STOREBJØRN - 2222 METER
Der Storebjørn ("Großer
Bär") ist einer der charakteristischsten Gipfel Jotunheimens und wird
jährlich von vielen Gletscherwanderern bestiegen. Der Gipfel an sich ist nicht
speziell schwierig zu besteigen, verlangt aber Gletschererfahrung, das der
einfachste Weg hinauf über spaltige Gletscherpassagen führt.
Vom Süden aus kann man sich den Gipfel sowohl als einen sitzenden Bären, als
auch die Gipfelkrone als einen stehenden Bären mit dem Kopf nach Westen
vostellen. Es war Emanuel Mohn, der den Gipfeln der Gegend um den Smørstabbreen
im 19. Jahrhundert derart "praktische" Namen gab.
Aufstieg:
Von Krossbu
/ der Sognefjellhytta
aus folgt man dem Weg zu dem aufgesprungenen Gletscherfall des Bøverbreen, und
wenn man sich nicht erst ein wenig auf dem Gletscher "tummeln" möchte,
hält man sich südlich des Gletscherfalls (nach rechts) und betritt ihn dort,
wo er flacher wird, bevor man ihm südostwärts folgt. Zwischen dem Veslebjørn (2150
m) und dem Gipfel kann man in einer Rinne zum Rücken zwischen
diesen beiden Gipfeln gelangen. Zu Anfang hält man sich entlang der
Gletscherkante des Bjørnebreen südostwärts, aber die Steilheit des Geländes
zwingt einen mit der Zeit auf den Gletscher. Hier sollte man Vorsicht walten
lassen, denn dieser Gletscher hat einige nette Spalten, in die Sie nicht
hineinfallen möchten. Der Gletscher zieht sich fast ganz bis zum Gipfel
hinauf.
Eine andere Möglichkeit ist, auf dem Leirbreen zum Bjørneskaret hinaufzugehen
und von dort aus dem Bjørnebreen zum Gipfel zu folgen.
Von Leirvassbu
aus überquert man die Leira und hält sich nordwestwärts über die Storflye,
bevor man in den Tverrbytnede einbiegt (evtl. kann man der Straße einige
Kilometer folgen, bevor man westlich abbiegt). Etwas nordöstlich des Tverrbytttjønne
überquert man den Tverrbyttbekken und geht weiter westwärts auf die Nordseite
des Bjørnebreen zu, dem man zum Gipfel folgt.
Vom Gipfel aus hat man eine wahnsinnig schöne Aussicht zum zentralen,
westlichen und nördlichen Jotunheimen.
Die Smørstabbtindene liegen
gleich im Norden und Westen. Direkt im Osten sieht man die senkrechte Westwand
des Stetind
(2020 m). Etwas weiter nordöstlich ragt der Galdhøpiggen
(2469 m) empor, und auf der anderen Seite des Sognefjells,
im Norden, sieht man die Hestbrepiggene
und
Holåtindane.
Im Westen erstreckt sich der Jostedalsbreen wie ein weißes Band
am Horizont, während im Südwesten die spitzen Gipfel Hurrunganes
gen Himmel ragen. Im Süden blickt man zu den Rauddalstindane
mit den steilen Gletschern im Vordergrund, und hinter diesen wiederum thront
der stolze Uranostinden
(2157 m). Dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was man vom Gipfel
aus sehen kann.
Für die, die sich gern einer
geführten Tour anschließen möchten, bieten sowohl Krossbu und Leirvassbu
Gipfeltouren an.
VESLEBJØRN - 2150 METER
Der Veslebjørn ("Kleiner
Bär") hat seinen Namen wohl von seinem nächsten Nachbarn, dem Storebjørn (2222
m) ("Großer Bär"), ohne daß er selbst auch einem Bären
ähnlich sehen würde.
Aufstieg:
Von Krossbu
/ Sognefjellhytta
folgt man dem Weg südwärts zum Smørstabbreen und geht entlang des
Gletscherfalls des Bøverbreen bis die aufgesprungenste Partie vorbei ist. Dann
folgt man dem Smørstabbreen südostwärts, bis man etwas südlich des Gipfels
in einer Rinne zum Band zwischen dem Gipfel und dem
Storebjørn (2222 m) aufsteigt, welchem man nordwestwärts zum Gipfel
folgt.
Von Leirvassbu
fogt man dem Weg wie unter Storebjørn
beschrieben, biegt aber vom Bjørnebreen rechts ab, wenn man sich dem Band
zwischen Vesle- und Storebjørn nähert, und folgt dem Südwestrücken zum
Gipfel.
