STORE SKAGASTØLSTIND -
2405 METER

Bilderserie
vom Store
Skagastølstind
Tourbericht von Ole-Petter Andersen
Ab 25. Juni bietet Turtagrø
føring tägliche Führungen zum Gipfel an. Klicken Sie
auf den Link für mehr Information.
Obwohl der Galdhøpiggen
und
der Glittertind
die beiden bekanntesten Berge Norwegens sind, gibt es wohl keinen Zweifel
darüber, daß auch der dritthöchste Berg des Landes, der Store Skagstølstind, der oft
nur "Storen" (= Der Große) genannt wird, auch außerhalb des Klettermilieus
international ziemlich
gut bekannt ist. Im Gegensatz zu den beiden höchsten, oben genannten Bergen ist
der Store Skagastølstind ein recht anspruchsvoller Gipfel, wo selbst die
einfachsten Routen moderates Klettern mit Sicherheitsausrüstung erfordern. Wenn
man keine Erfahrung mit Sichern und Kletterausrüstung hat, empfehlen wir
denjenigen, die hinaufmöchten, eine geführte Klettertour zum Gipfel (z.B.
mit Turtagrø
føring).
Benutzen Sie bei der Besteigung grundsätzlich einen Helm und seien Sie sich
jederzeit der Steinschlaggefahr bewußt. Von der Hütte auf dem Bandet (Skagastølsbu) ist die Besteigung eine schöne Tagestour, während sie von
Turtagrø aus nur Bergsteigern mit sehr guter Kondition empfohlen werden kann.
Aufstieg:
Von Skagastølsbu:
(a) Von Turtagrø ist es eine 2-3 stündige Wanderung (siehe
JS45)
hinauf nach Skagastølsbu, welches oben auf dem Bandet (Sattel)
zwischen dem "Storen"
und dem Søre
Dyrhaugstind (2072 m) liegt. Die Route von der Hütte führt ein
Stück auf dem Bergrücken in Richtung Skagastølsbreen (mit Steinmännchen
markiert). Wenn man sich dem Gipfelmonolithen nähert, schrägt man etwas
ostwärts (nach rechts) zur sog. "hjørnet"
(Ecke), welche gute 100
Höhenmeter unter dem Gipfel liegt. Diese "hjørnet" darf man nicht
mit einer ähnlichen Ecke etwas weiter unten verwechseln, die "falske
hjørnet" (falsche Ecke) genannt wird, sicher weil hier manch einer falsch
gegangen ist. Von der Ecke aus zum Gipfel hin sollte man sich sichern. Die
Route von hier aus folgt einer schmalen Galerie in der Ostwand über dem Slingsbybreen und
über zwei steile, glattgeschliffene Felspartien zu einem markierten Absatz.
Hier beginnt die sog. Heftye's Rinne. Sie beginnt zwei Meter über dem Absatz,
und der eine oder andere benötigt sicher eine Stütze von unten, um sie zu
erreichen. Weiter folgt man einem Band in einem Abhang hoch in Richtung des
südlichen Nebengipfels. Die Heftye's Rinne ist vom Klettergrad
4+.
(b) Alternativ zur Heftye's Rinne kann man sich, statt rechts
auswärts zur "hjørnet" zu gehen, weiter links halten und in der
markierten Rinne zwischen Neben- (rechts) und Hauptgipfel
(links) aufsteigen.
Dies ist eine exponierte Route, klettertechnisch aber etwas einfacher als die
Heftye's Rinne: Grad
3+. Hier hoch sind es ca. 3-4 Seillängen mit Klettern.
(c) Vom Bandet aus kann anstatt den am häufigsten benutzen
Weges über den Südrücken zu benutzen auch etwas abwärts in Richtung
Midtmaradalen und ostwärts in einer markierten Galerie, der sog. "Berges
Chausée", in Richtung Slingsbybreen gehen. Weiter geht man auf dem
Gletscher aufwärts, wofür man Gletschererfahrung und die nötige
Sicherheitsausrüstung braucht. Ganz oben ist der Gletscher etwas abgesschmolzen
und es ist eine tiefer Bergschrund entstanden, der u.U. große Schwierigkeiten
bereiten kann. Oben im "Mohns skard" (Mohns
Einschnitt)
folgt man dem Nordrücken, evtl. ein Stück auswärts zur Nordwestwand, hoch zum
Gipfel. Das letzte Stück führt über den schmalen, exponierten Gipfelgrat.
