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29. Oktober - Aker Maritim
verkauft die Tiefsee-Abteilung
29. Oktober - Norwegen vermeidet
EU-Ultimatum
29. Oktober - 450 freie
Arztstellen
22. Oktober - an der Weltspitze
in freiwilligem Einsatz
16. Oktober - MeritaNordbanken
kauft Kreditkassen
16. Oktober - Kronprinz Haakon
und Mette-Marit verloben sich
16. Oktober - OECD tadelt
Norwegen16. Oktober - Hat die
Arbeiterpartei das Tief überwunden?
16. Oktober - EU-Gegner auf dem
Vormarsch
12. Oktober -
Hochwasser in südöstlichen Wasserläufen
11. Oktober -
Vertrauenserklärung an Norwegen
08. Oktober - NSBs Reisende
fordern bessere Züge und mehr Abfahrten
08. Oktober -
Norwegisch-schwedischer Streit um gemeinsame U-Boot-Technologie
08. Oktober - Bär griff
Elchjäger an
08. Oktober - Lebensqualität im
Norden am schlechtesten
04. Oktober -
Haushaltsplanvorschlag für 2001 heute veröffentlicht
04. Oktober - Großer Ölfund in
der Barentsee
01. Oktober - Deutsche Tourist in
Norwegen ertrunken.
01. Oktober - Erneuter Unfall bei
Basejumping in Norwegen
01. Oktober - Beste norwegische
Sommerolympiade seit Paris
1924
01. Oktober - Fløibahn zählt
Touristen doppelt
22. September - Norwegen bislang
schlechtestes skandinavisches Land in Sydney
22. September - Asylanten aus
Slowakien stehen Schlange vor Norwegen
19. September - Wieder deutsche
Verkehrstote
19. September - Olympische Spiele
für Norwegen schlecht angefangen.
19. September - Volldrehung der
norwegischen Arbeiterpartei.
15. September - Umweltschützer
fordern höheren Benzinpreis
15. September - die Wertekomission
wünscht 500.000 neue Einwanderer
15. September - Klagen-Rekord deutscher
Touristen
15. September - Politisches Chaos in Norwegen nochmals
bestätigt
15. September - Europa möchte norwegischen Lachs
15. September - Kranken- und Berufsunfähigkeitskosten fressen Ölvermögen auf.
15. September - Außenminister Jagland wirbt für UN-Sicherheitsratsbeitritt
13. September
- politische Meinungsumfrage in Vest-Agder
13. September
- Kindermorde in Kristiansand aufgeklärt
06. September
- 16 Moschusochsen tot
06. September
- Gleichstand im Volk
04. September- LKW-Fahrer warnen
vor neuen Aktionen
04. September - Nun doch noch zur
Olympiade
02. September - Norwegen noch
teurer für Touristen?
02. September - Kronprinz Haakon
zieht mit seiner Freundlin zusammen
30. August - Rechts auch in
Norwegen auf dem Vormarsch
29. Oktober - Aker Maritim
verkauft die Tiefsee-Abteilung
Laut dem ersten norwegischen Fernsehen, NRK, bekommt Aker Maritime
5,9 Milliarden Kronen für den Verkauf seines
Tiefsee-Unternehmens an den französischen Riesen Coflixip Stena
Offshore. Die norwegische Offshorefirma wird von dem
Mulitmillionär Kjell Inge Røkke kontrolliert, der 63% der
Aktien besitzt.
Coflixip Stena Offshore bot deutlich mehr für die
Übersee-Tiefsee-Abteilung als der britisch-norwegische Konzern
Kværner für die gesamte Aker Maritim zu einem früheren
Zeitpunkt in diesem Jahr.
Eine breite Mehrheit, darunter die Arbeitnehmervertretung,
stimmten offensichtlich für den Verkauf.
Aker Maritims norwegische Tiefseeunternehmungen sind nicht im
Verkauf enthalten.
Kjell Inge Røkke ist wahrscheinlich in Paris, um den Vertrag zu
unterschreiben. Aker selbst jedoch nannte das Ganze am Freitag
Spekulation.
29. Oktober - Norwegen vermeidet
EU-Ultimatum
Die Europäische Kommission entschied bei einem Treffen des
Europäischen Wirtschaftsraumes, ein Ultimatum gegen Norwegen
aufzuschieben, obwohl Norwegen gegen mehrere EU-Direktiven
verstößt.
Die Kommission entschied früher, daß Norwegen Lebensmittel mit
kontroveriellen Zusätzen nicht blockieren dürfe. Es handelt
sich um 11 Farbstoffe, den Süßstoff Cyclamat und Nitrate als
Konservierungsstoffe, auch in Babynahrung.
In Norwegen herrscht eine breite politische und öffentliche
Opposition gegen den Zusatz derartiger Stoffe.
Doch die Europäische Kommission will das Thema nicht fallen
lassen und leitet eine neue Verhandlungsrunde mit Norwegen
ein.
29. Oktober - 450 freie
Arztstellen
In den norwegischen Gemeinden sind 450 Arztstellen unbesetzt.
Dies bedeutet eine Zunahme von 150 unbesetzten Stellen
gegenüber dem Vorjahr, zeigt eine Übersicht des Nationalen
Rates für Spezialausbildung.
Am schlimmsten ist die Situation in Nordnorwegen. In der Fylke Troms steht
in Gemeinden mit unter 3000 Einwohnern jede dritte Arztstelle
frei.
Die Zahl der freien Arztstellen war in den 90iger Jahren
konstant gewesen, doch in verbindung mit einer neuen Verordung
wurden 150 neue Stellen geschaffen, wodurch die Zahl auf 450
stieg.
Anmerkung: In Norwegen ist das Gesundheitswesen staatlich und
Arzt- und Krankenschwesterstellen entsprechend ebenfalls.
Aufgrund des vergleichsweise niedrigen Gehaltes (im
europäischen Vergleich gilt das für Ärzte, nicht für
Krankenschwestern) gibt es teilweise massive Nachwuchsprobleme
in diesen Berufen. Viele Ärzte weden u.a. aus Deutschland
importiert.
