| KARTE | GLITTERTINDEN BLATT 1618 III |
| KARTENREFERENZ | MP765 354 |
| ERSTBESTEIGUNG | 1841 (WERGELAND / SLETTEN) |
| SCHWIERIGKEITSGRAD | LEICHT |
| LANDKREIS | LOM |
Der Glittertind ist Norwegens zweithöchster Gipfel. Er hat eine
Felshöhe von 2452 m ist von einer Eichwächte bedeckt (sehr gut
auf dem Bild zu sehen), mit deren Dicke er momentan 2464 m mißt, was als offizielle Höhe
angegeben wird.
Über eine lange Zeit, als er mit Eiskappe noch 2472 m maß, revalisierte er mit
dem Galdhøpiggen (2469 m) darum,
der höchste Berg des Landes zu sein, doch diesen Wettstreit hat er nun durch
Abschmelzen und Dünnerwerden des Gipfelgletschers endgültig verloren. Trotzdem ist er ein sehr
attraktiver Gipfel mit weitem Panoramablick (nicht so weit wie vom
Galdhøpiggen, aber abwechslungreicher), was an der Einzellage am Nordrand des
Jotunheimengebirges liegt, wo keine anderen ähnlich hohen Gipfel die Aussicht
sperren. Er ist leicht zu besteigen, und die beiden leichtesten Routen beginnen
in Glitterheim und Spiterstulen.
Zweimal gab eine kleine Hütte oben am Gipfel, aber beide wurden weggeblasen,
und heute gibt es keine mehr. Der Glittertind liegt in der Nordostecke von Jotunheimen,
welche deutlich weniger Niederschlag abbekommt als der westliche Teil. Deshalb
liegen die Gletscherzungen hier in größeren Höhen als sonst im Jotunheimen.
Aufstieg:
Von Glitterheim (1384 m) sind es etwa 5-6 Stunden Gesamtgehzeit hin und
zurück.
Relativ deutlich mit Steinmännchen markiert geht der Pfad von der Nordseite
der Hütte ziemlich direkt in Richtung Gipfel. Die Route ist nicht steil, aber
es geht fast 7 Kilometer mehr oder weniger ununterbrochen bergauf, und das
fordert Kalorien (es sollen ja immerhin über 1000 Höhenmeter überwunden
werden). Auf Höhe 2000 bis 2200 m (abhängig von wie früh oder spät im Sommer
man geht) erreicht man in der Regel den dauerhaften Schnee. Das
letzte Stück führt über den Gletscher, welcher den Gipfel bedeckt.
Bitte beachten Sie, daß in warmen Sommern der Schnee auf dem Gletscher schmilzt
und das Blaueis aufgedeckt wird, so daß es ein Vorteil sein kann, mit Steigeisen
zu gehen. Auch nach kalten Nächten, wenn der Firn sehr hart und glatt ist,
sollten Sie sehr vorsichtig sein, denn wenn man einmal rutscht, rutscht man
weit. Gehen Sie auch nicht zu dicht am Gletscherrand oben am Gipfel, denn dies
ist ein Überhang. Der Glitterbreen kann Spalten haben. Hier ist
es am sichersten, nicht zu weit nördlich zu gehen, sondern sich dicht an den
markierten Pfad zu halten.
Wenn Sie auf dem Rückweg die Knie schonen möchten, können Sie, sofern genug
Schnee liegt, runterzu
ein bißchen weiter westlich gehen, zuerst auf dem Glitterbreen und dann in der
altschneegefüllten Senke, welche deutlich sichtbar einen knappen Kilometer
westlich parallel zum Hauptpfad abwärts führt. Schließlich folgt man dem
Glitterbekken (=Glitterbach) am Westrand bis kurz vor dem Steinbuvatnet
hinunter, überquert ihn dort und folgt dem Seeufer bis kurz vor Glitterheim.
Insgesamt sollte man für eine Besteigung ab Glitterheim 5-6 Stunden (ohne
Pausen) rechnen.
Tip: Wenn Sie Fahrräder mithaben, können Sie mit dem Auto bis zur
Nationalparkgrenze in das Veodalen hineinfahren (gebührenpflichtige
Schotterstraße, oft in nicht allzu guter Verfassung), und die letzten 7-8 Kilometer
nach Glitterheim per Fahrrad zurücklegen (hoch etwa 45 Minuten, runter 30
Minuten). Damit sparen Sie
sich 16 km Gehstrecke und machen die Besteigung zu einer wunderschönen und
varierten Tagestour.
