Vogelinsel Runde

Runde galt früher als Geheimtip, ist aber längst keiner mehr. Nirgendwo in Norwegen kommt man besser und näher an die Vögel heran als hier, dem südlichsten, vielfältigsten und gleichzeitig am leichtesten erreichbaren Vogelfelsen Norwegens. Auf Runde brütet jeden Sommer eine halbe Million Seevögel. Ein Besuch am Vogelfelsen ist deshalb ein beeindruckendes Naturerlebnis, das nicht nur Hobbyornithologen begeistert. Karte siehe unten.

Anreise: Von Süden über die E39; 11 km nordwestlich Ørsta mit der Fähre von Rjånes nach Eiksund, weiter auf der 653 nach Garnes und auf der 654 bis kurz vor Fosnavåg; Runde ist ausgeschildert.
Von Norden über die RV61 (Fähre Sulesund-Hareid und über Ulsteinvik) oder über die RV1 nach Rjånes und weiter wie oben beschrieben.

Unterkünfte: Campingplatz Goksøyr (am dichtesten am Weg zum Vogelfelsen gelegen), Christineborg Hotel, Runde Pension.

Zu den Vögeln:
Vogelfelsen (Kaldekloven): Auf der Straße nach Goksøyr und am Campingplatz vorbei. Auf dem Pfad, welcher mit "Fuglefjell" ausgeschildert ist, nach links bergan. Alle Schafgatter hinter sich wieder schließen! Es ist ein recht schweißtreibender Aufstieg die knapp 300 Meter aufs Hochplateau der Insel hinauf. Oben geht es weiter geradeaus über das Hochplateau bis zur Steilküste auf der anderen Seite der Insel. Man kann vorsichtig (!) im Kaldekloven (siehe Bild links) zum Meer absteigen (steiler und unbefestigter Wiesenpfad).
Ab Campingplatz geht man rund 40 Minuten bis zum Vogelfelsen. Das Hochplateau ist Brutareal der Großen Raubmöwe oder Skua, und man muß auf Sturzflugattacken der imponierenden Vögel, die ihr Revier gegen Menschen und Schafe verteidigen, gefaßt sein. Die Vögel beruhigen sich wieder und drehen ab, wenn man sich hinsetzt und sich ruhig verhält. 

Eissturmvogel-Kolonie: Mit 5.000 brütenden Paaren hat Runde die größte Eissturmvogelkolonie Norwegens. Ansonsten können nur auf Røst 3.500 Paare und einige vereinzelte Vögel entlang der gesamten Küste beobachtet werden. Ab Goksøyr bis zum Ende der Straße und weiter geradeaus auf teilweise sehr undeutlichem und überwachsenen Wiesenweg. Teilweise steil (Vorsicht bei Nässe: Abrutschgefahr!) und über felsige Partien. Man kann die Vögel bereits von weitem ihre Runden drehen sehen und ihr heiseres Gackern hören.

Hochplateau und Gebirgsregionen: Wie unter Vogelfelsen beschrieben auf das Hochplateau. Oben angekommen, links abbiegen und in einer großen Runde um die beiden Seen herum zur Steilküste, an ihr entlang an den Papageientaucherkolonien vorbei zur Nordwestspitze der Insel und zurück zum Pfad, auf dem man gekommen ist. Wenn man möchte, kann man an der Nordwestspitze zum Leuchtturm absteigen.

Nützliche Tips: Fernglas nicht vergessen! Man muß sich leider die Mühe mit dem Aufstieg und der Wanderung zur anderen, unzugänglichen Seite der Insel machen, um die Vögel zu sehen. Viele Besucher fahren nur bis zum Ende der Straße und sind enttäuscht, wenn sie nichts sehen. Da der Weg durch mooriges Gelände führt, sind Gummistiefel oder feste Wanderstiefel am geeignetsten. Wind- und Regenschutz ist wichtig, denn oben bläst oft eine recht steife Brise!
Da die Vögel tagsüber auf dem Meer sind und fischen und erst abends an Land zurückkehren, ist der beste Zeitpunkt, die Vogelfelsen zu besuchen, ab ca. 21.00 Uhr bis gerne nach Mitternacht. Wenn Sie im Juni kommen, wird es ja sowieso nicht dunkel, und auch im Juli nur für kurze Zeit.

Am Vogelfelsen: Die wichtigsten auf Runde brütenden Vögel finden Sie unter Flora und Fauna an der Küste, Beschreibung der Vogelfelsen, aufgelistet (viele davon mit Bild). Nahezu alle Vogelbilder unter "Flora und Fauna an der Küste" sind auf Runde entstanden (Ausnahme: Die Schmarotzerraubmöwe im Flug ganz oben auf der ersten "Küsten"-Seite wurde am Saltstraumen bei Bodø fotografiert).