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Ein
historischer Überblick
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ca. 10.000
v. Chr.
- 4000 v. Chr.
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Die ersten Norweger
waren Jäger, die in kleinen Gruppen dort lebten, wo die Natur es zuließ. Heute
findet man Reste ihrer Existenz in Form von Feuerstein-Werkzeugen, Tongefäßen
und Felszeichnungen (norwegisch: Helleristninger) in allen Landesteilen.
Ausgrabungen steinzeitlicher Siedlungen und ihre Rekonstruktion kann man z.B.
sehr gut im "Jernaldergården" in Stavanger erleben. Felszeichnungen
findet man über das ganze Land, einige von ihnen sind über 6000 Jahre alt.
Sie wurden in Stein geschliffen oder gehauen und stellen meist Beutetiere dar,
z.B. Rentiere, Elche, Bären und Fische. Seltener sind Menschen und Schiffe
abgebildet. Die vielleicht bekanntesten kann man im Alta Museum besichtigen.
Rund 4000 v. Chr. begann
in den Regionen um den Oslofjord die Agrarkultur. In Nordnorwegen blieben die
Menschen Jäger.
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| 800 - 1050 n. Chr.
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Den nächsten markanten
Abschnitt in der norwegischen Geschichte bildet die Wikingerzeit.
Sie dauerte ca. von 800-1050 n. Chr. und begann mit dem Überfall auf das
Kloster Lindisfarne an der englischen Ostküste und dessen Plünderung. 250
Jahre lang verbreiteten die Drachenboote, die blitzschnell auftauchten und
ebenso schnell wieder verschwanden, an den europäischen Küsten Angst und
Schrecken. Die Wikinger waren aber auch geniale Schiffsbauer und tüchtige
Seefahrer, die mit ganz Europa und dem Orient Handel trieben und große Gebiete
kolonialisierten. Während der
Wikingerzeit bestand Norwegen aus vielen Kleinkönigtümern, und erst dem
Wikinger Harald Hårfagre (Harald Schönhaar) gelang es, aus dem zerstrittenen
Land ein vereintes Königreich zu schaffen. Allerdings brach das Reich
nach seinem Tod im Jahr 930 durch den blutigen Streit um sein Erbe wieder
auseinander, und auch das Christentum, welches er aus England mitgebracht hatte,
konnte sich nicht richtig etablieren.
Erst Olav Haraldson
gelang es, das Land erneut zu einem Reich zu vereinen, und er bahnte auch dem
Christentum endgültig den Weg. Da er bei der Christianisierung seines Landes
nicht eben christlich vorging, wurde er 1028 mit Hilfe des Dänenkönigs Knut
des Großen vertrieben. Bei dem Versuch, sein Reich zurückzuerobern, fiel er
1030 in der berühmten Schlacht von Stiklestad nördlich von Trondheim und wurde
ein Jahr später heiliggesprochen. Als Olav der Heilige und Norwegens ewiger
König ging er in die Geschichte ein, und sein Leichnam wurde nach Nidaros (das
heutige Trondheim) gebracht und dort begraben. Sein Grab wurde zum obersten
Pilgerziel für die Christen in ganz Europa und wenig später wurde über ihm
der heutige Nidarosdom errichtet. Die Stabkirche von Lom,
die rund 150 Jahre nach seinem Tod gebaut wurde, ist ebenfalls Olav dem Heiligen
gewidmet. Mit ihm endetet die Wikingerzeit.
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| 1050 -
1349 |
Mit dem 12. Jahrhundert
und dem Tod Olav Haraldsons begann das Mittelalter in Norwegen. Die nächsten
250 Jahre erlebte das Land einen gewaltigen Aufschwung. Die Norweger
annektierten Teile des heutigen Schwedens und gelangten über Island nach
Grönland und von dort weiter bis nach Amerika. Dadurch, daß das Christentum
zur Staatsreligion avancierte und durch den Bau hunderter von Stabkirchen kamen
Mönche und Priester aus dem Ausland nach Norwegen und brachten europäisches
Kulturgut mit. Während des gesamten Mittelalters herrschte in Bergen, der
reichsten und größten Stadt in Norwegen zu dieser Zeit, die deutsche Hanse
über den Handel. Um 1300 lebten wahrscheinlich rund 400.000 Menschen in
Norwegen.
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| 1349 - 1800 |
Doch 1349 kam auf einem
Schiff aus England der Schwarze Tod auch nach Norwegen. Er entvölkerte ganze
Landstriche und raffte rund 3/4 der Bevölkerung des Landes dahin. Dadurch
erlebte Norwegen einen fürchterlichen Einbruch. Der explosive Bau der
Stabkirchen endete aprupt, fehlende Steuereinnahmen schwächten die Wirtschaft
des Landes, und selbst 150 Jahre später, in 1500, hatte sich die
Bevölkerungszahl noch nicht erholt.
1397 mußte Norwegen klein beigeben und mit Dänemark und Schweden die Kalmarer
Union bilden. Erich von Pommern wurde König von Skandinavien. Diese Union wurde
1537 aufgelöst, Norwegen jedoch blieb noch 300 Jahre unter dänischer
Herrschaft. Aber das Land behielt auch in diesen schweren Zeiten immer seine
eigene Identität. Obwohl Dänisch Amtssprache war, blieb das Norwegische
erhalten. Während der Union mit Dänemark wuchs auch die Bevölkerung wieder
und erreichte beinahe die Millionengrenze. Neben dem Fischfang spielte auch der
Holzhandel eine immer größere wirtschaftliche Rolle, und im Land konnte sich
langsam eine wohlhabende Schicht von Beamten und Großbürgern entwickeln.