VESLEBJØRN N -
2110 METER

Gipfelpunkt 300-400 Meter nordöstlich des Veslebjørn
(2150 m), auch Bjørnungen ("Bärenjunges") genannt.
Leicht zugänglich vom Einschnitt Bjørneskaret im Nordosten. Zum Bjørnskarte
gelangt man sowohl vom Leirdalen
als auch vom Sognefjellet.
Beide Ausgangspunkte verlangen Gletscherwanderungen.
Während man vom Bjørnskaret einfach zum Bjørnungen gelangt, ist der
Veslebjørn zur durch Klettern zu erreichen.
Der
Primärfaktor ist ca. 20 Meter.
Siehe Bild des Gipfels.
Eigene Erlebnisse:
An einem kalten Donnerstag Abend im Mai waren wir (Pål Berglund und ich, Morten)
auf einer Skitour auf dem Smørstabbreen, als Start einer "Fototour"
rund um Jotunheimen. Bei Krossbu
schnallten wir die Skier an und zogen los. Das Wetter war kalt, stürmisch und
bewölkt, doch der eine oder andere blaue Fleck am Himmel weckte ein wenig
Hoffnung. Wir gingen schräg an der rechten Seite des Leirbreen hoch und auf den
Gletscher, dem wir aufwärts folgten. Die Gletscheroberfläche war eisig und
uneben, und ich jedenfalls freute mich nicht besonders auf die Runterfahrt. Wir
gingen weiter etwas nach links in Richtung Kniven
(2133 m). Außer einem kleinen Gebiet mit gut sichtbaren
Gletscherspalten konnten wir nirgendwo eine Andeutung von Spalten entdecken. Wir
hielten uns trotzdem nach bestem Können auf den "sichersten" Teilen
des Gletschers und umgingen Partien, wo Spalten hätten sein können (z.B.
konkave Mulden, die steilsten Abhänge und Spannungspartien).
Unter dem Einschnitt zwischen dem Kniven und der Geita nahmen wir in einer
tiefen Schneemulde (10-15 Meter tief) eine gute Portion Energie zu uns und
begannen dann, in Richtung Kniven aufzusteigen. Vereiste Felsen setzten uns zwei
"Schißhasen" jedoch bald einen Stopper vor. Deshalb kehrten wir um
und gingen weiter auf dem Gletscher aufwärts zur nächsten Möglichkeit, der Geiti
(2077 m). Dies ist ein leichter Gipfel, doch von Südwesten her
raufzukommen war trotzdem etwas eklig. Aber mit dieser "Eroberung"
würden wir jedenfalls nicht mit leeren Händen nach Hause kommen, trotz der
ungünstigen Verhältnisse.
Die Saksi unter diesen Verhältnissen zu
probieren, war für mich völlig inaktuell, und deshalb gingen wir weiter
hinüber zur Bjørneskardet. Von hier aus sah die Saksi regelrecht imponierend
und unzugänglich aus. Direkt auf der anderen Seite, hinaus zum Bjørnebreen,
gähnte eine riesige Gletscherspalte und diente zur Erinnerung, daß wir im
höchsten Grad Gletscher unter und rund um uns hatten.
Die Skier wurden in der Bjørneskardet zurückgelassen, und wir eroberten auch
noch den Veslebjørn Nord (2110 m). Es ging auf leichten Berghängen gen Gipfel,
doch bei dem eisharten Harschschnee hätte es nicht viel steiler sein sollen,
bevor ich Steigeisen vermißt hätte. Auf dem Gipfel wurden wir von einem
gähnenden Abgrund hinunter zum Bjørnebreen empfangen. Ein schmaler Grat
führte weiter hinüber zum Veslebjørn (2150 m),
so schmal, daß ich mich unter keinen Umständen raufgetraut hätte. Wir hatten
Glück: indem wir auf dem Gipfel ankamen, rissen die Wolken auf und die Sonne
brach hindurch. Die tiefe Wolkendecke und die flache Abendsonne schufen ein
intensives, schönes Licht. Die schneebedeckten Berge, die im Schatten lagen,
leuchteten tiefblau, während die Partien in der Sonne gelbrosa waren. Wir
machten eine Menge Bilder, bevor wir den Abstieg in Angriff nahmen.
Runterzu ging es natürlich wesentlich schneller aus hochzu, doch auf der
unebenen verharrschten Eisfläche, die das meiste des Gletschers bedeckte, war
die Abfahrt anstrengend genug. Unten an der Gletscherzunge waren meine Beine
jedenfalls ziemlich weich. Eine Fahrt über das Sognefjell hinunter zum Fjord,
wo wir zelteten, schloß den Tag ab.
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