Diese Route wählte William Cecil Slingsby, als er 1876 den Gipfel
erstbestieg.
Skagastølstraverse:
Die Traverse über alle Skagestølstinder ist ein Klssiker des
Bergsportmilieus. Man startet in Turtagrø, und ab der Hütte des Gipfelclubs
("Tindeklubb") geht man ein Stück ostwärts bis man oben in dem
steilen Geröllfeld nordwestlich des Nordre
Skagastølstind (2167 m) angelangt ist. In diesem steigt man zum
Gipfel auf, bevor es nun beträchtlich schmaler wird. Hinüber zum Skagastølsnebbet
(2222 m) geht es verhältnismäßig gut. Auf dem Weg weiter kommt
man nun zu dem bekannten V-Einschnitt, dem "V-skardet", welcher
Klettern des Grades
3+ verlangt, bevor man den Midtre
Skagastølstind (2284 m) erreicht. Nun muß man Halls Hammer
passieren und kommt als nächstes auf den Vetle Skagastølstind (2340
m). Von hier aus geht es steil in den Mohns skard hinunter und
weiter auf den "Storen" wie oben unter (c) beschrieben.
Tourbericht von Ole-Petter Andersen:
"Per Anhalter" und mit "Spannung" auf den Store Skagastølstind
"Aufwärmübung" Austabottinden
1995 gab es um den Monatswechsel Juli-August im westlichen Jotunheimen einige Tage mit fantastischem Wetter. Für mich war Hurrungane ein jungfäuliches Gebiet, welches ich mir mit Respekt vor alpinen Gipfeln "aufgehoben" hatte. Als mein kleiner weißer Opel sich die Serpentinen zum Berdalsbandet
(höchster Punkt der Mautstraße Årdal-Turtagrø) hinaufschraubte und der Store Austabottind sichtbar wurde, gab es großen Jubel im Auto, obwohl ich mutterseelenallein war. Wie üblich hatte ich kurzfristig niemanden für eine Bergtour begeistern können, hatte aber gelesen, daß der Austabottinden bei trockenem Wetter für bergerfahrene Leute machbar sei. Bergerfahren, ich? Ich war mir nicht sicher, meinte aber, daß 50 2000er und etwas Klettererfahrung innerhalb der letzten 4 Jahre zu diesem Titel qualifieren sollten.
Über die Tour zum Austanbottinden will ich hier nichts weiter erzählen als daß der Berg bei trockenen Verhältnissen herrlich und der exponierteste Gipfel war, den ich bis dahin im Alleingang erklommen hatte. Nach 4,5 Stunden in Joggingschuhen war ich wieder beim Auto, überzeugt, mich als bergerfahren bezeichnen zu dürfen. Und weil die Wettervorhersage für den nächsten Tag wieder allerschönstes Wetter versprach, kam mir spontan ein origineller Gedanke: ich würde versuchen den Store Skagastølstind zu besteigen, und mich ab "der Ecke" "per Anhalter" einem Seiltrupp anschließen!
(Bei schönem Wetter kann man im Sommer eigentlich immer davon ausgehen, hier am populärsten und berühmtesten Klettergipfel des Landes auf einen Klettertrupp zu stoßen.)
Die Weiterfahrt in Richtung Turtagrø offenbarte ein wildes Gebirgsszenario mit vielen zukünftigen Bergtouren. Es war deshalb nicht leicht, bei Skardstølen ins Zelt zu kriechen, denn die Spannung war groß: Würde ich einen Klettertrupp treffen, der bereit war, mich mitzunehmen? Würde ich an der "Ecke" einen Höhenkoller bekommen? Ein kräftiges Gewitter ließ mich nicht besser schlafen...
Eine nette Bekanntschaft
Ich war bereits um 04.00 Uhr hellwach und dachte, ich könne genausogut vor dem Frühstück schon bis zur Hütte auf dem Bandet gehen. Eine Stunde später war ich unterwegs. Ins Skagadalen hinein war es kühl, aber tolles Wetter - schade, daß ich den ganzen Weg im Schatten ging. Der Skardstølsbreen ließ sich leicht passieren, doch die Schneebrücke über den breiten Bergschrund am Bandet sah ziemlich gebrechlich aus. Ich beeilte mich ängtlich hinüber, mutterseelenallein.
