| KARTE | GALDHØPIGGEN BLATT 1518 II |
| KARTENREFERENZ | MP 647 220 |
| ERSTBESTEIGUNG | 1881 (SLINGSBY / VIGDAL) |
| SCHWIERIGKEITSSGRAD | MITTELSCHWER |
| LANDKREIS | LOM |
Der Visbretinden von Norden gesehen ist ein markanter, flacher Gipfelgrat, kommt man allerdings von Westen im Gravdalen herunter, sieht er wie ein pyramidenförmiger, spitzer Gipfel aus. Er ist ein toller Gipfel zum Besteigen, und die Aussicht von oben gehört zu den besseren im Jotunheimen. Wenn man ein bißchen Erfahrung hat, ist der Gipfel auch nicht schwer zu besteigen.
Aufstieg:
Es gibt viele Möglichkeiten, den Visbretind zu besteigen. Die normalste
Route führt von Leirvassbu zum Høgvaglbandet hinauf und über die ganze Kyrkjeoksli,
bevor man ein Stück steil hinauf zum Gipfel der Langvasshøi
klettert (leichtes Klettern ohne Sicherheitsausrüstung). Von hier aus
geht es zuerst ein Stückchen abwärts und das letzte Stück zum Gipfel durch
teils steiles Geröllterrain.
Alternativ kann man vom Visdalen aus auf der Westseite des Visbreen aufsteigen
und dem Grat vestlich des Visbreen zum Gipfelgrat folgen. Diese Route ist
deutlich "luftiger", aber spannender und herausfordernder als die
Route über die Langvasshøi.
Eine andere, weniger gebräuchliche Möglichkeit ist z.B., von Olavsbu
aus nordostwärts bis zu der Wegkreuzung zwischen dem Weg von Olavsbu und dem
zwischen Gjendebu
und Leirvassbu
zu gehen, von dort aus übers Geröll zu dem Band westlich der Langvasshøi und
über dieses hoch zum Gipfel zu gehen.
Kommt man von Süden, kann man in dem "Basseng" südlich des Gipfels
hochgehen und steil über glatte Felsen zu dem Band zwischen der Langvasshøi
und dem Visbretinden aufsteigen, bevor man das letzte Stück den normalen Weg
durchs Geröll zum Gipfel geht.
Zuletzt ist es eine tolle, anspruchsvolle Tour, den aufgesprungenen Visbreen
hochzugehen (Gletscherausrüstung!) und mit der Besteigung des Gipfels
abzuschließen (runterzu geht man dann gern auf dem Felsen).
Eigene
Erlebnisse:
An einem strahlenden Julitag im Sommer 1999 gingen wir von Leirvassbu nach
Gjendebu. Ich (Morten) fand, der Tag war allzu schön, um einfach nur im Tal
entlangzuwandern. Deshalb verließ ich den Rest der Mannschft auf dem
Høgvaglbandet und schrägte langsam zur Kyrkjeoksle aufwärts. Oben auf der Kyrkjeoksle
war das Gehen angenehm, meistens fester Felsen und Schnee. Ich verzichtete
darauf, den höchsten Gipfel der Kyrkjeoksle (1929 m) mitzunehmen, aber als ich
mich durch das Geröll auf der Südwestseite kämpfte, merkte ich, daß das
mindestens genau so schnell gegangen wäre. Bis zur letzten Steigung hoch zur Langvasshøi
gab es eine flache Schneepartie von einigen hundert Metern, die ich überqueren
mußte. Von der Schneekante ging es ziemlich steil zur Langvasshøi hinauf und
ich mußte stellenweise sehr vorsichtig sein, um keine Steine loszutreten. Den
Gipfel der Langvasshøi wurde im Sturm genommen (ich pflege nie da zu stoppen),
und ich fand einen Platz unten auf dem Band südwestlich des Visbreetinds, wo
ich meinen Rucksack zurückließ. Ohne ihn ging es das letzte Stück plötzlich
viel leichter zum Gipfel hinauf, und oben galt es nur, die Eindrücke
aufzusaugen und zu genießen. Ein Dutzend anderer Wanderer (hauptsächlich
Männer) waren auch heraufgekommen und genossen den herrlichen Tag.
Wieder unten auf dem Bandet angelangt, war ich gespannt, ob es sich machen
ließ, südwärts hinunter zum Langevatnet zu kommen. Auf der Karte sah es nicht
besonders steil aus, aber es waren fast nur glattgeschliffene Felsen, deshalb
war ich etwas skeptisch. Aber es ging gut, und ich sparte viel Zeit dabei, nicht
wieder über die Langvasshøi gehen zu müssen. Unten am Hellerfossen holte ich
die anderen ein, als diese gerade mit ihrer letzten Rast fertig waren, und
gemeinsam gingen wir das letzte Stück nach Gjendebu.
Ein wenig markanter Gipfel ca. 1 km südlich des Visbretind. Man kann ihn z.B. leicht von Leirvassbu aus über die Kyrkjeoksle, auch in Verbindung mit einem Besuch auf dem Visbretind, besteigen. Man kann auch von Norden oder Süden auf das Band nordöstlich des Gipfels hinaufgelangen, oder vom Westufer des Langevatnet zum Band westlich des Gipfels. Der Primärfaktor ist ca. 70 Meter.