Die Wikinger
Gleichzeitig gibt es erste Meldungen von Angriffen fremder nordischer Männer von See auf andere europäische Orte. Größere oder kleinere Gruppen mit Schiffen griffen in den folgenden 200 Jahren überall in Europa Küsten an, segelten in Frankreich und Spanien die Flüsse hinauf, eroberten fast ganz Irland und große Teile Englands und setzten sich entlang der Ostseeküste und der Flüsse Rußlands fest. Es gibt Berichte von Plünderungszügen im Mittelmeerraum und weiter östlich bis zum Kaspischen Meer. Diejenigen Wikinger, sie sich in Rußland niedergelassen hatten, versuchten sogar einen Angriff auf Konstantinopel, welches zu der Zeit Hauptstadt des oströmischen Reiches war. Städtenamen zeugen von einer großen Wikingerbevölkerung in Nordengland mit dem Zentrum York. Gegen 1000 fand der letzte Vorstoß statt: gen Nordamerika. Hier landeten einige Wikinger irgendwo zwischen Labrador und Manhattan, doch sie konnten ihre Siedlung nicht dauerhaft halten. Die Wikinger sind als grausame Räuber und Banditen bekannt, aber sie hatten auch andere Eigenschaften: sie waren ausgezeichnete Schiffsbauer und Seeleute und ihre Führer tüchtige Organisatoren. Sie waren auch geometrisch und kartenzeichnerisch begabt. Ihre Burgen waren kreisrund und hatten 4 Quadranten, wobei sich die Häuser jeweils in der inneren Ecke jedes Quadranten befanden. Die Wikinger kamen aus Norwegen, Schweden und Dänemark. Ihre Taktik waren Überaschungsangriffe. Sie kamen mit leichten Booten von See und zogen sich schnell wieder zurück, um erneut Stärke zu sammeln.
Ihre Schiffe brauchten sie nicht nur für ihre Eroberungszüge und Handelsfahrten, sondern sie bildeten auch die Voraussetzung für eine erfolgreiche Kolonisation, wenn ganze Familien mit ihrem ganzen Hab und Gut einschließlich Haustieren an Bord Kurs nahmen, um neues Land zu erobern. Man hat viel über die Wikinger durch Grabfunde erfahren. Fast alle Mannesgräber beinhalteten Waffen wie Schwert, Schild, Speer und Pfeil und Bogen mit Köchern mit bis zu 24 Pfeilen. Das war die normale Waffenausstattung eines Kriegers. Die berühmten Helme mit Hörnern dagegen wurden nie unter echten Sachen aus der Wikingerzeit gefunden. In Oslo kann man drei Schiffe im Wikingerschiff-Museum bewundern, die nach ihren Fundorten am Oslofjord benannt sind. Das Osebergschiff (siehe Bild links) wurde zu Beginn der Wikingerzeit, ca. 815-820 n. Chr., gebaut. Es war ein Grabschiff, und das Begräbnis war im Jahre 834. Das Schiff ist reich verziert und eher zierlich im Bau und war nur sehr eingeschränkt seetüchtig, sondern eher für Binnenfahrten zu gebrauchen. Das Gokstadschiff dagegen ist das robusteste und seetüchtigste der drei und war auch für Atlantikfahrten tauglich. Das Tuneschiff ist nur in Bruchstücken geborgen worden, und dieses Grab war geplündert, als man es fand. Die beiden letztgenannten Schiffe wurden um 890 gebaut und nach 900 begraben. Die Schiffe, die für die Eroberungszüge der Wikinger gabut wurden, waren das Ergebnis von mehr als 1000 Jahren Entwicklung in den nordischen Gebieten. Die Schiffsbauer legten besonderen Wert darauf, immer leichte und elastische Schiffe zu bauen, die mit den Elementen Wind und Wasser zusammenarbeiteten, statt sie zu bekämpfen. In der späteren Wikingerzeit gab es reine Kriegsschiffe, gebaut für große Mannschaften und weite Fahrten, und reine Handelsschiffe, die einen großen Bauch besaßen, um mehr Lasten aufnehmen zu können. Die Manövrierfähigkeit spielte hier eine weniger große Rolle. Gegen 1000 n. Chr. ebbten die Wikingerzüge ab. Die Wikinger wurden Christen und die Lehre tat sicherlich das ihre, um die Plünderungszüge zu bremsen. Die Handelsbeziehungen blieben bestehen, aber der Norden war nun ein Teil des christlichen Europas.
Auszüge zur Wikingerzeit aus unseren Nachrichten: 27.
April 2000 - Norwegisches Königspaar in den USA zum Gedenken der
Entdeckung Amerikas durch die Wikinger vor 1000 Jahren Freitag, 28.April: Am Freitag, den 28.04. war das norwegische Königspaar anläßlich der 1000-Jahrs-Feier der Landung der Wikinger in Amerika zu Gast im Weißen Haus. In Washington wurde im Smithsonian die Ausstellung "Wikinger: Die Sage des Nordatlantiks" eröffnet. Dabei waren u.a. auch Deligierte Schwedens, Dänemarks, Finlands und Islands anwesend. Die Ausstellung zeigt die Tatsache, daß die Norweger lange vor Columbus die amerikanische Küste erreichten. Clinton äußerte, daß die Überfahrten der Wikinger über die Meere heldenhaft gewesen seien: "Über den Atlantik nach Vinland (New Foundland) zu segeln war eine genauso erdbewegende und weitreichende Errungenschaft wie heute der Abschuß eines Spaceshuttles." 02. Mai
2000 -
Gedenkfeiern für die Wikinger auch in Kanada 02. Mai
2000 -
Die Wikinger in der Times |