SKAGET - 1686 METER

KARTE SIKKILSDALEN 1617 I
KARTENREFERENZ NN107 952
SCHWIERIGKEITSGRAD LEICHT
LANDKREIS ØYSTRE SLIDRE

Der Skaget ist ein ziemlich isolierter Berg, welcher die wahrscheinlich beste Aussicht in ganz Valdres bietet. Der Gipfel läßt sich leicht besteigen, sowohl sommers als auch besonders auf einer Skitour im Winter/Vorfrühling. Die Besteigung des Skaget ist auch für Familien geeignet.

Aufstieg:
Die einfachste Anreise, sowohl im Sommer wie im Winter, führt von Heggenes an der RV 51 nach Yddin. Bei Robøle muß man Mautgebühren zahlen (NOK 25 in 2003, verglichen mit anderen Mautstraßen ein noch humaner Betrag). Im Winter gibt es einen Parkplatz 2-3 km hinter den Yddin Ferienhütten, während man im Sommer bis fast an den Berg heranfahren kann (die Mautstraße nach Storeskag ist auch für Mountainbiker geeignet). 

Im Sommer ist der beste Ausgangspunkt die DNT-Selbstbedienungshütte Storeskag (alternativ ein paar Kilometer vorher parken). Auf dem Wanderweg westwärts nach Titrabu / Okskampen kann man auf leicht begehbarem Weg bis zu dem Sattel zwischen dem Svarthamartinden (1471 m) und dem Skaget gelangen, bevor man den Weg verläßt und beinahe 180º ostwärts biegt. Der gesamte Weg hoch auf den Gipfel ist leicht begehbar. Die letzten guten 100 Höhenmeter sind etwas steiler.  
Vom Gipfel aus kann man die wahrscheinlich weiteste Aussicht in ganz Valdres genießen. Man sieht Jotunheimen, Rondane, das Gausdal Vestfjell, Valdres, das Golsfjellet und das Norefjell, man sieht hinüber nach Skarvheimen und an klaren Tagen sogar bis zum Gaustatoppen (1883 m) in der Telemark.
Auf dem Rückweg kann man entlang der Ostseite des Berges in Richtung Storeskag gehen. Seien Sie sich der steilen Abhänge an der Süd- und teilweise der Südostseite bewußt, vor allem bei schlechter Sicht. 

Alternative Aufstiegsmöglichkeiten im Sommer:
Von der Jotunheimenstraße zwischen Bygdin und Vinstra geht an dem schmalen Sund zwischen den Seen Vinstri und Sandvatnet ein markierter Wanderweg zwischen Okskampen und Storeskag, dem man bis zum Sattel zwischen dem Svarthamartinden (1471 m) und dem Skaget folgt, wo man den Weg verläßt und ostwärts zum Gipfel aufsteigt.
Von Süden kann man den Gipfel auf direktem Wege über die Kringlehøgdi (1474 m) erreichen, indem man nach rechts abbiegt, wenn es zu steil wird. Man kommt dann auf den östlichsten der drei Gipfelpunkte auf dem Skaget und geht weiter westlich zum Hauptgipfel.  

Im Winter ist es am besten, von dem Parkplatz hinter den Yddin Feriehütten der gespurten Loipe in Richtung Jordstølen und dann mehr oder weniger der Luftlinie zum Sattel zwischen dem Svarthamartinden (1471 m) und dem Skaget (auf dem Bild oben ganz links) zu folgen. Oben auf dem Sattel biegt man ostwärts. Auf dem letzten steilen Stück schnallt man am besten die Skier ab, da hier manchmal auch wenig Schnee liegt.  
Tourdaten ab dem Winterparkplatz: ca. 22 km (hin und zurück, hauptsächlich durch unpräpariertes Terrain) und ein Höhenunterschied von ca. 750 Meter. Zeitbedarf: rund 5 Stunden mit Pausen.

