MUGNETIND - 1738 METER

KARTE GJENDE 1617 IV / VANGSMJØSI 1617 III
KARTENREFERENZ MN819 907
SCHWIERIGKEITSGRAD LEICHT
LANDKREIS VANG

Der Mugnetind ist eins der wirklich tollen Tourziele in Valdres. Der Berg liegt ca. 10 km westlich von Beito und etwas weiter westlich von dem weit mehr bekannten Touristen- und Wintersportort Beitostølen. Hat man das Wetter auf seiner Seite, bietet er eine fantastische Aussicht, in erster Linie zu den Gjendealpen im Norden und die umliegenden Berge, doch auch süd- und ostwärts zu großen Teilen des Valdres. Der Gipfel eignet sich für Sommer- wie Wintertouren, und bis hinein in den Mai kann man schöne Skitouren hinauf unternehmen. Hat man einen Tag in Valdres zur Verfügung, ist ein Ausflug auf den Mugnetind sehr zu empfehlen, vielleicht besonders im Winter.

Aufstieg im Sommer:
Es gibt mehrere mögliche Alternativen. Die, welche wir bei Touren zu Fuß am meisten benutzen, ist die Straße hinunter nach Beito und weiter westwärts in das Rauddalen hineinzufahren. Man kann entweder bei der Brücke über den Kalvedalsbekken (vor der Mautstation) parken oder ca. 3 km auf der Slettefjellsstraße (Maut) bis nach Mugnestølen fahren. Von Mugnestølen aus geht ein Wanderweg entlang der Mugna. (Kommt man aus dem rauddalen gegangen, geht man am besten vom Fleinsendin aus direkt südwestwärts. Es führt ein undeutlicher Pfad an einem Bach entlang.) Dem Weg von Mugnestølen aus folgt man auf der Nordseite der Mugna bergan bis zu einem  kleinen See auf 1274 m. Bevor man diesen See erreicht, überquert man den Fluß. Der Weg (teilweise undeutlich) führt weiter west- bis südwestwärts entlang der Südseite eines Baches. Er ergibt sich eigentlich von allein, und man kommt nach einer Weile zu einem See auf 1460 m. Der Weg umrundet den See auf der Nordseite und führt weiter entlang des Baches westwärts bergauf. (Die Kletterliebhaber, die keine langen, flachen Umwege mögen, können hier den Weg verlassen und steil in der Bergwand nordwärts aufsteigen und so einen Kilometer sparen.) Einen knappen Kilometer nachdem man den See passiert hat, taucht plötzlich der Skavletjern (auf 1541 m) hinter einem Hügelkamm auf. Hier beschreibt die Route eine markante Kurve nach rechts und folgt dem Bergrücken nordostwärts zu dem Sattel südlich des Gipfels. Der Mugnetind hat mehrere Gipfelpunkte, doch es ist der Ostgipfel, der der Gipfel an sich ist, was große Steinpyramiden bezeugen. Von oben hat man eine erstklassige Aussicht in alle Richtungen: Jotunheimen, Vennisfjell, Bitihorn (1607 m), Skaget (1686 m), Beitostølen und vieles mehr breitete sich vor dem Auge aus. 
Ist man noch nicht kaputt, kann man eine Runde über eine Serie von 5 weiteren Gipfeln drehen, die alle kurz unter oder über der 1700-Meter-Marke und in einem Halbkreis um den See Skavletjernet liegen. Der höchste unter ihnen ist der 1714 m hohe St. Skræmartind. 

Alternative Routen im Sommer:
Eine alternative Route im Sommer ist, den Slettefjellveien (entweder von Rauddalen bei Beito unterhalb Beitostølen an der RV 51 oder von Hensåsen oberhalb Vangsnes an der E16; Mautstraße, NOK 50 in 2000) bis zum höchsten Punkt auf fast 1300 m zu fahren. Von hier aus folgt ein teilweise durch Steinmännchen markierter und zu Beginn sichtbarer Pfad der Slettefjellsflya nordwestwärts. Auf 1470 m Höhe kommt man an einem kleinen See vorbei (zwischen der Belgenosi und dem Mathammarskarven) und passiert danach einen Sattel. Von hier aus geht es in nördlicher Richtung talabwärts. Von dem See auf 1460 m aus verläuft der Rest des Aufstiegs wie oben unter der Route von Mugnestølen aus beschrieben. Man kann sich alternativ von dem erwähnten Sattel aus etwas weiter südlich halten und von Süden her auf den Skavletjernet (auf 1541 m) stoßen. 
Eine letzte Alternative, die wir hier erwähnen möchten, ist die Möglichkeit, die Tour zwischen Beito / Rauddalen und Yksendalsbu über den Mugnetind zu legen. Diese Tour ist nicht markiert, aber an einem Schönwettertag seht gut für diejenigen geeignet, die sich gern selbst zurechtfinden. 