22. Oktober - an der Weltspitze
in freiwilligem Einsatz
Die Norweger arbeiten durchschnittlich eine Arbeitswoche auf
freiwilliger, unbezahlter Basis. Sie liegen damit an der
Weltspitze, nur von den Schweden geschlagen.
Nur die Hälfte der Bevölkerung führt freiwillige Arbeit aus.
Für die, die einen Einsatz leisten, macht das also
durchschnittlich zwei Wochen jährlich aus.
Dies geht aus der ersten großen Untersuchung des Instituts für
Gesellschaftsforschung in Oslo und dem LOS-Zentrum in Bergen
hervor und zeigt, daß der unbezahlte Einsatz in Musikkops, den
Pfadfindern, des Sportvereins und anderen freiwilligen
Institutionen 38,6 Miliarden Kronen jährlich wert ist. Dies
sind 3,5 % des Bruttosozialproduktes.
Die Untersuchung ist ein Teil des internationalen Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project,
an dem 30 Länder teilnehmen. 11 europäische Länder nehmen an
der Untersuchung teil, und Norwegen wird nur von den Schweden
geschlagen, die durchschnittlich pro Einwohner fast einen Tag
mehr als die Norweger freiwillig und unbezahlt arbeiten. Andere
europäische Länder, die nicht an dem Projekt teilnehmen, von
denen aber vergleichbare Zahlen vorliegen, schlagen Schweden und
Norwegen auch nicht. Eine mögliche Ausnahme sind die
Niederlande, wo freiwilliger Einsatz durch die Kirche und deren
Organisationen hoch ist.
16. Oktober - MeritaNordbanken
kauft Kreditkassen
Der finnisch-schwedische Bankkonzern MeritaNordbanken hat die
norwegische Bank Kreditkassen für 27 Miliarden Kronen
aufgekauft. Nach diesem Kauf wird die MeritaNordbanken
Nordeuropas größte Bankgruppe, dieses Jahr auch die dänische
Bank Uni-Danmark in den Konzern eingegliedert hatte.
Der finnisch-schwedische Bankkonzert soll 49 Kronen pro
Kreditkassen-Aktie bezahlt haben, welche am Freitag mit 48
Kronen an der Osloer Börse gehandelt wurden. Der Vorstand der Kreditkassen
soll in einer außerordentlichen Versammlung am Sonntag abend
(gestern) das Angebot der MeritaNordbanken akzeptiert
haben.
Schon vor über einem Jahr hatte MeritaNordbanken ein erstes
Angebot für die Kreditkassen abgegeben. Das letzte Angebot
lautete auf 44 Kronen pro Aktie und wurde also jetzt nochmals
erhöht.
Der norwegische Staat besitzt ca. 35 % der Aktien in der
Kreditkassen und verdient an der Transaktion um die 9 Miliarden
Kronen.
Die Kompetenz der Kreditkassen auf den Bereichen Öl und
Shipping sollen die finnisch-schwedische Großbank überzeugt
haben, daß die Kreditkassen eine lohnende Investition sei.
16. Oktober - Kronprinz Haakon
und Mette-Marit verloben sich
Der Sprecher des Norwegischen Königshofes Lars Forberg hat
heute bestätigt, daß Kronprins Haakon und Mette-Marit Tjessem Høiby
sich verloben werden. Es wurde noch kein Datum für die
Verlobung festgesetzt.
Kronprinz Haakon selbst wollte die Sache heute nicht
kommentieren. Er werde sich äußern, wenn die dazu gekommen
wäre, sagte er heute zur Presse. Das Schloß bestätigte auch,
daß Mette-Marit vor Weihnachten sich der Presse stellen und zum
Volk sprechen werde, doch ob das in Verbindung mit der Verlobung
sein wird, ist unklar.
16. Oktober - OECD tadelt
Norwegen
Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung) ist der Meinung, die Lohnentwicklung und die
Finanzpolitik haben dieses Jahr (2000) in Norwegen versagt. Die
norwegische Regierung sorge dafür, dfaß die
Konkurrenzfähigkeit der Industrie nächstes Jahr noch mehr
geschwächt wird.
Repräsentanten der OECD war vorige Woche in Norwegen, um den
Zustand der norwegischen Ölwirtschaft zu untersuchen. Der
Besuch war ein Teil der Arbeit mit dem Landesrapport deer OECD
über Norwegen, welcher im Februar veröffentlicht wird.
Auch Finanzminister Karl Eirik Schjøtt-Pedersen ist besorgt
über die Konkurrenzfähigkeit norwegischer Betriebe. In seiner
Rede am 4. Oktober sprach er über die Verluste von
Marktanteilen norwegischer Exporteure in den letzten drei
Jahren. "Eine Hauptaufgabe der Wirtschaftspolitik ist
deshalb, Preis- und Kostenwachstum weiter herunter auf das
gleiche Niveau wie das unserer Handelspartner zu bringen",
sagte er.
16. Oktober - Hat die
Arbeiterpartei das Tief überwunden?
Zwei Meinungsumfragen der letzten Woche zeigen einen kleinen
Aufschwung für die Arbeiterpartei, während die
rechtsgerichtete Fortschrittspartei Stimmen verliert. Trotzdem
ist die Fortschrittspartei nach diesen Meinungsumfragen mit rund
30% immer noch größte norwegische Partei, während die
Arbeiterpartei 24% erreichte. Diese letzten Zahlen indikieren
vielleicht, daß die Situation dabei ist, zu
"normalisieren", doch die alte Situation, in der die
Arbeiterpartei souverän größte norwegische Partei war und die
Fortschrittspartei bestenfalls auf Platz drei landete, wird wohl
lange nicht wieder eintreten.
16. Oktober - EU-Gegner auf dem
Vormarsch
Nach einer neuen Umfrage, stieg die Anzahl der EU-Gegner in der
letzten Zeit. Neuste Zahlen zeigen, daß rund 47 % der Norweger
heuite nein zu einem EU-Betritt sagen würden, während rund 36%
dafür sind. Der Rest ist unentschieden.
12. Oktober -
Hochwasser in südöstlichen Wasserläufen
Die starken Regenfälle
in den letzten Tagen im gesamten Südosten Norwegens haben dazu
geführt, daß mehrere Flüsse Hochwasser führen. Einige
Straßen und Brücken mußten gesperrt werden, und einige
Häuser bekamen nasse Keller.