Von Spiterstulen:
Dieser Aufstieg ist wesentlich länger und auch steiler als die Route von Glitterheim,
11-12 Kilometer pro Weg, und fast 300 zusätzliche Höhenmeter. Man kann aber im
Gegensatz zu Glitterheim ganz bis zum Ausgangspunkt der Wanderung in
Spiterstulen mit dem Auto fahren (Mautstraße, Gebühr
2000 NOK 50,-), und man
kann außerdem jede Strecke um einen Kilometer abkürzen, wenn man dort einen Parkplatz
findet, wo der Wanderweg von der Straße abzweigt (statt
bei Spiterstulen zu parken und zurücklaufen zu müssen).
Von Spiterstulen folgt man zuerst der Straße ungefähr einen Kilometer zurück,
bevor man nach rechts abbiegt. Die ersten 300 Höhenmeter geht es recht steil
bergan. Bald erreicht man eine Abzwiegung, wo der rechte Pfad nach Glitterheim
südlich an der Ryggehø vorbei und über den Veslgluppaß (ca.
1662 m) führt. Die linke Abzweigung (unsere) führt zuerst im Steindalen hinauf
und dann sehr steil auf das Glittertindmassiv hinauf (im Frühsommer
schneebedeckt, vorsichtig sein!). Zum Schluß wird es wieder etwas flacher. Den letzten halben Kilometer geht man auf dem
Gipfelgletscher entlang der steil abfallenden Nordwand (mit einigen Metern
Sicherheitsabstand zur Schneewächte und dem Abgrund).
Geht man zurück nach Spiterstulen, sollte man insgesamt 7-9 Stunden veranschlagen,
während man für die Strecke nach Glitterheim insgesamt rund 7 Stunden benötigt.
Alternative Wege (unmarkierte Wege, teilweise nur für
Wanderer mit viel Erfahrung):
Sehr schön, aber anstrengend ist der Weg von Glitterheim zuerst
über die Ryggehø (2142 m) , und dann über die Glitter
Rundhøi (2089 m), bevor man die Rundtour mit dem Glittertind und dem
normalen Weg nach Glitterheim zurück komplettiert.
Man kann auch vom Visdalen aus über die Vestre Glitteroksle oder durch den
Trollsteinkvolven über den Östlichen Grjotbree gehen (nur wenn man die nötige
Gletschererfahrung hat).
Für Kletterer kann die Nordwand, welchre erst erst 1966 erstbegangen wurde,
eine Herausforderung sein.
Eigene Erlebnisse 1) - Traumtag auf dem Gipfel - August 99
Es war ein selten schöner Tag Anfang August 99. Wir
hatten uns diesmal für den Glittertind entschieden. Die Fahrräder hinten ins
Auto gepackt und los ging die Fahrt von Fagernes über die Glitterheimstraße (siehe Bild
unten) ins Veotal hinein bis zur Nationalparkgrenze. Hier muß man
das Auto stehen lassen und die 8 km nach Glitterheim entweder laufen oder
radfahren. Der Parkplatz war an diesem schönen Vormittag bereits recht voll.
Die Wanderer zu Fuß blickten uns neidisch hinterher, als wir einem nach dem
anderen überholten.
Eine
halbe Stunde später genossen wir draußen hinter der Glitterheim-Hütte ein
frühes Lunch, und gingen gemäßtigten Tempos bequem zum Gipfel hinauf, machten
viele Fotos, und hatten eine schöne lange Pause am Rand des Gråsubreen auf
2200 Meter Höhe. Da wir etwas versteckt hinter einem niedrigen Steinwall
saßen, kam uns eine große Rentierherde (
)
entgegen, welche uns erst entdeckte, als sie weniger als 100 Meter von uns
entfernt war. Das war ein tolles Erlebnis, die scheuen Tiere so nah zu sehen!
Wir waren an diesem Tag natürlich nicht allein auf dem Gipfel, aber das hat
nicht weiter gestört. Der Blick war traumhaft, und es war warm und windstill.
Runterzu sind wir in südlicher Richtung vom der Weg abgebogen, und westlich
desselben bis fast bis auf 1600 Meter Höhe im Schnee hinunter gegangen und
teilweise gerutscht. Für den ganzen Rückweg haben wir nur eine gute Stunde
gebraucht, und wir haben uns gar nicht beeilt.