Eigene Erlebnisse: Skaget - die beste Aussicht in ganz Valdres?
An einem Samstag Mitte Februar beschlossen wir, eine Skitour zum Skaget zu unternehmen. Es hatte diesen Winter schon viel blauen Himmel gegeben, aber in der Regel mit stürmischen Wind - doch dieser Tag sah vielversprechend aus. Wir standen vor der Sonne auf, und der Frosthauch des Atems und der knirschende Schnee versprachen einen Wintertag mit großem "W". Schon in der Nähe von Melbybråten (auf der Autoanreise), als die ersten Sonnenstrahlen die Gjendealpen mit ihrer milden Morgenröte überzogen, begannen unsere Herzen schneller zu schlagen.  
Am Yddin hielten wir an. Die Frostnacht hatte jeden einzelnen Zweig der Fjellbirken in ein künstlerischen Kleid aus Eisnadeln gekleidet, und hier in der Morgensonne war dies ein unwiederstehliches Fotomotiv. Ein deutscher Touristenbus stand am Straßenrand - doch nirgendwo war ein Mensch zu sehen oder hören. Die schliefen wohl noch alle, haben aber nach einem Tag wie diesem ganz sicher herrliche Erinnerungen aus Winternorwegen mit nach Hause genommen. Mit kalt gefrorenen "Fotografierfingern" waren wir schnell wieder im Auto und fuhren das letzte Stück zum Winterparkplatz. Von hier aus sieht es gar nicht so weit bis zum Skaget aus, doch über die Ebene bis zum Fuß des Berges ist es weiter als es wirkt. Die ersten Kilometer konnten wir schönen, neupräparierten Loipen folgen, mußten diese zum Skaget hin aber bald verlassen und unsere eigenen machen. Wir hielten auf den Sattel westlich des Gipfels zu. Auch heute wollte der Wind nicht ganz schweigen: ein Teppich aus Schnee setzte sich in Bewegung und verwandelte die ebene Puderschneeschicht in ein Mosaik aus kleinen Schneewehen, Mulden und Harsch. 
Während sich uns immer weitere Teile Gebirgsnorwegens offenbarte, arbeiteten wir uns immer weiter zum Gipfel hoch. Obwohl der Schnee von vielen Steinen weggeweht war, konnt man gut zwischen diesen hindurchgehen. Vor der letzten Steigung, rund 100 Meter unter dem Gipfel schnallten wir die Skier ab und gingen zu Fuß weiter. 
Je weiter wir gen Gipfel kamen, so faszinierender wurden die vom Wind geschaffenen Schneeskulpturen . Die Steine waren von einer Schicht aus Schneenadeln und -blättern überzogen. Es war kalt und windig auf dem Gipfel, doch auf ein paar Vorsprüngen südlich unter dem Gipfel war die Wirklichkeit eine andere: totale Windstille, warme Sonne und welche Formationen aus Schnee ! Der Boden war mit einer Schicht jungfräulichen Puderschnees bedeckt, und aus diesem weißen Meer ragten die tollsten Kunstwerke heraus, vom Wind geschaffen. 

Wir machten viele Fotos und genossen eine längere Pause in der wärmenden Sonne - im Februar und auf fast 1700 m Höhe. 
Bevor wir mit dem Abstieg begannen, machten wir noch ein paar obligatorische Bilder vom Gipfel. 10 Sekunden Fotografieren ohne Handschuhe, und die Finger waren im Wind steifgefroren - und wir hatten 10 Meter weiter unten im Windschatten eine ganze Stunde lang ohne Handschuhe gesessen! Dies zeigte uns einmal wieder, was für einen Unterschied der Wind ausmacht. 
Doch die Aussicht war deswegen ebensoschön. Wir einigten uns darauf, daß es die beste in ganz Valdres sei. Der Skaget liegt ziemlich isoliert und es gibt freie Sicht in alle Himmelsrichtungen. Große Teile Ost- und Südjotunheimens lagen uns zu Füßen, und außerdem sahen wir bis zum Gausdal Vestfjell, Dovrefjell, Rondane, Ringebufjellet, Gålåfjellet, Skeikampen und die meisten Berge in Valdres. Wir meinten sogar, das Norefjell weit im Süden zu sehen, waren uns allerdings nicht sicher. Auch den Gaustatoppen soll man sehen können, ohne daß wir ihn ausfindig machen konnten. 
Die Abfahrt ging wie ein Traum, und erst wieder unten am Fuße des Berges trafen wir die ersten anderen Skiläufer, die sich auf dem Weg zum Gipfel befanden. Viele Leute waren an diesem Tag, der einer der herrlichsten Wintertage war, hier allerdings nicht unterwegs.  

 

 

 

SVARTHAMARTIND - 1471 METER

Markanter Gipfel zwischen dem Skreddalsfjellet und dem Skaget in Øystre Slidre / Valdres. Er läßt sich als kleiner Abstecher auf der Tour zwischen dem Okskampen und dem Storeskag (siehe VSxx) besteigen.
Der Berg liegt ca. 3 km westlich des Skaget (1686 m) und läßt sich sommers wie winters leicht besteigen, liegt aber im Schatten des Skaget und wird sicher nicht so oft wie dieser besucht.