Die Niederschläge haben nun etwas nachgelassen, und man rechnet
damit, daß der Wasserspiegel ab den nächsten tagen langsam
wieder sinken wird. Größere Sachschäden entstanden nicht, nur
einige Zufahrtswege zu Wohnhäusern wurden regelrecht
weggeschwemmt.
11. Oktober -
Vertrauenserklärung an Norwegen
Daß Norwegen gestern abend bei der Wahl des
UN-Sicherheitsrates als eins von zwei neuen Mitgliedern für die
Amtsperiode 2001-2002 gewählt worden ist, sieht Staatminister
Jens Stoltenberg als eine Vertrauenserklärung an
Norwegen.
Norwegen war zuletzt 1979-1980 im Sicherheitsrat der Vereinten
Nationen vertreten, und der Jibel im Außenministerium gestern
abend war groß.
Allerdings fiel die Abstimmung nicht zu eindeutig aus, wie man
hier zu Lande gehofft hatte. Als Irland als erstes direkt
gewählt wurde, begann das Zittern. Erst im vierten
Wahldurchgang schaffte Norwegen den Einzug und setzte sich gegen
den starken Gegner Italien durch.
Norwegens bedeutendes UN-Engagement und sein Einsatz für
Frieden und Sicherheit machen es natürlich, daß Norwegen von
Zeit zu Zeit Verantwortung und Einfluß im Sicherheitsrat sucht,
sagt Stoltenberg und rühmt das norwegische Königspaar für
seinen Einsatz, daß die Kandidatur zustande kam.
08. Oktober - NSBs Reisende
fordern bessere Züge und mehr Abfahrten
Nachdem das Verkehrministerium nach den vielen
Problemen mit den Neigetechnikzügen Signatur und der starken
Kürzung der Abfahrten auf der Dovrebahn den gesamten Vorstand
der Norwegischen Staatsbahn vor die Tür gesetzt hat, sucht es
nun nach Nachfolgern.
Die Reisenden sind frustriert: NSBs Vorstand hätte schon
längst gehen sollen, stellt Kjell Blich Schreiner fest und
schlägt mehr Zugführer, genügend Züge und pünktliche
Abfahrten als oberste Priorität für den neuen Vorstand
vor.
Nach den vielen Problemen mit den Signatur-Zügen (Achsbüche,
Entgleisungen etc.) hat die NSB nun für einen neuen Aufschrei
gesorgt, indem sie ab den Herbstfahrplan landesweit rund 240
Abfahrten gestrichen hat. Allein auf der Dovrebahn durch das
Gudbrandsdalen bedeutet das, daß 9 Stationen nicht mehr bedient
werden.
Doch es gibt auch Gegenstimmen, die sagen, daß nicht der
Vorstand, sondern das mittlere und untere Managment seine Arbeit
nicht gut genug tut und sich zu leicht aus der Verantwortung
zieht. Denn es sind nicht sie, sondern der Vorstand, der die
Konsequenzen für ihre mangelhafte Arbeit ziehen muß.
08. Oktober -
Norwegisch-schwedischer Streit um gemeinsame U-Boot-Technologie
Norwegen und Schweden sind uneinig über den
Export gemeinsamer Verteidigungsgeheimnisse. Schweden wünscht,
begrenzen zu können, an welche Länder Norwegen seine
hochmoderne U-Boot-Technologie verkauft.
Das größte nordische militäre Forschungprojekt aller Zeiten,
die Entwicklung der neuen U-Boot-Klasse "Viking",
führt nun zu Streit zwischen Norwegen und Schweden um die
Waffenexportregeln. Die neuen U-Boote werden die Zukunft der
U-Boot-Technologie revolutionieren und sollen 2015 fertig sein.
Das Preisschild wird mindestens 10 Milliarden Kronen betragen.
Schweden verlangt, mitbestimmen zu können, an welche Länder
Norwegen die U-Boote verkauft. Dadurch kann Schweden strenge
Restriktionen an den norwegischen Gebrauch der Technologie
stellen.
Schweden verlangt, der Verkauf soll an die Kriterien
Außenpolitik des Staates, nationale Sicherheit und die Gesetze
des Landes gebunden werden. Für Norwegen sind die letzten
beiden Bedingungen akzeptabel, aber nicht die erste. Der
norwegische Verteidigungsminister empfindet die schwedischen
Forderungen als unakzeptable Begrenzung norwegischen Exports.
Industriebetriebe der drei Länder Norwegen, Schweden und
Dänemark sind an dem Prosjekt beteiligt, welches bis jetzt
gerade mal auf dem Reißbrett gelandet ist.
08. Oktober - Bär griff
Elchjäger an
Ein Bär wurde angeschossen nachdem er gerstern
in der Nähe von Karasjok in der Finnmark einen Elchjäger
angegriffen hatte.
Der Jäger war auf dem Weg zu einem Elch, den er lokalisiert
hatte, als hinter ihm plötzlich der Bär auftauchte. Dieser war
so nah, daß der Jäger ihn mit der Büchse eins überzog.
Danach schoß er zweimal, bevor der Bär sich vertrollte. Den
ganzen Tag wurde heute nach dem angeschossenen Tier gesucht, und
die Elchjäger im Gebiet wurden gewarnt, da ein angeschossener
Bär sehr gefährlich werden kann.
08. Oktober - Lebensqualität im
Norden am schlechtesten
11 der 12 Kommunen mit der niedrigsten
Lebensqualität in Norwegen liegen in Nordnorwegen. 10 der 11
besten dagegen im Westland. Das zeigt die jährliche Einstufung
des Gesundheits- und Sozialdepartementes. Unter den
einwohnerreichsten Kommunen zeichnet sich Bærum in der Fylke
Akershus am meisten aus.
Der Trend ist klar: die Probleme wachsen mit der Größe der
Kommunen, und da steht Nordnorwegen am schlechtesten da. Die
kleinen Gemeinden im Westland machen hier das Rennen.
