Durch den Schiffsbau der Wikingerzeit hatte sich das Bauen aus Holz in Norwegen zu einer Kunst entwickelt, die in den Stabkirchen ihren absoluten Höhepunkt erreichte. Sie sind zweifellos der bedeutendste Beitrag Norwegens zur internationalen Architektur und Baukunst. Auch andere Länder Europas besaßen im Mittelalter Holzkichen, doch keine von ihnen ist erhalten geblieben. Darum versucht man hierzulande mit allen Mitteln, diese einzigartigen Zeugen der Vergangenheit zu bewahren und zu schützen. 
Nachdem um das Jahr 1000 n. Chr. das Christentum nach Norwegen kam, baute man zuerst stabkirchenähnliche Kirchen, deren Pfosten direkt in die Erde grammt wurden. Dadurch bekamen sie zwar die erforderliche Stabilität, begannen jedoch, vom Fuß her zu faulen. Diese Kichen "überlebten" nur rund 100 Jahre, und man findet ihre Reste bei archeoligischen Ausgrabungen in Form von Pfostenlöchern und morschen Holzresten.
Im 12. Jh. erkannte man das Problem und stellte fest, daß man unbedingt solidere Kirchen brauchte. Die neuen Kirchen erhielten ein Fundament aus einer rechteckigen Steinmauer, auf der ein Rahmen von vier sich kreuzenden Schwellenbohlen, auf dem die Kirche ruht, liegt. Der Rahmen ist mit Holzplanken ausgefüllt, die die Außenwände bilden. Aufrechtstehende Masten (bzw. "Stäbe", aus dem norw. "stav") tragen einen zweiten Rahmen, der wiederum das Dach trägt. Diese Bauweise erwies sich als so genial, daß die Kirchen noch heute stehen, teilweise fast 900 Jahre später. 

Die Stabkirchen des größten und aufwendigsten Typs (Säulen-Stabkirche, siehe weiter unten) erinnern mit ihrern gestaffelten Dächern und den Drachenköpfen an Wikingerschiffe mit geblähten Segeln. Dies ist sicher kein Zufall, denn erstens hatten sich die Norweger ihre ganzen Kenntnisse über den Bau mit Holz über Jahrhunderte durch den Bau von Schiffen erworben und mit den Wikingerschiffen perfektioniert, und zweitens wurden Schiffe damals als religiöse Symbole verehrt. Obwohl der gewaltige Bauboom auf einen bei der Bevölkerung bereits stark gefestigten Glauben schließen läßt, vermischen sich bei den Stabkirchen heidnische Elemente aus der nordischen Mythologie auf einzigartige Weise mit dem Christentum. Die Kirchen wurden immer etwas außerhalb des Ortskerns und gern erhöht, teilweise an alten Kultstätten, errichtet. Die einsame Lage verstärkte die Ehrfurcht der Gläubigen und verlieh den Kirchen etwas mystisches. Der Eingang wurde klein gehalten, damit keine bösen Geister eindringen konnten, und zusätzlich mit einer Geisterschwelle versehen. Man traute dem neuen Gott noch nicht so richtig und wollte sichergehen, daß der Kirche und der Gemeinde nichts Böses widerfahren konnte. Deshalb wurde das Dach mit Drachenköpfen geschmückt und die Portale mit reichen, künstlerischen Schnitzereien verziert, die normalerweise durch Ranken miteinander verflochtene Tiere, Schlangen und Drachen darstellen, die im Kampf um Leben und Tod ineinander verschlungen sind. An einigen Kirchen findet man auch Symbole der nordischen Mythologie wie Thors Hammer und ähnliches.

Das Kircheninnere ist fast dunkel. Nur oben unter dem Dach gab es kleine runde Bullaugen um die ganze Kirche herum. Die Menschen sollten sich vor Gott fürchten, was durch die Dusterkeit begünstigt wurde. Die Kirchen stehen traditionell in Ost-West-Richtung mit dem Hauptportal im Westen und der Apsis im Osten, so daß immer eine Langseite ohne Öffnung nach Norden lag. Vor dem Norden mußte man sich in Acht nehmen und schützen, denn von dort kam das Böse. Deshalb standen die Männer während des Gottesdienstes auch auf der Südseite, und die Frauen mußten langs der Nordseite stehen. Bänke oder Stühle kamen erst viel später in die Kirchen.

