Polarfuchs
(Alopex lagopus)


Der Polar- oder Eisfuchs verschwindet langsam aber sicher aus der norwegischen Natur. Durch Vermehrung in Gefangenschaft und Aussetzen des Nachwuchses soll nun versucht werden, die Art zu retten.
Für diesen letzten Versuch, den Polarfuchs vor dem totalen Aussterben in Norwegen zu bewahren, sollen nun Welpen gefangen und in Sicherheit großgezogen werden. Die Füchse sollen sich paaren und deren Welpen wieder ausgesetzt werden.
"Der Bestand ist jetzt so klein, daß er innerhalb kurzer Zeit aussterben kann. Das einzige, was wir riskieren, ist, daß dieser Prozeß fortschreitet, ohne daß es noch Füchse zum Einfangen gibt", sagt der Polarfuchsforscher und -experte Olav Strand vom Norwegischen Institut für Naturforschung (NINA).
"Alle Versuche, den Bestand zu stärken, seit die Art vor 70 Jahren geschützt wurde, sind mißlungen. Heute leben in Norwegen noch etwas 50 Polarfüchse, und es werden immer weniger. Dafür hat NINA dieses Projekt in Gang gesetzt, welches das erste seiner Art in Norwegen ist", schreibt das Natur & Milieu Bulletin in seiner letzten Nummer.
Die Forscher sind unsicher über den Erfolg, die Tiere in Gefangenschaft zu vermehren. Man wird die schwächsten und kleinsten Jungen fangen, so daß die übrigen hoffentlich eine bessere Überlebenschance haben. Eine der Ursachen, warum der Polarfuchs in Norwegen dem Aussterben entgegengeht, ist wahrscheinlich Nahrungsmangel.
Die Füchse werden unter bestmöglichen Bedingungen gehalten werden, und man hofft, unter glücklichen Umständen bereits nächstes Jahr Junge auf der Hardangervidda aussetzen zu können. Der Polarfuchs ist eine wenig anspruchsvolle Art ohne kompiziertes soziales Verhalten, so daß man sehr optimistisch über den Erfolg des Projektes ist.