04. Oktober -
Haushaltsplanvorschlag für 2001 heute veröffentlicht
Die regierende Arbeiterpartei hat heute ihren
Haushaltsplanvorschlag für 2001 veröffentlicht. Er beinhaltet
eine Reduzierung der Abgaben auf Benzin, Alkohol und Fleisch,
wahrscheinlich ein desperater Versuch, den katastrophalen
Popularitätsverlust der letzten Zeit aufzuholen. Aber die
Sozialisten geben nicht, ohne mindestens das gleiche mit der
anderen Hand wieder hereinzuholen. Verschiedene Steuern sollen
erhöht werden, darunter z.B. die Energiesteuer,
Kapitalerwerbsteuer usw. Außerdem sollen mehrere
Dienstleistungen, die bis jetzt steuerfrei sind, mit einer
Umsatzsteuer belegt werden, z.B. Öffentliche Verkehrsmittel,
Rechtsanwälte u.ä.
Für die deutschen Touristen wird vielleicht die vorgeschlagene
Umsatzsteuer von 12% auf Servierung und Übernachtungdienste die
größten Konsequenzen mit sich bringen.
Wie erwartet ist die Reaktion der Opposition im Storting auf den
Haushaltsplanvorschlag sehr negativ ausgefallen, ebenso die der
ökonomischen Experten.
Es wird einen turbulenten Herbst mit Verhandlungen geben. Die
regierende Arbeiterpartei hat nicht die Mehrheit im Storting und
ist auf eine Einigung mit anderen Parteien angewiesen. Manche
glauben sogar, daß die Regierung diesen Streit um den
Haushaltsplan nicht überleben wird.
04. Oktober - Großer Ölfund in
der Barentsee
Der Ölkonzern Agip hat heute einen Ölfund in der Barentssee
veröffentlicht. Das Ölfeld ist in internationalem Vergleich
relativ groß und in norwegischem Vergleich mittelgroß. Es wird
auf zwischen 25 und 40 Milliarden Standard-Ölkubikmeter
geschätzt.
Es liegt 85 km nördlich von Hammerfest und 50 km südöstlich
von dem Erdgasfeld Snøhvitfeld. Dieser neue Fund macht es auch
warscheinlicher, daß das dünnere Öl, welches im Erdgasfeld
Snøhvit liegt, ausgenutzt wird und daß in Hammerfest ein
Ölterminal gebaut wird.
01. Oktober - Deutsche Tourist in
Norwegen ertrunken.
Ein 53-jähriger deutscher Tourist ist auf einer Angeltour bei Ullerøy
außerhalb von Farsund am Samstag Nachmittag ums Leben gekommen. Er war mit
zwei anderen deutschen Anglern in einem rund 3,5 Meter langen, offenen Boot
unterwegs, als die Wellen über Bord schlugen und das Boot mit Wasser
füllten.
Das Polizeiamt informiert, daß die Wellen etwa 1,5 Meter hoch
waren.
De zwei anderen haben es geschafft an Land zu schwimmen, während
der 53-jährige bei Ebbe in den Ufersteinen gefunden wurde.
01. Oktober - Erneuter Unfall bei
Basejumping in Norwegen
Schon wieder ist bei dem Risikosport Basejumping in Norwegen ein
Unfall passiert, diesmal aber mit gutem Ausgang. Der Unfall
ereignete sich am Samstag abend bei einem Sprung vom Kalskråtind
im Romsdalen. Der Springer ist auf einem Bergvorsprung rund 500 Meter unterhalb
des Gipfels gelandet und konnte von dort per Handy den Rettungsdienst. Er wurde
dann später mit einem Hubschrauber abgeholt.
01. Oktober - Beste norwegische
Sommerolympiade seit Paris
1924
Nach einem bescheidenen Start entwickelten sich die Olympischen
Spiele in Sydney für die norwegische Mannschaft zu den besten
seit 76 Jahren. Die norwegischen Sportler sammelten 10
Medallien: 4 mal Gold, 3 mal Silber und 32 mal Bronze ( in Paris
waren es ebenfalls 10, doch eine Goldmedallie mehr: 5 Gold, 2
Silber und 3 Bronze).
Norwegens beste Sommerspiele seit jeher waren die in Antwerpen 1920,
wo die norwegische Truppe mit 13 Goldmedallien, 9 Silber- und 9
Bronzemedallien nach Hause kam.
Folgende Medallien errang Norwegen in Sydney: Gold: die
Frauen-Fußballmannschaft, Knut Holmen mit K1-Paddeln 1000 und
1500 Meter, Trine Hattestad im Speerwerfen; Silber:
Fredrik Bekken und Olaf Tufte im 2er-Rudern,
Kjersti Tysse Plätzer in 20 km Gehen,
Trude Gundersen in Taekwondo 67 kg; Bronze:
Harald Stenvaag im Schießen,
Hermann Horn Johannessen, Espen Stokkeland und Paul Davis im
Segeln und die Frauen-Handballmannschaft.
01. Oktober - Fløibahn zählt
Touristen doppelt
Bergens größte Touristenattraktion, die Fløibanen, liegt auf
dem dritten Platz auf der Übersicht des Norwegischen
Fremdenverkehrsamtes über die meistbesuchten
Touristenattraktionen in Norwegen. Diese Platzierung erreichte
die Fløibahn, indem sie jeden Gast, der hin und zurück fährt,
doppelt zählt, schreibt die Zeitung Bergens Tidende.
Das Norwegische Fremdenverkehrsamt bittet nun die Fløibahn, die
Zahlen zu berichtigen. In Wahrheit liegt die Fløibahn
wahrscheinlich auf dem 10. Platz, geschlagen von dem Nidarosdom
in Trondheim und der Flåmsbahn.
Alle möchten weit oben auf der Liste landen, sagt das
Norwegische Fremdenverkehrsamt. Wie die einzelnen
Touristenstätten ihre Besucherzahlen registrieren, ist deren
Sache. Trotzdem meint das Norwegische Fremdenverkehrsamt, die
Fløibahn sollte die Anzahl der Gäste zählen und nicht die
Anzahl Einstiege.
Die Liste über die meistbesuchtesten Touristenattraktionen des
Landes wird viel von ausländischen Reiseveranstaltern benutzt,
die Reisen nach Norwegen organisieren. Sie wird darüberhinaus
in der norwegischen und ausländischen Presse zitiert und von
den norwegischen Touristeninformationen gegen das Ausland
benutzt.
