TVERRÅTIND STORE - 2309 METER
Der Store Tverråtind ist der höchste Punkt auf einem ost-westlich verlaufendem Bergrücken südwestlich von Spiterstulen. Dies ist einer der vielen Gipfel im Gebiet, wo man sogar bei schönem Wetter allein auf dem Gipfel sitzen kann, während die "Massen" sich auf der weißen Kappe des nahen Galdhøpiggen zusammendrängen. Rechnen Sie 6-8 Stunden hoch und runter von Spiterstulen.
Aufstieg:
Spiterstulen ist der geeignetste Ausgangspunkt für eine Tagestour auf den Store Tverråtind, ansonsten ist es auch ein Zelt etwas südlich der Verbotszone an der Westseite der Visa ideal. Hier gibt es mehrere schöne Stellplätze.
(PS! Denken Sie beim Wildzelten im Gebirge immer auch an die
Vegetation!)
Von Spiterstulen überquert man die Visa auf der Brücke und folgt dem Wanderweg südwestwärts zur Kante des Svellnosbreen
(siehe
JS29). Obwohl es etwas weiter ist, lohnt es sich, dem Weg bis über die Brücke über den Gletscherfluß zu folgen, der sonst etwas schwierig zu überqueren sein kann. Man hält die Höhe auf dem Weg taleinwärts zu dem nördlichen Arm des Tverråbreen. Von hier aus folgt man der Gletscherkante
(auf oder neben dem Gletscher) hoch auf das nedre Tverråbandet. Ab hier ist es ein 15-minütiger Abstecher südwestwärts zum
Lindbergstinden
(2120 m), während der "Weg" zum Store Tverråtind nordwärts und nach und nach mehr nordostwärts biegt. Hoch zum Gipfel geht es über steiles Geröll. Kurz vor dem Hauptgipfel passiert man den kleinen Gipfelpunkt
Vestre
Tverråtind (2288 m).
Von oben hat man eine herrliche Aussicht, und ist sie auch nicht die weiteste, so ist sie doch sehr spannend. Es ist sonderbar, wie sehr sich die Berge, Gletscher und die Natur generell verändern können, wenn man einen anderen Blickwinkel bekommt. Z.B. hat man vom Store Tverråtind eine hervorrande Aussicht auf die steile Ostwand der Bukkehø (2314
m) sowie den allermeisten anderen Gipfeln zwischen dem Visdalen und dem
Leirdalen. Im Osten sieht man zum
Glittertinden (2464 m), der Leirhø (2330
m), den Memurutindene,
den Hellstugutindene und so viel anderem, daß wir nicht alles aufzählen können. Gehen Sie selbst hinauf und schauen es sich an!
Eine kürzere, aber anspruchsvollere Aufstiegsvariante ist zum Midtre
Tverråtind (2302 m) zu gehen. Von hier aus muß man sich rund 10 Meter abseilen. Hat man keine Kletterausrüstung dabei, kann man diesen Punkt in der Südseite zum Tverråbreen hin umgehen. Der Grat westwärts weiter zum Gipfel ist relativ leicht.
Hat man nichts gegen steile Bergwände mit losem Gestein, kann man auch in der Bergseite von Süden her hinauf gelangen.
Eine wirkliche Herausforderung für erfahrene Alpinisten ist die "Marathontour" um
den Svellnosbreen.
Eigene Erlebnisse:
An einem Wochenende in dem Rekordsommer 1997 zelteten wir (d.i. Morten und sein Bruder) am Westufer der Visa. Etwas zufällig wurde der Store Tverråtind zum Ziel des Tages erklärt. Zu Anfang folgten wir einer langen Schlange Touristen, die sich hinter ihrem Guide zum "Märcheneis" des Svellnosgletschers hinaufschwitzten. So diskret wie möglich gingen wir vorbei - ja nicht zu schnell, denn es wäre ja peinlich gewesen, bei einer solchen Zuschauermenge zu laut nach Atem zu ringen oder gar zu stolpern. Nachdem wir auch den sonnengebräunten Gletscherführen in seinen Alpinstiefeln von Scarpa passiert hatten, waren wir die ersten - und allein. Wir überquerten den Fluß vom Svellnosbreen und gingen auf ungefähr gleicher Höhe in recht leicht begehbarem Geröll hinüber zur Nordkante des Tverråbreen. Um nicht auf dem Gletscher gehen zu müssen, hielten wir uns ein Stück weit "an Land" (größtenteils glattgeschliffene Felshänge, diemit einer verräterischen dünnen Schicht aus losen Steinen und Sand bedeckt waren), doch zum Schluß war der Gletscher doch zu verlockend, und wir folgten ihm entlang der Nordkante hoch zum nedre Tverråbandet. Hier fanden wir deutliche Reste einer alten Steinmauer. Wer die wohl eins gebaut hat? Wurde sie eingerissen oder vielleicht nie fertiggestellt?