Im Winter (zu Ski): 
Im Winter ist die Straße über das Slettefjell geschlossen. Sie ist an beiden Enden bis ungefähr zur Schranke geräumt. Von der Beitoseite aus folgt man im Großen und Ganzen der Sommerroute (seien Sie sich der Lawinengefahr bewußt, in der Region gibt es sehr hohe Schneewehen). Von der Hensåsenseite folgt man zuerst der Slettefjellstraße ein Stück aufwärts, und geht dann nordwärts bergauf in Richtung Belgenosi. Der einfachste Weg führt wahrscheinlich in dem Einschnitt westlich der Belgenosi hinauf. Dann hält man sich oben auf der Hochebene und kommt ca. 3 km später hinunter zum Skavletjern. Vom Skavletjern aus geht es ziemlich direkt nordostwärts zum Gipfel (ca. 1 km vom See aus). Sind die Skiverhältnisse gut und die Kräfte vorhanden, so kann man auch im Winter über die in Hufeisenform um den Skavletjern liegenden 5 anderen Gipfel die Runde drehen. Wegen der sehr langen zusammenhängenden Steigung und dem häufigen Eis und Harsch empfehlen wir Skifelle. 

Zeitbedarf: 
Im Sommer benötigt man von Mugnestølen 4-5 Stunden, eventuell etwas länger vom Slettefjell aus. Im Winter sollten Sie von Rauddalen mit 4-6 Stunden rechnen, abhängig von den Schneeverhältnissen, und mit etwas mehr von der Hensåsenseite. 

Eigene Erlebnisse
Wie es natürlich ist, wenn man in Valdres wohnt (?), haben wir mit der Zeit einige Touren ins Mugnetindgebiet unternommen, sowohl zu Ski als auch zu Fuß. Das erste Mal war an einem Novembertag 1998. Das Wetter war klasse, und der Schnee war noch etwas zurückhaltend gewesen, so daß wir uns für eine Fußtour entschlossen. 
Wir stellten das Auto an der Brücke über den Kalvedalsbekken im Rauddalen ab und gingen anfangs entlang der Straße, die mit einer dünnen Schneedecke bedeckt war. Der Gipfel leuchteten weiß vor dem blauen Himmel und wurde natürlich forografiert. Wir rechneten damit, daß es wegen dem Schnee schwierig sein würde, irgendwelchen Pfaden zu folgen und gingen deshalb ab dem See Fleinsendin ziemlich direkt in Richtung Gipfel. Stellenweise mußten wir über Steine balancieren, die mit einer dünnen Schnee- und teilweise Eisschicht überzogen waren, was etwas ekelig war, aber mit großer Vorsicht kamen wir heil drüber. Die Mugna überquerten wir auf Steinen kurz unterhalb eines kleinen Sees, der noch nicht zugefroren war, und gingen weiter entlang eines Baches, wo ab und zu die eine oder andere Steinwarte den Weg wies. Sowohl auf der Karte als auch im Terrain ergab sich der Weg eigentlich von selbst. Direkt südlich des Gipfels kamen wir zu einem zugefrorenen kleinen See. Nach vorsichtiger Prüfung wagten wir es, anstatt über schneeglattes Geröll am Ufer entlang der Eiskante auf dem See zu gehen.
Abgesehen von der einen oder anderen Tierfährte gab es keine Zeichen dafür, daß hier vorher jemand gewesen war, doch der November ist sicher auch nicht unbedingt die Hauptsaison für Bergwanderungen. Das Wetter hielt sich leider nicht, und nach und nach zogen sich die Wolken zusammen. Wir legten eine hastige Rastpause am Skavletjernet ein, aßen unseren Proviant und wateten dann durch den Schnee das letzte Stück hoch zum Gipfel. Hier bekamen wir einen kleinen Augenblick lang Sonne, den wir nutzten um Bilder zu machen und die Aussicht zu genießen. Hier oben war der Winter schon eingebrochen, und man hätte gut auf Skiern gehen können. Die Novembersonne sank schnell, und auf dem letzten Stück zurück zum Auto kam schon der Abend mit der Dunkelheit. Dies war das erste und vorläufig letzte Mal, daß wir zu Fuß auf dem Mugnetind waren, danach hatten wir immer Skier mit.
Siehe auch einige Bilder von dieser Tour auf der Bilderseite des Mugnetinds.