbruchkante der Nordwand des Glittertind-Massivs hinüber zur Vestre Glittertindsoksle. Unterwegs mußten wir den oberen Teil des ... breens überqueren, doch da dies nur kürzere und spaltenfreie Gletscherstücke zwischen steinigem Terrain waren, nahm sich niemand Zeit, die Steigeisen herauszuholen (nicht alle hatten welche mit). Der Eispickel leistete allerdings gute Dienste, und auf einigen besonders eisigen Passagen würde das Ganze zu einem abenteuerlichen Schlittererlebnis. Auf dem westlichen Nebengipfel angekommen, lichtete sich die Wolkendecke so weit, daß man hinunter in den tiefen ... schauen konnte. Nach einer kurzen Pause ging es zurück zum markierten Weg, der von Spiterstulen heraufkommt, und auf diesem das letzte Stück zum Glittertind hinauf. Jetzt war es richtig ungemütlich geworden, Wind und Nebel machten den Aufenthalt auf 2400 m Höhe unangenehm. Auf der Westseite erreicht man den Gipfelgletscher erst wenige Meter vor dem Gipfel selber, und aus dem Nebel tauchten ständig entgegenkommende Wanderer auf. Einige in Turnschuhen, keiner mit Grödeln/Steigeisen oder Pickel. Dann kann es ja nicht so schlimm sein, dachten wir, doch die Überraschung war groß, als uns auf dem Gipfel das blanke Eis erwartete. Im Grunde hatten wir nach unserer Nachttour auf den Galdhøpiggen am Wochenende zuvor nichts anderes erwartet und waren entsprechend ausgerüstet, doch daß so viele (auch Familien mit Kindern) den Gipfel unter diesen Verhältnissen ohne Ausrüstung überquerten, erstaunte und erschreckte uns, denn dies grenzte an Unverantwortlichkeit. Die Spur im Eis war nur unzureichend getreten (wenn hier oben Schnee liegt, was normalerweise der Fall ist, tritt sich die Spur viel tiefer ein und ist dann auch unter kalten, sprich hartgefrorenen Verhältnissen ohne Steigeisen gut passierbar), und wir hielten an, damit diejenigen von uns, die Steigeisen oder Grödel mithatten, diese anlegen konnten. Zudem wurde ein Seil herausgeholt, so daß man sich zumindest daran festhalten konnte, falls einer der Gruppe ins Rutschen geraten würde. Weit sehen konnten wir nicht, und das war unter den herrschenden Verhältnissen vielleicht gut so. Sieht man nicht, wie weit man im Falle eines Falles rutschen würde, so geht man etwas entspannter. Östlich des Gipfels waren wir unsicher, ob wir der schlechten Spur am östlichen Vorgipfel vorbei folgen sollten, was steiler und eisiger war, oder über den Vorgipfel gehen sollten, wo noch ein wenig Schnee lag, der besseren Halt bot. Tor Harald, der Tourleiter, ging ein Stück voraus, um die Verhältnisse auf dem Vorgipfel zu studieren, und aufgrund der Ergebmisse seiner Erkundungen wählten wir den Weg über den Vorgipfel. Hier waren durch die enorme Schneearmut größere Gletscherspalten sichtbar geworden, die vorher "nie dagewesen waren". Der Schneebrücke am Übergang vom Gletscher zum festen Grund trauten wir nicht richtig, und mehrere von uns waren froh, sich am Seil festhalten zu können. Morten brach vor meinen Augen einmal plötzlich mit einem Bein ein, und heil wieder auf festem Grund angekommen, waren wir uns alle einig, daß unter diesen Verhältnissen der Glittertind nicht ohne Gletscherausrüstung begangen werden sollte, und wir wunderten uns, daß man die Leute auf den Hütten offensichtlich nicht darauf aufmerksam machte. Dies war die anspuchsvollste Besteigung/Überquerung des Glittertinds gewesen, die je einer unserer ziemlich großen Gruppe erfahrener Bergleute gemacht hatte (die wenigsten von uns waren hier zum ersten Mal). Bei früheren Besteigungen waren wir auf dem Rückweg dem (normalerweise schneebedeckten) Gletscher hinunter entlang des Glitterbekkens gefolgt, hatten diesen unten im Tal überquert und uns so den größten Teil des langen steinigen Abstieg erspart. Diesmal ging das nicht, denn der Gletscher war eine Eisbahn, und Morten hatte keine Steigeisen mit. Eigene Erlebnisse (Morten):
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