Eigene Erlebnisse 2) - Nächtliche Besteigung zum Sonnenaufgang - Juli 01 (eigene Bildergalerie siehe hier)
Mortens Traum war schon recht lange eine Besteigung
des Glittertinds mit Skiern in einer der hellen Frühsommernächte. Es war zwar
schon Anfang Juli, als wir diesen Traum endlich realisierten, aber die Nacht war
dafür ganz besonders schön. Zu den Fahrrädern und Rucksäcken kamen diesmal
noch die Skier in den Kofferraum. Am 05.07.01 etwa um 23.45 Uhr radelten wir mit
Rucksäcken und Skiern auf dem Rücken von der Schranke an der
Nationalparkgrenze in Richtung Glitterheim los. Es war eine warme Sommernacht,
und wir kamen ganz schön ins Schwitzen. Darüberhinaus waren die Skier am
Rucksack für mich sehr ungewohnt, und so brauchten wir fast eine volle Stunde,
bis wir endlich Glitterheim erreichten.
Alles schlief, und es herrschte eine märchenhafte Stille. Der Frieden wurde nur
durch Horden besonders großer und angriffslustiger Mücken gestört, die uns
bis auf sage und schreibe 1800 m Höhe hinaufverfolgten. Wir hatten damit
gerechnet, ziemlich bald die Skier anschnallen zu können, mußten aber
enttäuscht feststellen, daß dies erst ab etwa der genannten Höhe möglich
war. Dadurch dauerte der Aufstieg länger als wir dachten.
Unterwegs erlebten wir ein rosa-violettes Farbenspektrum am wolkenlosen
Südhimmel über den spitzen Veotindane und dem Veobreen, in dem schon kurz
oberhalb von Glitterheim der dunkelgelbe, unwirklich intensiv leuchtende
Vollmond aufging. Es war eine regelrechte "Huldrenacht", und sicher
die schönste, die wir hätten erwischen können. Im Norden färbte sich der
Dunst, der dort über den Bergen hing, bald orange, und um 03.45 Uhr erlebten
wir kurz unter dem Gipfel den Sonnenaufgang. Langsam wurde die Schneewächte auf
dem Gipfel und nach und nach auch die niedrigeren Veotindane und die gesamte
umliegende Bergwelt in goldgelbes Sonnenlicht getaucht.
Wir blieben bis etwa 05.00 Uhr oben im Bereich des Gipfels und schossen Fotos.
Die Abfahrt dauerte dann ebenfalls länger als gedacht, denn der unregelmäßige,
harte Firn war keine ideelle Unterlage für eine rasante Abfahrt und forderte
alle Anstrengung und Kräfte, die die kaputten Beine noch leisten konnten. Bald
trugen wir deshalb die Skier, weil es schneller ging. Unten am Grund der
Talsenke half uns eine Schneebrücke über den Glitterbekken, der jetzt während
der Schneeschmelze ein reißender Gebirgsfluß war.
Um 07.00 Uhr waren wir wieder unten an der Hütte, und wir waren ordentlich
geschafft. Noch immer war alles genau so still und friedlich wie um
Mitternacht. Auf der ganzen Tour sahen wir keine Menschenseele, denn auch die
Wohnmobilisten auf dem Parkplatz an der Nationalparkgrenze schliefen noch, als
wir eine gute halbe Stunde später wieder am Auto auftauchten. Der folgende Tag
auf der Arbeit war schwer, und der Tag wirkte ewig lang - kein Wunder,
schließlich hatten wir ja zu Arbeitsbeginn bereits eine volle Tagestour hinter
uns - aber diese Tour wird uns lange in Erinnerung bleiben als eine der
allerschönsten, die wir je zusammen erlebt haben.
Eigene Erlebnisse 3): Ryggehø - Glittertind 10.08.02
Am Wochenende 09.-11.08.02 hatte der Valdres Tur og Fjellsportlag (Valdres
Wander- und Bergsportverein) eine Gemeinschaftstour nach Glitterheim arrangiert.
Auf dem Plan stand u.a. eine Rundwanderung über die Ryggehø und den
Glittertind.
Zusammen waren wir bereits zweimal vorher auf dem Glittertind gewesen (Tourartikel siehe oben), beide Male bei strahlendstem Wetter (einmal als Tagestour, einmal als Sonnenaufgangstour, unsere bisher schönste Bergtour jemals), und beide Male von Glitterheim aus (man fährt als Valdriser nicht bis nach Spiterstulen, um auf den Glittertind zu gehen, wenn man Glitterheim im Vergleich dazu beinahe vor der Nase hat).
Es war für uns also unsere dritte gemeinsame Besteigung von Norwegens zweithöchstem Berg, aber diesmal sollte es also über die Ryggehø gehen, was eine abwechslungsreichere Rundwanderung mit einem höheren Konditionsanspruch als eine Nur-Besteigung des Glittertinds darstellt. Nicht nur die Tour an sich, sondern auch das Wetter und nicht zuletzt die Verhältnisse am Berg wurden abwechslungsreicher und abenteuerlicher als bei unseren zuvorigen Eroberungen des Glittertinds.
