
Eine der sechs Stabkirchen des Valdres (neben
Hedalen, Reinli, Lomen, Høre und Øye). Sie stammt wahrscheinlich von rund 1200, auch wenn die erste schriftliche Erwähnung erst 1327 stattfand.
Sie ist Nachfolgerin zweier älterer Kirchen.
Die
Kirche von Hegge ist vom dreischiffigen Basilika-Typ, aber ansonsten weiß man sehr wenig
über sie. 8 Säulen zieren das Schiff. Die Kirche hat interessante Verzierungen, u.a. ausgeschnittene Köpfe alter
nordischer Götter oben auf der obersten Etage der Kirche. Die Eingangstür
wurde aus einer einzigen Planke geschaffen und ist 82 cm breit. Das Taufbecken
ist über 400 Jahre alt und aus Kleberstein. Ein Stück des Taufbeckens fehlt.
Früher wurde das fehlende Stück absichtlich ausgeschnitten und zerstoßen. Das
Pulver wurde mit Kampfer und Spiritus vermischt und als Heilmittel getrunken.
Der Altar wurde 1782 von einem Künstler aus Heidal geschaffen. Die
Altartafel zeigt die Nachtwelt und den Garten Getsemane, sowie das Abendmahl und
hat eine interessante Geschichte.
1923-1924 wurde die
Kirche restauriert, wobei man eine Runen-Inschift fand, welche besagt:
"Erling Arnson schrieb diese Runen."
Geschichte der Altartafel:
In der Osterzeit 1782 waren vier Viehhändler aus dem Ort auf dem Weg übers Gebirge nach Heidal im Gudbrandsdal, um Vieh zu kaufen. Der damals gebräuchliche Weg führte südlich des Berges Skaget über das Fjell.
Doch diesmal setzte ein Schneesturm ein, daß die vier die Hand vor Augen nicht sehen konnten. Sie gruben sich in den Schnee ein und lagen dort zwei Tage und hungerten und froren erbärmlich. Da schworen sie einander, daß sie, wenn sie überleben würden, der Kirche in Hegge jeder eine Gabe im Wert einer Kuh stiften würden. Am dritten Tag klarte es auf. Die vier sahen den Berg Heidalsmuen rund und mächtig im Norden aufragen. Sie beschlossen, nach Skåbu zu gehen statt nach Heidal, denn der Weg dorthin war kürzer, und man kannte einige Leute da, die man zur Rentiertreibe und zum Fischen im Vinstri traf.
In Skåbu kamen sie in Kontakt mit einem Schnitzmeister aus Heidal, der an einer Altartafel arbeitete, die für die 10 km weiter östlich gelegene Kirche in Kvikne bestimmt war.
Den vier Viehhändlern gefiel die Altartafel so gut, daß sie sie auf der Stelle für 100 Taler kauften. Dies war zu der Zeit viel Geld und
entsprach für jeden der vier mindestens drei "Kuhwerten".
Sie vereinbarten, daß sie im nächsten Frühling nach Heidal kommen würden, um mit einem Schlitten die Altartafel abzuholen.
Im nächsten Frühling reisten die vier auf Skiern über die Valdresflya nach Heidal und holten die Tafel ab. Diese war nun fertig und wunderschön. Hölzernes Blattwerk rankte sich um die gesamte Tafel und rahmte die Figuren ein, die Østen Kjøren (so hieß der Schnitzmeister) ausgeschnitzt hatte. Und unten in der Mitte hatte er das Abendmal abgebildet.
Die Øystre Slidrener legten die Tafel auf den Schlitten und gingen in Richtung Valdres. Es war eine lange Tour, doch die Schneeverhältnisse waren gut und die Skier glitten leicht.
Als sie zum Schluss nach Heggegrenda hinunterkamen, stellten sie fest, daß einer der Zwölf Apostel des Abendmnahles abhanden gekommen war. Der fehlende Apostel war Judas, und sie waren der Meinung, daß er bei einer der Abfahrten ins Tal hinunter verloren gegangen sein mußte.
Die Altartafel fand ihren Platz in der Hegge-Kirche ohne Judas.
Doch im Herbst des gleichen Jahres ging ein Pferdeführer aufs Fjell und endeckte eine Holzfigur, die in einem Gestrüpp auf dem Rücken lag. Die Farbe war abgegangen, und Judas war grau geworden. Die vier Viehändler, die die Altartafel gekauft hatten, wollten Judas mit hinüber ins Heidal zu Østen Kjørren nehmen, wenn sie das nächste Mal dauf dem Weg dorthin waren, um sie wieder restaurieren zu lassen. Doch der Pfarrer der Kirche sagte, sie sollten ihn lassen wie er war, es sei die echte Judas-Farbe.
Uns so geschah es. Judas kam an seinen Platz am Abendmahlstisch zu den anderen Aposteln wie man ihn im Herbst 1783 auf dem Fjell gefunden hatte.