URANOSTIND - 2157 METER
Der Uranostind ist ein sehr schöner Gipfel, der ohne Zweifel zu den 10 schönsten in Jotunheimen gehört. Besonders von der Südseite sieht er toll aus, z.B. wenn man mit dem Auto von Tyin kommt. Mehr Bilder vom Uranostind finden Sie in der Uranostind - Fotogalerie #1 Aufstieg:
Alternativ kann man in das Urdadalsbandet hineinsteigen - entweder auf dem Weg
von Tyinholmen /
Eidsbugarden oder vom Koldedalen. (Man kann auf dem Wirtschaftsweg
ins Koldedalen bis zum Koldedalsvatnet hineinfahren, aber dieser ist stückweise in schlechtem Zustand
und wird nicht immer geräumt, so daß Schneeverwehungen bis weit in den Sommer
hinein liegen können.) Vom Nordende des Urdadalsvatnet schrägt man steil in
Richtung Einschnitt nördlich des Gipfels hinauf (an einigen Stellen kann
Steinschlag- bzw. Lawinengefahr bestehen). Ab dem Sattel des Einschnitts geht man weiter wie bei
der ersten Alternative beschrieben. Eigene Erlebnisse - Solotour über den Südrücken: (18.08.2002) Nach einer lange geplanten und leider
minder geglückten Klettertour im Hurrungane fühlte ich den starken
Bedarf, in dem schönen Wetter, welches schon so lange über
Südnorwegen gelegen hatte, bergtourtechnisch noch etwas auszurichten.
Nach einem ruhigen Samstag stellt ich den Wecker auf halb sechs. Der
Rucksack war schon fertig gepackt, und saß ich nach kurzer Zeit im Auto
in Richtung Tyin. Ich stellte das Auto auf dem kleinen
Parkplatz zweihundert Meter vor der Brücke über den schäumenden Flu
unterhalb des Raudehaugen (1270 moh) ab. Hier gibt es einen Schlagbaum,
der manchmal geschlossen und manchmal offen ist. Heute war er offen,
doch für mich hätte es keinen Sinn gehabt, weiter taleinwärts zu
fahren, denn der Wanderweg in Richtung Urdadalsvatnet beginnt direkt auf
der anderen Seite der Brücke. Nun schrägte ich oberhalb eines
Blockfeldes nordwestwärts überquerte einen Bach und kam in eine Senke
östlich der rostroten Anhöhe von 1450 mH. In die Senke hinein verlief
ein überraschend guter Pfad, und es ging weiter bergan in den
Einschnitt östlich der Anhöhe von 1487 mH, eingezeichnet auf der 1:50.000
Karte. Für kurze Augenblicke gaben die Wolken
den Südgipfel frei, den sie immer noch dünn umhüllten. Es war noch
reht weit bis da hinauf, und es sah steil und schmal dort oben
aus. Der Südrücken bis zum Südgipfel läßt sich
sehr gut gehen. Fester Felsen und stabile, leicht begehbare Steinblockfelder
wechseln sich ab. Auf knapp 1800 m Höhe flacht der Rücken etwas ab, und nach
einer kurzen flachen Partie wird er zu einem schmalen Grat. Nun wurde es
stellenweise notwendig, die Hände zu Hilfe zu nehmen, aber es war nicht
schwierig, und linker Hand ins Urdadalen hinunter war es nicht so steil. Ich
versuchte, mich etwas rechts hinaus in Richtung Uranosbreen zu halten, um mich
an die Luft unter mir zu gewöhnen, bevor später der wesentlich steilere
Rücken zum Hauptgipfel kam. Auf dem Südgipfel bekam ich zum ersten Mal den
gesamten Südgrat zum Hauptgipfel hin aus der Nähe zu sehen. Der sah heftig
aus! Ein scharfer Grat, an mehreren Stellen mit steilen, rötlichen, glatten
Felsschrägen, die rechter Hand in den Abgrund zum Gletscher hinunter mündeten.