22. September - Norwegen bislang
schlechtestes skandinavisches Land in Sydney
Nach der ersten Woche der Olympischen
Sommerspiele in Sydney ist Norwegen das schlechteste nordische
Land mit noch nicht einem einzigen olympischen Punkt.
Schweden führt die Liste an: 3 mal Gold, 1 mal Silber und 1 mal
Bronze, dazu zwei 4. und zwei 6. Plätze. Dann kommt Finnland
mit 1 mal Gold und einem 4. Platz, gefolgt von Dänemark mit
zwei Silbermedaillen. Sogar Island hat einen 4. Paltz im
Schwimmen geholt.
Bei Norwegen dagegen sieht die Resultatliste noch genau so leer
aus, wie als letzte Woche das olympische Feuer entzündet wurde.
Sicher, die Punkte sind schon da, Norwegen hat sie nur noch
nicht bekommen. Die Frauen-Fußballmannschaft hat sich einen
Platz unter den 4 besten Mannschaften gesichert und das
norwegische Segelboot kann als schlechtestes 6.er werden. Und
geht es optimal, so wird aus beidem eine Medaille.
Trotzdem ist es nicht so leicht für die Norweger, die gewohnt
sind, daß norwegisch = das beste ist, zu Schweden aufzuschauen
und sich für deren Erfolg zu freuen. Na ja, und es ist ja noch
nicht vorbei. Noch immer sind die Speerwerfer und
Handballmädchen nicht fertig - und der 2er Ruderer läßt auch
die Hoffnung steigen. Fazit: die Abrechnung steht noch aus.
22. September - Asylanten aus
Slowakien stehen Schlange vor Norwegen
Heute Nacht kamen 71 Zigeuner auf Oslos Flugplatz
Gardermoen an um Asyl zu beantragen. Die Asylanten kommen aus
Ostslowakien, und es sind hauptsächlich Familien mit Kindern,
die auf eine bessere Zukunft in Norwegen hoffen. Doch zuerst
wartet auf alle das Asylantenheim.
Seit am 16. August die Visumpflicht für Slowakien aufgehoben
wurde, sind 327 Zigeuner nach Norwegen gekommen. Nun erwägt
man, die Visumpflicht wieder einzuführen.
Von den 233 slowakischen Asylbewerbern, die letztes Jahr nach
Norwegen kamen, haben nur weniger als 5 die Aufenthaltserlaubnis
erhalten, und 160 sind heimgeschickt worden. Im Augenblick sind
die Slowaken die größte Einzelgruppe von Asylbewerbern in
Norwegen.
19. September - Wieder deutsche
Verkehrstote
Am 15.09. kam ein deutsches Ehepaar bei einem
Verkehrsunfall auf der E6 im Gudbrandsdalen ums Leben, als sie
auf die Gegenfahrbahn gerieten und mit einem LKW
frontkolliderte. Dies ist der 3. Verkehrsunfall mit tödlichem
Ausgang für deutsche Urlauber auf norwegischen Straßen diesen
Sommer.
Siehe u.a. den Artikel vom 24.08..
19. September - Olympische Spiele
für Norwegen schlecht angefangen.
Bereits bevor die OL in Sydney begonnen hatte, wurde der
norwegische Gewichtheber Stian ... des Doping überführt und
nach Hause geschickt. Er war eine Art Maskottchen für die
gesamte norwegische Mannschaft. Peinlich. Beim heutigen
4er-Kajak brach eins der Paddel des norwegischen Bootes - das
Aus. Auch eine der norwegischen Beach-Volleyball-Mannschaften,
auf der viel Hoffnung lag, ist ausgeschieden.
Die größten Norwegischen Gold-Hoffnungen sind nun die
Speerwerferin Trine Hattestad und die Handball-Mädchen.
19. September - Volldrehung der
norwegischen Arbeiterpartei.
Die Arbeiterpartei, die traditionell für hohe Steuern
und Abgaben steht, scheint eine Volldrehung beim Vorlegen des
Haushaltsplanes im Oktober vorzunehmen. Um den ständig
wachsenden Grenzhandel in Schweden zu dämpfen und sicher auch,
um etwas von der verlorenen Popularität zurückzugeweinnen,
will die Arbeiterpartei eine stark reduzierte Alkoholsteuer
vorlegen. Zusätzlich will sie die Preise für Fleisch und
Benzin etwas reduzieren. Wird dies genug sein, um die Wähler
wiederzugewinnen? Doch die Arbeiterpartei gibt nicht, ohne an
anderen Fronten zu nehmen. Sie wird vorschlagen, bis jetzt
steuerfreie Dienstleistungen (Hotelgewerbe, Restaurantgewerbe,
Rechtsanwaltdienste usw.). Für Branchen wie die Hotelerie, die
jetzt schon mit dem Preisniveau in der Konkurrenz zum Ausland zu
kämpfen hat, ist dies sicher keine glückliche Aussicht.
15. September - Umweltschützer
fordern höheren Benzinpreis
Norwegens Naturschutzverbund meint, daß die
Benzinpreise aus Rücksicht auf die Umweltverschmutzung und die
globale CO2-Emission erhöht werden
müßten.
- Es ist bedauerlich, daß die meisten Parteien das Prinzip
über die grünen Schätze umzudrehen scheinen.
Der Naturschutzverbund sieht eine Politik der niedrigeren
Benzinpreise als völlig falsche Antwort auf die ständig
drohenderen Umweltprobleme.
- Gerade jetzt, wo die Umweltkonferenz in Lyon die Resultate des
Kyoto-Abkommens über die Treibhausgas-Emission überprüft. Wir
hatten noch einen Winter, der uns zeigt, daß die Klimaprobleme
hier und jetzt herrschen. Norgwegen ist im Gang, seine
Emissionsquoten zu sprengen. Da ist es tragisch zu sehen, daß
sich die Politiker für noch mehr Benzinverbrauch und
Autoverkehr einsetzen.