Um 09.00 Uhr morgens brach eine ca. 14 Mann große Gruppe, darunter wir selber, bei Sonnenschein in kurzen Hosen und T-Shirts von Glitterheim auf. Der Glitterbekken wurde am Ausfluß aus dem Nedre Steinbuvatnet überquert, und dann ging es zuerst weniger steil, dann steiler zum Südrücken der Ryggehø hinauf. Als wir das steilste Stück hinter uns hatten, wurde eine längere Pause eingelegt, die auch als Umkleidepause genutzt wurde, denn zwischenzeitlich war es merklich bewölkter und kühler geworden. Lange Hosen und Pullover wurden herausgeholt und Jacken übergezogen. Hinüber zum Fuß des selbigen Gipfels der Ryggehø ging es über relativ flache Blockfelder, bevor die letzten Höhenmeter zu Gipfel in einem wieder etwas steilerem Ansteig bewältigt wurden. Hier wurde der Rücken ziemlich schmal (aber nicht schwierig oder ausgesetzt), und vor allem nach Süden hin fällt der Berg jäh ab. Die Aussicht vom Gipfel nach Süden in das Veotal ist viel späktakulärer als vom Glittertind, weil von diesem aus die Ryggehø im Wege liegt. Dementsprechend ist die Aussicht vom Glittertind nach Norden schöner, weil von der Ryggehø diese vom Glittertind versperrt wird.
Wir blieben einige Minuten auf dem Gipfel der Ryggehø, Fotos wurden gemacht, und dann ging es auf der anderen Seite hinunter zum Sattel in Richtung Glitter Rundhøi (2089 m), den gut über die Hälfte der Gruppe "bei der Gelegenheit" auch noch mitnahmen. Morten war hier schon gewesen, und mich reizte dieser nichtssagende, flache Pfannkuchen weniger, also gingen wir mit einigen anderen bereits in langsamen Tempo weiter, wieder bergan, in Richtung Glittertind. Wir hielten uns westlich des Gipfels, weil wir noch einen Abstecher zur Vestre Glittertindsoksle (2251 m) machen wollten.
In der Zwischenzeit lag der Gipfel des Glittertinds schon eine Weile in den Wolken, und auch wir gingen nun im Nebel oberhalb entlang der Abbruchkante der Nordwand des Glittertind-Massivs hinüber zur Vestre Glittertindsoksle. Unterwegs mußten wir zwei kleinere Schnee-/Eisflächen überqueren, doch da dies nur kürzere und spaltenfreie Gletscherstücke zwischen steinigem Terrain waren, nahm sich niemand Zeit, die Steigeisen herauszuholen (nicht alle hatten welche mit). Der Eispickel leistete allerdings gute Dienste, und auf einigen besonders eisigen Passagen würde das Ganze zu einem abenteuerlichen Schlittererlebnis. Auf dem westlichen Nebengipfel angekommen, lichtete sich die Wolkendecke so weit, daß man hinunter zu dem im Kessel liegenden Grjotbreen schauen konnte.
Nach einer kurzen Pause ging es zurück zum markierten Weg, der von Spiterstulen heraufkommt, und auf diesem das letzte Stück zum Glittertind hinauf. Jetzt war es richtig ungemütlich geworden, Wind und Nebel machten den Aufenthalt auf 2400 m Höhe unangenehm. Auf der Westseite erreicht man den Gipfelgletscher erst wenige Meter vor dem Gipfel selber, und aus dem Nebel tauchten ständig entgegenkommende Wanderer auf. Einige in Turnschuhen, keiner mit Grödeln/Steigeisen oder Pickel. Dann kann es ja nicht so schlimm sein, dachten wir, doch die Überraschung war groß, als uns auf dem Gipfel das blanke Eis erwartete. Im Grunde hatten wir nach unserer Nachttour auf den Galdhøpiggen am Wochenende zuvor nichts anderes erwartet und waren entsprechend ausgerüstet, doch daß so viele (auch Familien mit Kindern) den Gipfel unter diesen Verhältnissen ohne Ausrüstung überquerten, erstaunte und erschreckte uns, denn dies grenzte an Unverantwortlichkeit. Die Spur im Eis war nur unzureichend getreten (wenn hier oben Schnee liegt, was normalerweise der Fall ist, tritt sich die Spur viel tiefer ein und ist dann auch unter kalten, sprich hartgefrorenen Verhältnissen ohne Steigeisen gut passierbar), und wir hielten an, damit diejenigen von uns, die Steigeisen