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| 1800 -
1900
1814
- ein sehr wichtiges Jahr in der Geschichte Norwegens. Hier ein
Ausschnitt von Oscar Wergelands berühmtem Gemälde von der
Eidsvollsversammlung am 17. Mai 1814. Das Gemälde entstand aber
erst 1887.
Heute hängt es im Storting.
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Von 1807 bis
1814
entschied sich Dänemark/Norwegen in den Napoleonischen Kriegen für Frankreich
und kämpfte gegen Großbritannien und Rußland (im Gegensatz zu Schweden,
welches sich unter Bernadotte den Alliierten anschloß). Da
Napoleon seine Kriege verlor, wurde Dänemark 1814 im Kieler Frieden gezwungen,
Norwegen (ohne den Färoern und Grönland) an Schweden abzutreten. Dies war eine
geografisch sinnvolle Union, und Norwegen diente den Schweden als Ersatz für
Finnland, welches sie schon früher an Rußland verloren hatten und nicht
verschmerzen konnten. Die Norweger erkannten den Kieler Frieden jedoch nicht an
und beriefen ihrerseits am 17. Mai 1814 in Eidsvoll eine verfassungsgebende
Versammlung in Eidsvoll. Noch heute ist der 17. Mai der Nationalfeiertag Norwegens. Schweden erzwang zwar in einem kurzen Scheinkrieg
die Union, erkannte aber gleichzeitig die norwegische Verfassung an.
Immer wieder gab es Widerstand gegen die Union, und die
Norweger forderten mehr und mehr Rechte für sich und strebten nach Autonomie.
Durch das enorme
Bevölkerungswachstum während dieser Zeit wurde der landwirtschaftlich nutzbare
Boden knapp (nur 3-5% der Fläche Norwegens sind landwirtschaftlich nutzbar),
und die Mänschen drängten in die Städte. Armut und Elend verursachten eine
große Auswanderungswelle, die 1825 begann. Bis 1930 hatten mehr als 800.000
Menschen Norwegen verlassen. Heute leben in den USA 5 Mio. Menschen norwegischer
Abstammung - also mehr als die heutige Gesamtbevölkerung Norwegens!
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1900 - 2000 |
Am
07.06.1905 entschieden sich die Norweger in einer Volksabstimmung gegen die
Fortsetzung der Union mit Schweden, und nach rund 550 Jahren unter irgendwelchen
Herrschaften wurde Norwegen endlich wieder unabhängig. In einer weiteren
Volksabstimmung entschieden sich die Norweger für die Beibehaltung der
Monarchie, und am 18.11.1905 wurde der dänische Prinz Carl zum Norwegischen
König gewählt, welcher den Namen Haakon VII annahm und nach über einem halben
Jahrtausend der erste unabhängige König Norwegens wurde.
1905
gründete Sam Eyde die Düngemittelfabrik Norsk Hydro, die sich
schnell zum führenden Unternehmen des Landes entwickelte. Der
Einstieg in die Erdöl brachte ihm einen ungeahnten Aufschwung.
Noch heute gehört Norsk Hydro zu den größten und führenden
Unternehmen im Land, welches mehr als 30.000 Mitarbeiter
beschäftigt.
Nach
1905 entschied sich Norwegen für eine Politik der strikten
Neutralität und schaffte es, diese selbst im Ersten Weltkrieg
aufrechtzuerhalten, wenn auch nur unter großen Schwierigkeiten.
Durch das traditionell gute Verhältnis zu England wurde
Norwegen Ziel deutscher U-Boot-Angriffe, die mehr als die
Hälfte der norwegischen Handelsflotte versenkten. Trotzdem
enthielt sich Norwegen jeglicher Vergeltungsschläge.
Auch beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieg erklärte Norwegen
seine Neutralität, die aber am 09.04.1940 von deutschen
Streitkräften gebrochen wurde, die strategisch wichtige Punkte
an der norwegischen Küste besetzten. Am 07.06.1940 flohen der
König und die Regierung nach Großbritannien, nachdem sie durch
die Versenkung des deutschen Schlachtschiffes
"Blücher" im Oslofjord Zeit gewonnen hatten. Erst 5
Jahre später, am 07.06.1945, betrat König Haakon wieder
norwegischen Boden und hißte auf der Festung Akershus die
norwegische Flagge.
Nach
Ende des Zweiten Weltkrieges setzte auch in Norwegen ein
einzigartiges Wirtschaftswachstum ein, und dank der reichen
Erdölvorkommen wurde Norwegen eins der reichsten Länder der
Welt. Dadurch erreichten auch der Lebensstandard, das System der
sozialen Sicherheit und das Gesundheitswesen ein Niveau, welches
weltweit Maßstäbe setzte.
1949
wurde Norwegen NATO-Mitglied.
1957
übernahm nach dem Tode König Haakons dessen Sohn Olav V den
Thron.
1960
trat Norwegen der europäischen Freihandelszone EFTA bei.
Ein
Eintritt in die EG wurde 1972 bei einer Volksabstimmung von 53%
der Norweger abgelehnt.
1991
starb der beliebte König Olav, und sein Sohn Harald V übernahm
die Regentschaft, die er noch heute innehat.
1992
brachte das Storting bereits den 4. Antrag auf eine
EU-Mitgleidschaft ein, die aber bis zum heutigen Tag jedesmal
abgewiesen wurde (zuletzt 1994).
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