Ich erreichte 1750 m Höhe und die Hütte auf dem bandet um 08.00 Uhr in herrlichem Sonnenschein, und - da kamen doch glatt ein paar Kletterer aus der Hütte heraus. Ich unterhielt mich respektvoll mit ihnen, denn sie hatten massenhaft "Eisen" dabei und alpine Erfahrungen von einer ganz anderen Welt dazu, doch leider wollten sie nicht auf den "Storen". Ihr Ziel war, eine Eisrinne zum Midtmaradalsryggen hinaufzuklettern, die - als ich sie sah - meine Psyche gan schön herausforderte. Meiner Meinung nach war eine solche Routenwahl die schiere Unmöglichkeit. Also aß ich in tiefer Verwunderung an der Hütte auf dem bandet mein bescheidenes Frühstück, bevor ich den Weg hinauf etwas näher betrachtete. Doch der sah eigentlich gar nicht so schlimm aus. Es sollten gute Griffmöglichkeiten da sein, und der Fels war trocken und das Wetter super!
Ein Detail auf dem Skardstølsbreen erregte meine Aufmerksamkeit - kam da nicht einer aufgestiegen? Ja sicher, und er sah in einem fort zum Storen hinauf. Ich entschloß mich zu warten und noch etwas mehr zu frühstücken. Es war 09.00 Uhr, als der Kerl mich endlich erreichte, und so lange wie ich gewartet hatte, war ich zum Platzen neugierig: war sein Ziel das gleiche wie meins? Ja, das war es. We ging schon voraus, und es kamen noch andere nach, u.a. sein Bruder, der vorher noch nicht auf dem Storen gewesen war. Sie hatten einen Profi mit dabei, der Myhrer hieß (Bjørn Myhrer, glaube ich) und auch schon auf dem Everest gewesen war.
Der Mann stellte sich als sehr nett heraus und hatte mir viel zu erzählen. Er war dabei, die Leitung des Turtagrø Hotels zu übernehmen, und er glaubte, ich könne bei einem Seiltrupp mitgehen, von dem er wußte, daß sie heute hinaufkletterten. Es war ein Kletterkurs, der hier in der Umgebung abgehalten worden war, und einige der Schüler sollten heute ihre große Feuerprobe bestehen. So viel Glück mit dem Wetter hatte ich schon mal gehabt, als ich im Juni 1991 auf Kletterkurs im Aak Fjellsportsenter im Romsdalen war und eine Traumtour auf das Romsdalshorn hatte. Dies hatte mit den großen "Bergkick" gegeben!
Psykoschokk an der "Ecke"
Unterwegs zur Ecke hoch war ich überrascht, weil ich meine Hände zu Hilfe nehmen mußte. Mein Begleiter erzählte, daß sehr viele hier überrascht sind, daß man schon vor der Ecke leicht klettern muß, und daß einigen bereits hier Bedenken kommen. Ich erzählte von meiner gestrigen Solotour auf den Austanbottinden und fragte ihn, ob er meinte, ich würde den Storen schaffen. Er sagte ja, und ich atmete erleichtert aus.
Die letzten Meter hoch zur Ecke benötigte ich wieder meine Hände, und dann kam der Schock: Plötzlich war der Abgrund da, und es ging mehrere hundert Meter gerade hinunter zum Slingsbybreen. Einen Augenblick lang überlegte ich ob dies richtig war oder ob wir uns in die "falsche Ecke" verstiegen hatten, von der ich in den Büchern gelesen hatte. Nein, die war schon richtig. Ich mußte mehrmals schlucken, während mein Begleiter sich unbekümmert auf einen luftigen Absatz setzte und Kekse aß. Zitternd und vorsichtig kroch ich zu ihm hin und ließ mich wie zufällig neben ihm nieder.
Die Pause wurde sehr lang, und dafür war ich sehr dankbar, denn sie half mir, mich ordentlich zu "akklimatisieren". Mein neuer Freund machte ein Foto von mir vor dem Austanbottinden, denn er plante ein Buch über den Storen zu schreiben. Ihr dürft raten, ob ich mich wohl geehrt fühlte! Nach einer langen Zeit im Sonnenschein und der Wärme hörten wir endlich die Geräusche von klirrendem Metall, und plötzlich wurde es voll um uns herum.