- Die Gelder sind in den Ausbau von Straßen statt in das
Öffentliche Transportnetz und umweltfreundliche Alternativen
geflossen. In Teilen der weniger besiedelten Gebiete im Land hat
das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs das gesetzliche
Minimum wie den Schultransport erreicht, und ständig werden die
Zuschüsse gekürzt. Die Politiker haben die Staatsbahn
verfallen lassen, und nun geschieht das gleiche mit der Osloer
Straßenbahn. Alle Nachteile werden auf die Passagiere
abgewälzt. Die gesellschaftlichen Verluste, die sich in
Umweltverschmutzung, Gesundheitsschäden und Zeitverlust messen
lassen, sind groß, sagt Sander vom Norwegischen
Umweltverbund.
15. September - die Wertekomission
wünscht 500.000 neue Einwanderer
Die Wertekomission möchte die Grenzen für Arbeitseinwanderung
öffnen.
- Der Staatsminister sollte jährlich über 30 Jahre 15.000
Einwanderer nach Norwegen kommen lassen, sagt Reidar Almås von
der Leitung der Wertekomission.
Der Hintergrund für diesen Wunsch ist, daß der Arbeitsdirektor
meint, 40.000 Einwanderer jährlich haben zu müssen, um den
Arbeitskraftbedarf im Lande decken zu können. Dies ist das
doppelte der heutigen Einwanderungszahlen.
- Die Einwanderer könnten jährlich aus allen, die wünschen,
in Norwegen zu arbeiten, ausgelost werden, sagt Almås.
Die Wertekomission glaubt, einer verstärkte Einwanderung würde
zu einer Vergrößerung der Wertschöpfung, erhöhten
Steuereinnahmen und einem geringeren Druck auf den Arbeitsmarkt
beitragen.
15. September - Klagen-Rekord deutscher
Touristen
Rolf Marona von dem deutsche Skandinavien-Spezialveranstalter Wolters Reisen schimpft über den norwegischen Fremdenverkehr. Wolters Reisen hat nie so viele Klagen wie diesen Sommer erhalten, vor allem von seinen Norwegen-Kunden.
Die Diskrepanz zwischen dem, was die Gäste erwarten und dem, was sie bekommen, wächst gefährlich und ist langfristig schädlich für Norwegen als Touristendestination, sagt Marona zu der norwegischen Wirtschaftzeitung Dagens Næringsliv.
Es sind auch keine Kleinigkeiten, über die Marona sich beklagt: schlechter Service, schlechte Reinigung, schlechte Hotelzimmer und ein ständig größerer Unterschied zwischen Preis und Qualität.
Marona meint, die Qualitätskontrolle bei den großen Hotelketten ist zu schlecht und die deutschen Touristen hätten jetzt eine preisliche Schmerzgrenze erreicht.
Norwegen brauche weder ein neues Profil oder besseres Marketing, sondern konkurrenztüchtige Preis und bessere Qualität, meint er.
(Ich persönlich stimme dem voll zu (Julia), aber Morten ist
nicht ganz einig.)
15. September - Politisches Chaos in Norwegen nochmals
bestätigt
Die Meinungsumfragen in verschiedenen Landesteilen mit schockstarken Resultaten für
die Liberale Fortschrittsparte" wurden heute in einer landesweiten
Meinungsumfrage noch deutlicher unterstrichen.
Irgendwie wirkt es, als ob eine politische Welle das Land
durchläuft, und niemand getraut sich mehr, vorherzusagen, ob
der Wellenkamm erreicht ist oder nicht.
Die meisten sind aber troztdem sicher, daß die Resultate bei
den Parlamentswahlen nächstes
Jahr nicht ganz so extrem sein werden,
aber die meisten glauben nicht, daß die Arbeiderpartei (die
Sozialdemokraten) ihre alte Größe so leicht wieder
gewinnen wird. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Fortschrittspartei
eine politische Kraft wird, die man nicht länger ignorieren kann.
Nach der heute veröffentlichten Meinungumfrage ist die Fortschrittspartei
um 12% stärker als die Arbeiderpartei (die
heute die Regierungspartei ist). Vor nur wenigen Jahren wäre
dieses Meinungsumfrage-Resultat etwa so unwahrscheinlich
gewesen, wie als wenn Toyota in Deutschland
doppelt so viele Autos wie VW verkauft hätte.
Die schnelle Meinungsänderung im Volk wird von Experten
folgendermaßen erklärt:
Große Unzufriedigkeit mit den anderen Parteien.
Es ist leicht, auf eine politische Welle aufzuspringen
Durch den hohen Ölpreis in der letzten Zeit bekommen die Norweger das Gefühl, daß der Staat sehr reich ist. Die Fortschrittspartei mit ihrem Engegement für ein besseres Gesundheitswesen und gegen die hohen Benzinpreise spricht das Volk sehr an
Unten können Sie eine Statistik aus der Zeitung Aftenposten
anschauen, die das Resultate einer
Meinungsumfrage illustriert, bei der von einer Auswahl von 1000 Personen über 18 J.
72% geantwortet haben.
Die Parteien sind:
RV (Rote Wahlallianz - linksradikal)
SV (Sozialistische Linkspartei)
AP (Arbeiderpartei - Sozialdemokraten)
V (Links - eine grüne, halbliberale und antisozialistische Partei)
SP (Zentrum - sozusagen die Bauernpartei und Distriktspartei)
KRF (Christliche Volkspartei - Christdemokraten, konseravtiv)
H (Rechte - etwa wie CDU)
FRP (Fortschrittspartei - liberale Partei, manchmal mit Haiders Partei verglichen, was aber nicht ganz richtig ist).
Die Resultate sind in der gleichen Grafik wie die Resultate aus der letzten Fylkeswahl 1999 und der letzten Stortingswahl (Parlamentswahl) 1997 dargestellt.

15. September - Europa möchte norwegischen Lachs
Norwegischer Lachs ist auf dem europäischen Markt so populär wie nie bevor, zeigt ein Rapport des Fischforschungszentrums in Tromsø. Nach diesem Rapport müßten die norwegische Lachszuchtfarmen die Produktion um 50% steigern, nur um die erhöhte Nachfrage Frankreichs zu decken. Der Grund für die erhöhte Nachfrage aus Frankreich sind die niedrigeren Preise, sagt der Senior Forscher Frode Nilsen.
15. September - Kranken- und Berufsunfähigkeitskosten fressen Ölvermögen auf.
Die Kosten für Berufsunfähigkeitsrenten und Krankengeld sind dieses Jahr so groß geworden, daß sie über die Helfte des gigantischen Öleinkommens auffressen.