oder Grödel mithatten, diese anlegen konnten. Zudem wurde ein Seil herausgeholt, so daß man sich zumindest daran festhalten konnte, falls einer der Gruppe ins Rutschen geraten würde. Weit sehen konnten wir nicht, und das war unter den herrschenden Verhältnissen vielleicht gut so. Sieht man nicht, wie weit man im Falle eines Falles rutschen würde, so geht man etwas entspannter. Östlich des Gipfels waren wir unsicher, ob wir der schlechten Spur am östlichen Vorgipfel vorbei folgen sollten, was steiler und eisiger war, oder über den Vorgipfel gehen sollten, wo noch ein wenig Schnee lag, der besseren Halt bot. Tor Harald, der Tourleiter, ging ein Stück voraus, um die Verhältnisse auf dem Vorgipfel zu studieren, und aufgrund der Ergebmisse seiner Erkundungen wählten wir den Weg über den Vorgipfel. Hier waren durch die enorme Schneearmut größere Gletscherspalten sichtbar geworden, die vorher "nie dagewesen waren". Der Schneebrücke am Übergang vom Gletscher zum festen Grund trauten wir nicht richtig, und mehrere von uns waren froh, sich am Seil festhalten zu können. Morten brach vor meinen Augen einmal plötzlich mit einem Bein ein, und heil wieder auf festem Grund angekommen, waren wir uns alle einig, daß unter diesen Verhältnissen der Glittertind nicht ohne Gletscherausrüstung begangen werden sollte, und wir wunderten uns, daß man die Leute auf den Hütten offensichtlich nicht darauf aufmerksam machte. Dies war die anspuchsvollste Besteigung/Überquerung des Glittertinds gewesen, die je einer unserer ziemlich großen Gruppe erfahrener Bergleute gemacht hatte (die wenigsten von uns waren hier zum ersten Mal).
Bei früheren Besteigungen waren wir auf dem Rückweg dem (normalerweise
schneebedeckten) Gletscher hinunter entlang des Glitterbekkens
gefolgt, hatten diesen unten im Tal überquert und uns so den größten Teil des
langen steinigen Abstieg erspart. Diesmal ging das nicht, denn der Gletscher war
eine Eisbahn, und Morten hatte keine Steigeisen mit.
Während ein Teil der Gruppe der Vollständigkeit halber auch noch einen
Abstecher zur Østre Glittertindsoksle (2260 m) einlegte, auf der Morten jedoch
bereits gewesen war, machten wir uns an den Abstieg. Wir versuchten, die gut
tausend Höhenmeter möglichst langsam und knieschonend hinter uns zu bringen,
und kamen nach 10 Stunden ziemlich kaputt in Glitterheim an. Herrlich, nach
einem warmen Essen in den warmen Schalfsack kriechen und die müden Glieder
ausruhen zu können!
Ein unauffälliger Gipfel einen Kilometer nordöstlich des
Glittertind. Leicht erreichbar von Trollsteinkvolven (aus
Nordost). Man kann
ihn auch leicht vom Glittertindpfad (in ca. 2280 m
Höhe) aus erreichen, indem
man östlich vom Glittertind nach Norden abbiegt und einen knapp 1km langen
Abstecher über den Gråsubreen macht (der Gletscher hat hier wenig Spalten, die
im Grunde nicht sichtbar sind,
aber man geht immer auf eigene Gefahr und muß die Gefahr selbst einschätzen).
Einige hundert Meter weiter westlich in Richtung Grotjuvbreen gibt es einige
deutliche Spalten, und an der Südkante des Gråsubreen gibt es östlich der auf
der Karte mit 2275 m markierten Höhe eine breite Spalte zwischen Gletscher und
Felsen.
Der Primärfaktor des
Gipfels ist 40 Meter.
Ein unauffälliger Gipfel ca. 2 Kilometer nordwestlich des Glittertind. Leicht erreichbar vom Visdalen (von Westen) oder vom Glittertind aus entlang der nordwestlichen Bergkante. Der Primärfaktor des Gipfels ist 20 Meter.
Kleinerer, runder Gipfel etwa 2 Kilometer südwestlich des Glittertind. Leicht erreichbar von Spiterstulen, vom Glittertind, oder von der Rygghø aus. Mann kann auch von Glitterheim aus eine schöne Rundtour gehen, auf der man Rygghø, Glitter Rundhøi und Glittertind besteigt (7-9 Stunden Gehzeit). Der Primärfaktor des Gipfels ist 35 Meter.