"Trampen" in der Heyftes Rinne
Ob ich mit dem Kletterkurs mit hoch dürfe? Hm, bist du berg- und seilerfahren? Ja, das war ich, und ich hatte auch eine Schlinge mit, so daß ich direkt ans Seil konnte, ohne viel Aufwand zu verursachen. OK! Ich durfte mit, und endlich sollte der Storen mein werden - und noch dazu umsonst! Ich überhörte
geflissentlich eine Frage von Myhrer an die anderen, ob sie schon das Seil benutzen sollten - und schnappte nach
Luft (zum Glück wurde es benutzt).
Meine Dankbarkeit wurde noch größer, als ich zitternd hiüber zu den Galerien ging:
Gott sei Dank, daß ich hier ein Seil hatte! Auf den Absätzen ließ es sich eigentlich gut gehen, fast wie ein Weg an der steilen Bergwand. Ich ging zwischen der Bergwand und dem Seil - das war psychisch beruhigend, doch als das Seil sich plötzlich mitten auf dem ersten glatten Stück (Grad 2) strammte, stieg der Puls wieder. Eigentlich war das hier einfaches Klettern, doch der luftige Abrund machte das Ganze so wahnsinnig. Die nächste glattgeschliffene Partie (Grad 3) war schnell überwunden, und heil auf dem großen Absatz am Beginn der
Heftyes Rinne angekommen, konnte ich erstmal ausatmen. Hier liegt ein großer Steinblock, hinter dem man sich verstecken und den ganzen Abgrund vergessen kann. Ich bekam einen Anranzer, weil ich mich (in meiner Nervosität) etwas falsch gesichert hatte, und Fragen warum ich so langsam war. Ich erklärte, daß es schneller gehen würde, wenn er das Seil nicht so strammen würde.
Die nächste am Seil war ein Mädchen, und als den Absatz erreichte und ein Foto vom Letzten am Seil machen wollte, verlor sie ihre Kamera. Verzweifelt sahen wir dem Apparat nach, wie er auf seiner rasenden Fahrt hinunter zum Slingsbybreen an den Felsen schlug. Ich versprach ihr sofort, Abzüge von meinen Bildern zu schicken, doch ich bekam ihre Adresse nicht. Ich versuchte später einmal, sie aufzuspüren, doch erfolglos.
Nun war Beeilung angesagt, denn es war ein Gewitter im Anzug. Myhrer stieg auf den Helm des Mädchens, um schnell in die
Heftyes Rinne hinaufzukommen, und der Rest seiner Truppe kletterte an uns vorbei, während wir auf dem Absatz saßen und warteten. Dann verschwand unser Kursleiter in der Rinne, und wenig später ruckte er am Seil und ich war an der Reihe. Dieses Stück ist vom Schwierigkeitsgrad 4, doch weil wir es so eilig hatten, nahm ich das Seil zu Hilfe und zog mich in der Rinne hoch, so daß ich niemanden aufhielt. In der Rinne war es eng und feucht, und es war unheimlich gut, ein Seil zum Festhalten zu haben!
Als ich die Rinne heil überstanden hatte, löste ich mich aus dem Seil und kletterte etwas zitternd, aber sonst ok allein weiter. Grad 2 war nun wirklich nichts mehr. Oben auf dem kleinen Vorgipfel sah ich erstaunt, wie viele hier oben waren, und ein anderer Seiltrupp kam gerade von der anderen Seite her an (Andrews Rinne).
"Spannung in der Luft"
Die letzten Meter hoch zum Hauptgipfel waren steil genug, doch nicht mehr so exponiert. Trotzdem war ich sehr dankbar, daß der Fels trocken war. Endlich oben! Es fühlte sich toll! Ich sah, daß die Wolken langsam dabei waren, den Gipfel zu verhüllen und holte schnell die Kamera hervor. Leider war der Styggedalstinden schon teilweise verschwunden, und ich knipste schnell eine Runde um mich, so lange es noch etwas zu sehen gab.