Von jeder Krone, die man aus der Nordsee raussaugt, gehen mehr als 50 Øre zur Deckung von Krankengeld und Berufsunfähigkeitsrenten.
Dieses scheinbar unkontrollierbare Kostenwachstum ist der Grund, warum das sogenannte Sandmann Komitee heute mehrere Vorschläge zur Reduzierung dieser gewaltigen Kosten präsentiert hat.
Diese Vorschläge sind u.a., daß man als Arbeitnehmer die ersten 16 Tage nur 80% Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bekommen soll (statt 100% heute), und daß die Arbeitsgeber 20% der Kosten für 50 Wochen tragen sollen (heute bezahlt der Staat 100% Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ab dem 16. Tag bis zu 1 Jahr insgesamt).
Das Komitee hat jetzt anderthalb Jahre gearbeitet, und in der Zeit sind die Kosten mit über 3 Millionen Mark pro Tag gestiegen. Die Arbeitnehmerorganisationen sind natürlich automatisch gegen alle Maßnahmen, die die Krankengeldordnung verschlechtert.
Heute ist jeder 10. Norweger zwischen 18 und 67 Jahre berufsunfähig (d.h. 275.000 Menschen). 57% davon sind Frauen. Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind in Norwegen Muskel- und Knochenleiden und psychische Probleme.
15. September - Außenminister Jagland wirbt für UN-Sicherheitsratsbeitritt
New York: Außenminister Torbjørn Jagland hat sich in den letzten Tagen mit 50 anderen Ministern in New York getroffen, um Unterstützung für die norwegische Kandidatur um die Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu sammeln. Norwegen konkurriert mit Irland und Italien um einen der freien Plätze, die dieses Jahr zur Wahl stehen.
In einem gestrigen Gespräch mit der UN-Generalversammlung sagte Jagland, daß Norwegen einen Platz im Sicherheitsrat bekommen sollte, weil über 20 Jahre seit der letzten norergischen Mitgliedschaft vergangen seien, und unterstrich Norwegens finanzielle und militäre Beiträge für UN-Friedensaktionen weltweit.
Der erste Generalsekretär der UN (Trygve Lie) war ein Norweger, aber seitdem hat das kleine Norwegen eine weniger wichtige Rolle in der Weltorganisation gespielt. Jetzt arbeiten Außenministerium und Diplomaten verstärkt an einer norwegischen Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.
13. September
- politische Meinungsumfrage in Vest-Agder
Eine Meinungsumfrage von Opinion
für die Zeitung Fædrelandsvennen in der Fylke Vest Agder hat
die Tendenz der letzten Meinungsumfragen (fylkes- und
landesweit) bestätigt: die regirende sozialdemokratische
Arbeiterpartei unter Staatsminister Jens Stoltenberg ist auf dem
Abstieg: nur 13% erhielt sie von den Wählern
Vest-Agders.
Die rechtsgerichtete Fortschrittspartei schneidet auch hier am
besten ab: 38% ist das Ergebnis.
Insgesamt hat die Fortschrittspartei in den nördlichen Fylken
die meisten Anhänger. Parteichef Carl I. Hagen führt folgende
Probleme der norwegischen Politik als Gründe für den
anhaltenden Aufstieg seiner Partei bei den Wählern an: die
Abgaben auf Benzin und Diesel, die Krise im gesundheitswesen,
mangelnde Altenpflege und die Eröffnung einer neuen EU-Devbatte
durch die Arbeiterpartei.
13. September
- Kindermorde in Kristiansand aufgeklärt
Wir verweisen auf die
Nachrichten vom 22. Mai ("Kindermord erschüttert ganz
Norwegen").
Vier Monate nach dem Mord an den zwei Mädchen Stine Sofie Sørstrønen
und Lena Sløgedal Paulsen in Kristiansand wurden heute die
Täter verhaftet.
Es handelt sich um zwei jugendliche Männer im Alter von 19 und
21 Jahren. Ein Haar mit Wurzel führte die Polizei zu einem
vollständigen DNA-Profil eines der Täter, welches wie ein
biologischer Fingerabdruck ist und vor Gericht als 100%iger
Beweis anerkannt wird. Einer der beiden Angeklagten hat bereits
gestanden.
Nachdem die Polizei das DNA-Prifil erhalten hatte, wurden eine
Reihe Männer ohne ausreichendes Alibi für den Mordabend zu
einer DNA-Probe eingeholt. Aus diesem Verdächtigenkreis
stammten die Täter, die gemeinsam in dem Mordgebiet vor der Tat
gesehen wurden.
06. September
- 16 Moschusochsen tot
Bis jetzt sind dieses
Jahr 16 Moschusochsen im Dovrefjell tot aufgefunden worden. Im
Vorjahr wurden nur 10 tote Tiere gefunden.
Der Veterinär Jon Arnemo, Forscher an der norwegischen
Veterinärhochschule, meint, es sei an der Zeit, den
Gesundheitszustand des Bestandes zu überprüfen. Zwei Tiere
wurden für eine Obduktion nach Trondheim gebracht, um die
Todesursache festzustellen.
Acht der toten Tiere wurden innerhalb des militärischen
Übungsgebietes südlich des Nationalparks gefunden, und die
Tierärzte schließen nicht aus, daß sie an einer
Phosphorvergiftung starben, die durch die militärischen
Übungen verursacht wurde.
Fünf Tiere wurden von der Dovrebahn überfahren und drei sind
aus Sicherheitsgründen geschossen worden.
Lesen Sie auch unseren Moschusochsen-Artikel!
06. September
- Gleichstand im Volk
Die Norweger sind sich im Moment sehr uneinig, ob Norwegen der
EU beitreten sollte oder nicht. Eine neue Meinungsumfrage stellt
fest, daß 44% gegen und 43% für einen Beitritt Norwegens
sind.
04. September- LKW-Fahrer warnen
vor neuen Aktionen
Norwegens LKW-Verbund warnt vor einer neuen,
landesumfassenden Dieselaktion, wenn der Dieselpreis nicht
innerhalb 14 Tagen um 2 Kronen/Liter reduziert wird. Auch die
Interessenorganisation der Autofahrer fordert eine reduktion des
Diesel- und Benzinpreises.
