VISBRETINDEN - 2234 METER

KARTE GALDHØPIGGEN BLATT 1518 II
KARTENREFERENZ MP 647 220
ERSTBESTEIGUNG 1881 (SLINGSBY / VIGDAL)
SCHWIERIGKEITSSGRAD MITTELSCHWER
LANDKREIS LOM

Der Visbretinden von Norden gesehen ist ein markanter, flacher Gipfelgrat, kommt man allerdings von Westen im Gravdalen herunter, sieht er wie ein pyramidenförmiger, spitzer Gipfel aus. Er ist ein toller Gipfel zum Besteigen, und die Aussicht von oben gehört zu den besseren im Jotunheimen. Wenn man ein bißchen Erfahrung hat, ist der Gipfel auch nicht schwer zu besteigen. 

Aufstieg:
Es gibt viele Möglichkeiten, den Visbretind zu besteigen. Die normalste Route führt von Leirvassbu zum Høgvaglbandet hinauf und über die ganze Kyrkjeoksli, bevor man ein Stück steil hinauf zum Gipfel der Langvasshøi klettert (leichtes Klettern ohne Sicherheitsausrüstung). Von hier aus geht es zuerst ein Stückchen abwärts und das letzte Stück zum Gipfel durch teils steiles Geröllterrain. 
Alternativ kann man vom Visdalen aus auf der Westseite des Visbreen aufsteigen und dem Grat vestlich des Visbreen zum Gipfelgrat folgen. Diese Route ist deutlich "luftiger", aber spannender und herausfordernder als die Route über die Langvasshøi.
Eine andere, weniger gebräuchliche Möglichkeit ist z.B., von Olavsbu aus nordostwärts bis zu der Wegkreuzung zwischen dem Weg von Olavsbu und dem zwischen Gjendebu und Leirvassbu zu gehen, von dort aus übers Geröll zu dem Band westlich der Langvasshøi und über dieses hoch zum Gipfel zu gehen. 
Kommt man von Süden, kann man in dem "Basseng" südlich des Gipfels hochgehen und steil über glatte Felsen zu dem Band zwischen der Langvasshøi und dem Visbretinden aufsteigen, bevor man das letzte Stück den normalen Weg durchs Geröll zum Gipfel geht. 
Zuletzt ist es eine tolle, anspruchsvolle Tour, den aufgesprungenen Visbreen hochzugehen (Gletscherausrüstung!) und mit der Besteigung des Gipfels abzuschließen (runterzu geht man dann gern auf dem Felsen). 

Eigene Erlebnisse:
An einem strahlenden Julitag im Sommer 1999 gingen wir von Leirvassbu nach Gjendebu. Ich (Morten) fand, der Tag war allzu schön, um einfach nur im Tal entlangzuwandern. Deshalb verließ ich den Rest der Mannschft auf dem Høgvaglbandet und schrägte langsam zur Kyrkjeoksle aufwärts. Oben auf der Kyrkjeoksle war das Gehen angenehm, meistens fester Felsen und Schnee. Ich verzichtete darauf, den höchsten Gipfel der Kyrkjeoksle (1929 m) mitzunehmen, aber als ich mich durch das Geröll auf der Südwestseite kämpfte, merkte ich, daß das mindestens genau so schnell gegangen wäre. Bis zur letzten Steigung hoch zur Langvasshøi gab es eine flache Schneepartie von einigen hundert Metern, die ich überqueren mußte. Von der Schneekante ging es ziemlich steil zur Langvasshøi hinauf und ich mußte stellenweise sehr vorsichtig sein, um keine Steine loszutreten. Den Gipfel der Langvasshøi wurde im Sturm genommen (ich pflege nie da zu stoppen), und ich fand einen Platz unten auf dem Band südwestlich des Visbreetinds, wo ich meinen Rucksack zurückließ. Ohne ihn ging es das letzte Stück plötzlich viel leichter zum Gipfel hinauf, und oben galt es nur, die Eindrücke aufzusaugen und zu genießen. Ein Dutzend anderer Wanderer (hauptsächlich Männer) waren auch heraufgekommen und genossen den herrlichen Tag.  
Wieder unten auf dem Bandet angelangt, war ich gespannt, ob es sich machen ließ, südwärts hinunter zum Langevatnet zu kommen. Auf der Karte sah es nicht besonders steil aus, aber es waren fast nur glattgeschliffene Felsen, deshalb war ich etwas skeptisch. Aber es ging gut, und ich sparte viel Zeit dabei, nicht wieder über die Langvasshøi gehen zu müssen. Unten am Hellerfossen holte ich die anderen ein, als diese gerade mit ihrer letzten Rast fertig waren, und gemeinsam gingen wir das letzte Stück nach Gjendebu.

 

 

LANGVASSHØI - 2030 METER

Ein wenig markanter Gipfel ca. 1 km südlich des Visbretind. Man kann ihn z.B. leicht von Leirvassbu aus über die Kyrkjeoksle, auch in Verbindung mit einem Besuch auf dem Visbretind, besteigen. Man kann auch von Norden oder Süden auf das Band nordöstlich des Gipfels hinaufgelangen, oder vom Westufer des Langevatnet zum Band westlich des Gipfels. Der Primärfaktor ist ca. 70 Meter.