Alarmierende Rufe lauteten: Kom hinunter hier in die Rinne beim Vorgipfel! Die Luft ist geladen! Beeilt Euch! Ich bemerkte, daß die Haare an meinen Armen abstanden, und als es in meinem JUMAREN knisterte, als dieser den Fels berührte, beeilte ich mich wirklich. In heller Angst suchten wir Zuflucht in der kleinen feuchten Senke zwischen dem Vorgipfel und dem Hauptgipfel. Ein Abstieg jetzt war ausgeschlossen, da ein Blitzschlag u.U. das Seil hätte durchtrennen können. Ich bereute, daß ich diese Tour unternommen hatte und sah mich an diesem schönen Augusttag schon als gegrilltes Huhn nach einem Blitzschlag hier oben auf dem Storen. Nein - nun sollte das mit der Bergsteigerei aufhören, nahm ich mir vor.
Schneller und nasser Abstieg
Nach vielleicht einer halben Stunde meinte man, daß das Abseilen versucht werden könne, und ich beeilte mich mit dem Anstellen, denn bald würde es ordentlich regnen. Das Abseilen die 40 Meter die Südwestroute hinunter wurde deshalb kein Erlebnis, welches ich geniessen konnte. Nun war ich kurz unterhalb der Ecke und beeilte mich ordentlich beim Abstieg, denn ich wollte die Hütte auf dem Band erreichen, bevor der Regen kam und den Fels glatt machte. Ich schaffte es fast, und mußte das letzte Stück mein Tempo etwas mäßigen.
Dann hieß es nur noch joggen. Der Riesensatz über den Bergschrund zum Skardstølsbreen hätte jedem imponiert,
aber eine regendurchtränkte, alte Schneebrücke fordert man eben am besten nicht heraus. Mitten auf dem Gletscher holte ich den Bruder des Leiters des Turtagrø Hotels ein und gab ihm einen 200-Kronenschein, von dem er eine Flasche Wein für den Kursleiter kaufen sollte. Ich dankte nochmals für's Mitnehmen und eine erlebnisreiche Tour. Der Rest des Rückweges wurde trotz Joggingtempos klitschnaß, und 15 Minuten Sturzregen setzen der Tour ein erinnerungswürdiges Ende, bevor ich um 20.00 Uhr das Zelt erreichte.
SENTRALTIND - 2348
METER
Der Sentraltind ist einer der unzugänglicheren Gipfel im Hurrungane. Er wird
normalerweise in Verbindung mit der Traverse des Styggedals- oder
Skagastølsrückens bestiegen. Der Aufstieg vom Vetle Skagastølstind (2340
m)
und Store Styggedalstind (2387
m)
aus ist unter guten Verhältnissen recht ok (exponiert!) und benötigt
eigentlich keine Sicherung. Unter schwierigeren Verhältnissen dagegen wie bei
Neuschnee, Regen, Eis usw. sollte man dagegen am Seil gehen. Umgekehrt
allerdings muß man unter Sicherung klettern, um die beiden obern genannten
Nachbargipfel vom Sentraltind aus zu erreichen.
VESLE SKAGASTØLSTIND -
2340 METER
Der Vesle (Vetle) Skagastølstind
(der "kleine") ist der
südlichste der Skagastølstinder, und kann entweder vom Norden über den
Skagastølsrücken, von Osten über den Styggedalsrücken oder über den Mohns
skard vom Süden aus erreicht werden. Kettergipfel.
Aufstieg:
Von Norden:
Die Traverse über alle Skagestølstinder ist ein Klssiker des
Bergsportmilieus. Man startet in Turtagrø, und ab der Hütte des Gipfelclubs
(NorskTindeklubb) geht man ein Stück ostwärts bis man oben in dem
steilen Geröllfeld nordwestlich des Nordre
Skagastølstind (2167 m) angelangt ist. In diesem steigt man zum
Gipfel auf, bevor es nun beträchtlich schmaler wird. Hinüber zum Skagastølsnebbet
(2222 m) geht es verhältnismäßig gut. Auf dem Weg weiter kommt
man nun zu dem bekannten V-Einschnitt, dem "V-skardet", welcher
Klettern des Grades
3+ verlangt, bevor man den Midtre
Skagastølstind (2284 m) erreicht. Nun muß man Halls Hammer
passieren und kommt als nächstes auf den Vetle Skagastølstind (2340
m). Von hier aus geht es steil in den Mohns skard hinunter und
weiter auf den "Storen" wie oben unter (c) beschrieben.