Der norwegische LKW-Verbund sagt, die norwegischen Dieselsteuern
lägen an der Spitze Skandinaviens, vom Rest Europas ganz zu
schweigen. Dies mindere die Konkurrenzfähigkeit enorm, weil
sich darüberhinaus auch die Distanzen im Land und die
innernorwegischen Fährüberfahrten nachteilhaftig auf die
Kosten auswirken. Er sehe keinen vernünftigen Grund darin,
warum norwegische Transporteure unter diesem Steuer- und
Abgabenniveau leiden sollen.
Bereits letzten Winter, bei der Einführung der Dieselabgabe,
wurden umfangreiche Aktionen (u.a. Blockaden der
Hauptverkehrsstraßen in und aus der Stadt Oslo und
Zulieferstreik für die Supermärkte) durchgeführt. Derartige
Aktionen sind nicht strafbar.
04. September - Nun doch noch zur
Olympiade
Ein optimistischer Geir Moen erhielt heute Nacht
in letzter Minute Starterlaubnis auf der OL in Sydney, obwohl er
die geforderte Mindestzeit nicht schaffte. Der
200-Meter-Läufer will seine Chance maximal ausnutzen: "Ich
bin jetzt besser als in Atlanta", sagt er. Auch der
100-Meter-Läufer John Ertzgaard und der
3000-Meter-Hindernisläufer Jim Svenøy konnten jubeln. Das
norwegische OL-Komittee fand, alle hatte eine Jahresbestleistung
präsentiert, auch wenn sie knapp an der offiziellen
norwegischen Qualifikation vorbeischlitterten. Da diese jedoch
strenger als die internationalen Ansprüche sind, liegen alle
drei innerhalb der IAAF-Anforderungen.
02. September - Norwegen noch
teurer für Touristen?
Touristische Leistungen sollen nicht länger umsatzsteuerfrei
sein, jedoch niedriger als normal besteuert werden.
Übernachtungen, Personentransport und
Reisebürodienstleistungen sind im Moment noch steuerfrei,
während Servieren umsatzsteuerpflichtig ist. Der diskutierte
Steuersatz, der für diese Diesntleistungen neu eungeführt
werden soll, liegt bei wahrscheinlich 10%.
Die Änderungen betreffen in erster Linie den Personentransport
und Übernachtungen. Das Finanzministerium hat ausgerechnet,
daß die Hotelbranche in Norwegen mit einem Steuersatz von max.
11% keine Einbußen erleiden wird. Dies deshalb, weil damit die
Einkäufer den vollen Umsatzsteuersatz von 23% abziehen dürfen
(wie das funktionieren soll, verstehe ich allerdings
nicht).
Die norwegische Regierung arbeitet im Moment am neuen
Haushaltsplan, und alle geplanten Mehrausgaben, z.B. für das
Gesundheitswesen oder die Kommunen, sollen durch Mehreinnahmen
aus anderen Sektoren ausgeglichen werden (wie eben
Steuereinführung auf touristische Leistungen).
02. September - Kronprinz Haakon
zieht mit seiner Freundlin zusammen
Kronprins Haakon hat im Zentrum von Oslo eine
Wohnung gekauft, in die er mit seiner Freundin Mette-Marit
Tjessem Høiby und deren 3jährigen Sohn Maruis einziehen will.
Das Datum des Einzugs ist noch nicht festgesetzt.
Damit erhält die Debatte um die Schicklichkeit des
Verhältnisses neuen Zündstoff, sowohl im Volk, der Regierung,
der Kirche und wohl auch im Königlichen Schloß, denn dieser
Schritt formalisiert das Verhältnis zwischen den beiden weiter.
Staatsminister Jens Stoltenberg kommentiert die Sache
folgendermaßen: Wäre von Heirat die Rede gewesen, hätte das
Ganze konstitutionelle Folgen gehabt, eine Lebensgemeinschaft
zieht dagegen formell keine konstitutionellen Folgen nach sich.
Er kenne den Kronprinzen als klugen und verantwortungsbewußten
Mann und sei sicher, daß er mit der Situation umgehen könne.
Die Kritiker meinen, dieser Schritt beweise, wie alltäglich und
volksnah das Königshaus geworden wäre. Die Frage sei nun, wo
die Grenze der Volksnahheit und Alltäglichkeit gehe, bevor der
Witz mit dem ganzen Schloß verschwinde. Haakon untergrabe den
symbolischen Respekt der Monarchie.
Im Prinzip hat Norwegen die konstitutionellen Änderungen schon
angenommen als König Harald 1968 die bürgerliche Sonja
Haraldsen heiratete. Doch Mette-Marit wird es viel schwerer als
Sonja haben, beim Volk als Kronprinzessin resp. Königin
akzeptiert zu werden.
30. August - Rechts auch in
Norwegen auf dem Vormarsch
Die rechte
Fortschrittspartei ist nach jüngsten Umfragen zum ersten Mal in
der Parteigeschichte größte Partei im Land. Die
sozialdemokratische Arbeiterpartei fällt ganze 7,1
Prozentpunkte ab und landet damit auf 22,1%, während die
Fortschrittspartei mit 1,6% Zugang nun bei 24,8% liegt. Zum
ersten Mal seit den Wahlen 1927 ist die Arbeiterpartei nicht
mehr die stärkste Partei im Land.
Das Reslultat dieser letzten Umfrage kann sich natürlich sehr
schnell verändern und muß nichts besagen.
Das deutsche Nachrichtenbüro DPA hat den Parteivorsitzenden der
Fortschrittspartei, Carl I. Hagen, Norwegens Haider genannt und
erinnert an die Aussage von Staatsminister Jens Stoltenberg
(Arbeiterpartei) im Sommer, daß man verhindern müsse, daß
auch Norwegen nach Österreich ein Land würde, in dem die
Rechte unverhältnismäßig große Macht erlange.
Generell kann man einen Vormarsch rechter Parteien in vielen
europäischen Ländern feststellen. Viele dieser Parteien bauen
auf generelle Fremdenfurcht und die Skepsis gegen das
"grenzenlose Europa", welches sich nun langsam
abzuzeichnen beginnt.