Wir gingen zuerst auf den Lindbergtinden
(2120 m), der unproblematisch zu besteigen war. Beim Aufstieg hielten wir uns an der Ostseite des Schneefeldes nordöstlich des Gipfels, beim Abstieg entlang der Westseite. Vom Gipfel aus westwärts verschmälerte sich der Grat beträchtlich, so daß wir eine weitere Erforschung desselben unterließen. Wieder unten auf dem Tverråbandet begann der letzte, lange Aufstieg zum Ziel des Tages, dem Store Tverråtind. Wir folgten dem Südwestrücken hinauf zum Gipfel. Hier gab es auschließlich Geröll und Steinfelder, teilweise so steil, daß man die Hände zu Hilfe nahm, doch weder exponiert noch schwierig. Wir passierten den
Westgipfel und standen bald darauf an der Gipfelwarte. Gen Osten war die Steilwand zum Svellnosbreen hinunter, während der Bergrücken südostwärts zum
Midtre Tverråtind bis zu dem steilen Punkt, von dem wir gehört hatten und den wir nun deutlich sahen, ganz ok aussah. Wir kehrten und erforschten statt dessen den Bergrücken zwischen dem Hauptgipfel und dem
Ymelstind
(2304 m). Ich war leider etwas zu ängstlich, doch mein Bruder kletterte hinauf auf den
Tverråtind N1 (2207 m). Beim Abstieg folgten wir der gleichen Route, die wir gekommen waren, doch gingen etwas sorgloser auf dem Gletscher als auf dem Aufstieg. Ganz unten erinnerte uns eine tiefe Querspalte daran, daß dies nicht ganz ungefährlich war. Wir sprangen drüber und erreichen festen fels, bevor wir hinunter zum Zelt und dem Abendessen gelangten.
TVERRÅTIND MIDTRE -
2302 METER

Der Midtre Tverråtind ist etwas anspruchsvoller zu besteigen als sein größerer nachbar im Westen, doch für die meisten erfahrenen Bergwanderer ohne weiteres erreichbar.
Aufstieg:
Spiterstulen ist - wie für so viele Berge in dieser Region - der geeignetste Ausgangspunkt. Es gibt auch viele schöne Zeltplätze am Westufer der Visa. Von Spiterstulen aus überquert man die Visa auf der Brücke und folgt dem Weg südwestwärts hinauf zum Svellnosbreen (siehe
JS29). Kurz vor dem Einstieg auf den Gletscher biegt man westwärts und hält sich auf Schnee und Gestein zwischen dem Svellnosbreen und dem Ostrücken. Nach und nach indem man sich auf rund 2000 m Höhe dem Westrücken nähert, wird der Schneehang ziemlich steil, und ich habe von einigen Leuten gehört, die hier Steigeisen und Schneeanker empfehlen, während andere finden, daß es völlig ok ist, hier ohne jegliche Sicherung zu gehen. Dies richtet sich sicher nach den Schneeverhältnissen, und einen Eispickel sollte man wohl ohnehin immer dabeihaben. Ist der Schnee verharscht und hartgefroren, sind Steigeisen von unschätzbarem Wert. Einmal oben auf dem Rücken angelangt, geht es verhältnismäßig leicht westwärts zum Gipfel.
Weiter westwärts zum Store
Tverråtind (2309 m) gibt es einen steilen Punkt, wo man sich rund 10 Meter abseilen muß, wenn man ihn nicht südwärts in der Bergseite umgeht.
Es ist auch möglich, von der Nordkante des Tverråbreen direkt nordwärts in der Bergwand zum Gipfel aufzisteigen. Diese varinate ist unwegsamer als der Weg von Osten, kann aber eine Alternative sein, wenn man steile Schneehänge nicht mag.
Eine wirkliche Herausforderung für Bergerfahrene ist die Marathontour rund um
den Svellnosbreen.
TVERRÅTIND VEST - 2288
METER
Gipfelpunkt 200-300 Meter westlich des Store Tverråtind (2309
moh). Er läßt sich leicht von Westen oder Osten aus bei einer Tour auf den Store Tverråtind besteigen. Der
Primärfaktor ist ca. 15 Meter.
NORD FOR TVERRÅTINDAN
- 2207 METER
Gipfelpunkt auf dem Rücken zwischen dem Ymelstind (2304 m) und dem
Store Tverråtind (2309 m), einen guten Kilometer nordwestlich des Letzteren. Am einfachsten aus Südosten in Verbindung mit einer Gletschertour auf dem Svellnosbreen zu besteigen.
Er kann auch als Teil der anspruchsvollen Tour rund um
den Svellnosbreen bestiegen werden. Der Primärfaktor ist ca. 25 Meter.
SVELLNOSBREHESTEN -
2181 METER

Das Svellnosbrehesten ist eine Felsnase recht weit westlich auf dem Svellnosbreen.
Aufstieg:
Spiterstulen ist - wie für so viele Berge in dieser Region - der geeignetste Ausgangspunkt. Es gibt auch viele schöne Zeltplätze am Westufer der Visa. Von Spiterstulen aus überquert man die Visa auf der Brücke und folgt dem Weg südwestwärts hinauf zum Svellnosbreen (siehe
JS29). Von hier aus kann man zwischen der spannenden, doch etwas anspruchsvolleren Tour in dem Eisfall des Eventyrisen
("Märcheneis") oder der einfacheren Route die Schneehänge südlich des
Solskinnstoppen (1879 m) hianuf wählen, bevor man weiter geltschereinwärts geht. Der Gipfel kann dann von Nordosten aus einfach bestiegen werden.
Eine Alternative ist die Besteigung vom Store Tverråtind (2309 m) von Südwesten aus oder in Verbindung mit der Rundtour über den
Midtre und Store Tverråtind, bevor man mit dem Svellnosbrehesten und dem Svellnosbreen abschließt.
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