Von Süden:
(a) Von Turtagrø aus ist es eine 2-3 stündige Wanderung (siehe
JS45)
nach Skagastølsbu, welches oben auf dem Band zwischen dem "Storen"
und dem Søre
Dyrhaugstind (2072 m) liegt. Vom Bandet aus geht man etwas abwärts
in Richtung Midtmaradalen und ostwärts in einer markierten Galerie, der sog.
"Berges Chausée", in Richtung Slingsbybreen. Weiter geht man auf dem
Gletscher aufwärts, wofür man Gletschererfahrung und die nötige
Sicherheitsausrüstung braucht. Ganz oben ist der Gletscher etwas abgesschmolzen
und es ist eine tiefe Rinne zum Berg hin entstanden, über die man evtl.
schwierig hinwegkommt. Oben im "Mohns skard", dem Mohns Einschnitt,
folgt man dem Südrücken zum Gipfel.
Von Osten:
Von Skogadalsbøen
geht man auf den Jervvasstind (2351 m).
Von hier aus weiter über die Styggedalstindene (2387
m)
und den Sentraltind (2348 m).
Exponiert und steil! Seil und Sicherungsausrüstung, auch für Eis, sind
notwendig.
Man kann auch über den Nordre
Maradalstind (2160 m) und den Sentraltind (2348 m) aufsteigen.
MIDTRE SKAGASTØLSTIND
- 2284 METER
Der Midtre Skagastølstind ist wie viele andere Gipfel des Gebiets ein
Klettergipfel, kann also nicht ohne technisches Klettern am Seil auf sichere Weise bestiegen
werden. Man erreicht den Gipfel über den Gipfelgrat, entweder von Nordwesten
oder von Südosten.
Aufstieg:
Von Nordwesten:
Folgen Sie dem Weg wie unter Nordre
Skagastølstind (2167 m) beschrieben, und gehen Sie weiter über
den Skagastølsnebbet
(2222 m), bevor die Herausforderungen ernsthaft beginnen, indem man
zuerst hinunter in den markanten V-Einschnitt und an der anderen seite wieder
hinauf muß, bevor man den Gipfel erreicht. Das Klettern in dem V-Einschnitt ist
vom Grad 3+.
Vom Südosten:
Zuerst muß man auf den Vetle Skagastølstind
(2340 m), und von dort aus folgt man dem Grat nord- bis
nordwestwärts zum Gipfel. Beim Halls Hammer, ca. auf halbem Wege, muß man
rappellieren.
NORDRE SKAGASTØLSTIND
- 2167 METER
Dies ist der "Wandergipfel" auf dem Skagastølstindmassivet, der einzige
der Skagastølstinder, der ohne besondere Schwierigkeiten von normalen Wanderern
erreicht werden kann.
Aufstieg:
Der leichteste Ausgangspunkt für eine Besteigung ist Turtagrø.
Man folgt dem Weg in den Skardstølsbotnen hinein und verläßt diesen kurz vor
der Gipfelclubhütte, die am Heimre Skardstølsvatnet liegt. Ab hier hält man
ostwärts auf das Band zwischen der Kolnosi (1694 m) im Norden und dem Norde
Skagastølstind im Süden zu. Kurz vor dem Band, dort wo die Steigung langsam
weniger steil wird, biegt man südostwärts und folgt dem Geröllfeld ziemlich
steil, aber ok, einen guten Kilometer zum Gipfel hinauf. Rechnen Sie mit 5-6 timers
Gehzeit hoch und runter. Dies ist keine besonders lange Tour, aber rund 1250
Höhenmeter sorgen für ein recht hohes Aktivitätsniveau! Für Gipfelsammler,
die keine Kletterausrüstung mithaben, ist es möglich, zum Skagastølsnebbet (2222
m) weiterzugehen, bevor der V-Einschnitt das Ende der Tour bedeutet
(für die, die nicht Kletterer sind bzw. keine
Ausrüstung dabeihaben).
SKAGASTØLSNEBBET
- 2222 METER
Der Skagastølsnebbet ist der Gipfelpunkt ca. 500 Meter südlich
bis südöstlich des Nordre Skagastølstind (2167 m).
Man erreicht ihn relativ leicht über den Nordre Skagastølstind. Die Traverse
weiter südwärts zum Midtre Skagastølstind (2284 m)
verlangt Klettern. Der
Primärfaktor ist ca. 25 Meter.
Siehe auch Karte.
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