Ich blieb nicht länger auf dem Südgipfel, sondern ging gespannt weiter zu dem
Grat, der im Norden wartete. Nun war es an der Zeit, die rund 150 Höhenmeter
zum Uranostind Hauptgipfel in Angriff zu nehmen. Zuerst gab es ein kurzes Stück
mit leichtem Klettern auf einem kurzen, schmalen und ausgesetzen Grat, bis ich
zu einem senkrechten Felsstück kam, welches ich umging, indem ich mich auf
einer kleinen Galerie unter einem Überhang zusammenkroch. Diese Partie hätte
man nochmals weiter links umgehen können, doch das sah anstrengend aus. Danach
kam wieder ein steiles, anstehendes Felsstück, das nicht besonders ausgesetzt
war und gute Griffe bot. Das nächste Ziel der Nordgipfel oder
Slingsbytind, lag in der Sonne gebadet vor mir, während Nebelwolken den
Hauptgipfel einhüllten. Der Geröllhang hinunter zum Fuß des Nordgipfels war
lang, doch zum Schluß kam ich im Sattel an. Links von mir gab es nur Steine,
Steine und noch mehr Steine; kein einziges Altschneefeld hatte überlebt. Rechts
sah man deutlich, wie der Gletscher sich weiter und weiter von der Sattelkante
zurückzieht. Auch ganz oben in Richtung Uranosrücken, normalerweise das
Zuwachsgebit des Gletschers, schaute das reine Blaueis zwischen den Schneeresten
hervor. Ich folgte der Galerie auf festem, roten Fels mit unglaublich gutem Halt für die Schuhsohlen und mußte zum Schluß nochmal etwas bergan, um einen steilen Abgrundauf der Rechten Seite zu umgehen. Etwa bei der Höhe 1487 kam ich auf den Rücken und weiter hinunter in den Talkessel östlich desselben. Nach einer leichten Transportetappe auf guten Wegen war ich zurück am Koldedalsvatnet. Die Sonne schien und ließ das Wasser milchgrün leuchten, während sich auf der anderen Seeseite der Hjelledalstinden und der Falketinden majestätisch erhoben. Ich setzte mich ins Gras und genoß die schöne Aussicht, bevor ich 200 Meter später das Auto erreichte. Insgesamt war ich etwas über 7 Stunden unterwegs gewesen, und wäre nicht der kalte Wind gewesen, hätte ich mir mehr Zeit genommen. Eigene Erlebnisse - Via der Westflanke zum Hauptgipfel. September 1997 Es war der letzte Tag im September. 1997 war ein selten schöner Sommer gewesen, und nun war es ein genau so schöner Herbst. Auch an diesem Samstag sah es aus, als würde das Wetter uns (meinen Bruder Tor Erik und mich, Morten) anlachen. Als wir westlich in Richtung Tyin fuhren, gab es keine einzige Wolke am Himmel. Wir stellten das Auto an der Grenze zum Naturschutzgebiet ab, wo der Wirtschaftweg von Tyinhilmen zum Koldedalen gesperrt war. Wir folgten dem Weg von Raudehøgden nordwärts entlang des Urdadalsvatnet bis zu dessen Nordende. Hier machten wir Pause und studierten die Aufstiegsmöglichkeiten auf der Karte. Nachdem ich einmal direkt südlich vor dem Südgipfel umkehren mußte, wollten wir diesmal einen anderen Weg ausprobieren. Wir schrägten entlang der Westflanke aufwärts zum Einschnitt nördlich des Gipfels. Nach und nach, indem wir an Höhe gewannen, wurde es steiler. Spuren im Schnee zeugten von Steinschlägen, welche hier niedergegangen waren. Die Sonne stieg immer höher und es wurde überraschend warm für so spät im Jahr. Man konnte deutlich das Schmelzwasser, welches die Westseite des Gipfels hinablief, hören. Bald konnten wir im T-Shirt gehen. Nachdem wir im Einschnitt abgebogen und südlich auf dem breiten Rücken aufgestiegen waren, kam der Übergang zu dem exponierten und schmalen Gipfelgrat sehr überraschend und plötzlich, und ich brauchte ein paar Minuten Akklimatisierung, bevor ich mich mit der Höhe anfreunden konnte. Vorsichtig gingen wir im Schnee hinüber zum Gipfel und an ihm vorbei zur Südseite des Gipfelgrates, wo wir kurzärmelig am letzten Septembertag in 2150 m Höhe unseren Proviant genießen konnten. So etwas erlebt man nicht so oft! Zurück ging es dann weit weniger zögerlich als vorher über den Gipfelgrat. Weiter unten auf ca. 1550 Meter Höhe folgten wir dem galerieähnlichen Absatz, der sich entlang der Westflanke des Berges erstreckt, südwärts, und kamen am Anfang des Südrückens unten an. Bald erreichten wir wieder den Weg zum Koldedalen und es dauerte nicht lange, bis wir das Auto wiedersahen.
URANOSTIND S2 - 2048 METERGipfel auf dem Uranosrücken ca. 1 km südlich des Hauptgipfels.
Erstbestiegen in 1896. Wird entweder über den Südrücken des Uranostindmassivs
(wird sehr steil und exponiert zum Gipfel hin) oder über die steile westliche
Bergwand und den Einschnitt zwischen Uranostinden S1 und S2 bestiegen. Siehe auch einen Tourbericht von der Traverse über den gesamten Rücken.
URANOSTIND S1 - 2037 METERKleiner Gipfel auf dem Südrücken des Uranostinds. Schwer
zugänglich, entweder durch Klettern vom Uranostind herunter oder steil (ebenfalls
klettern) vom Einschnitt zwischen Uranostind S2 und S1 aus. Man kann auch
vom Urdadalsbandet aus zum Einschnitt zwischen S1 und S2 gelangen, aber auch das
ist sehr steil. Siehe auch einen Tourbericht von der Traverse über den gesamten Rücken.
SLINGSBYTINDEN (URANOSTINDEN N) - 2026 METERGipfelpunkt nördlich auf dem Uranosrücken, ca. 1 km nördlich bis
nordwestlich des Hauptgipfels.
Erstbestiegen 1876 durch Slingsby. Kann einfach aus dem Einschnitt
zum Uranostind (siehe Uranostinden)
von Süden, oder aus Nordwesten, z.B. von Skogadalsbøen
aus, über die Urdanosi (1900 m) bestiegen werden. Siehe auch einen Tourbericht von der Traverse über den gesamten Rücken.
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