Schätzungsweise wurden zwischen 1150 und 1350 ca. 2000 Stabkirchen errichtet. Angesichts der dünnen Besiedlung Norwegens ist das eine Riesenleistung, denn es bedeutet daß pro Jahr ca. 10 Kirchen gebaut wurden (heute benötigt man für eine einzige Reproduktion mehrere Jahre)! Als Baumaterial wurde nur bearbeitetes Holz von erlesener Qualität verwendet. Die Bäume für die Stäbe wurden sorgfältig ausgewählt und dann aller Äste und der Rinde beraubt. So "geschält" stand der Stamm dann mehrere Jahre und reifte, bevor man ihn fällte. Man benutzte keinen einzigen Nagel oder Bolzen aus Metall - alles war aus massivem Kiefernholz.

Es gibt verschiedene Typen von Stabkirchen. Die gewöhnlichen Stabkirchen sind einfache und verhältnismäßig kleine Bauten mit einem Schiff und schmalerem Chor (Beispiel: Eidsborg). Noch einfacher sind die Langkirchen, bei denen Schiff und Chor meist ein gleich breites Bauwerk unter einem Dach bilden (Beispiel: Reinli). In einzelnen Fällen war der Chor etwas schmaler (Bsp. Hedalen). In diesen Kirchen war der Chor durch eine durchbrochene Wand vom Schiff abgesetzt. Später entstand ein Kirchentyp mit einem Mittelschiff zwischen zwei Säulenreihen und Seitenschiffen außerhalb der Säulen. Dieser größte, dreischiffige Typ (sog. Basilika-Typ oder Säulen-Stabkirche) hat außer dem erhöhten Schiff und dem schmaleren Chor auch noch eine runde Apsis. Beispiele hierfür sind die Kirchen von Borgund, Lom, Heddal, Gol, Kaupanger und Hopperstad. Von diesem Typ sind insgesamt 15 Kirchen erhalten geblieben. Heute sind einige von ihnen so verändert, daß man nicht mehr auf den ersten Blick erkennt, daß es ursprünglich Basilika-Kirchen sind (Beispiel Øye, Lomen, Flesberg).
Viele der ursprünglichen Kirchen (allen Typs) wurden im späteren Mittelalter zu Kreuzkirchen ausgebaut und erweitert (Beispiele: Lom, Vågå, Uvdal, Flesberg, Rollag, Hedalen, Garmo).
Die Dächer sind mit schuppenförmig überlappenden Holzschindeln gedeckt, welche handgeschnitzt sind und Gravuren enthalten, in denen das Regenwasser abfließen kann. Die Dachreiter, die häufig ebenfalls wie die Dächer mehrere "Etagen" haben, wurden oft erst später aufgesetzt.

Zwei Skizzen *) sollen am Beispiel der Stabkirche von Borgund die typische, elementare Konstruktion veranschaulichen:

Gegen 1800 gab es in Norwegen noch ca. 180 Stabkirchen. Leider fehlte jedes Verständnis für ihren historischen Wert, so daß sie abgerissen und durch neuere, größere Kirchen ersetzt wurden (Beispiele abgerissener Kirchen, von denen Aufzeichnungen und/oder Konstruktionspläne existieren: Nes und Ål im Hallingdal, Hafslo und Årdal in Sogn, Grinaker in Hadeland und die größte aller jemals gebauten Stabkirchen, die Kirche von Stedje). 
Heute gibt es in Norwegen noch etwa 31 Stabkirchen (plus eine in Schweden und eine in Polen, sowie mehrere Nachbauten in den USA und einem in Deutschland), von denen sehr wenige noch so gut wie unverändert erhalten geblieben und zwei in den 90iger Jahren rekonstruiert worden sind. Nicht alle dieser 31 Kirchen zählen zu den authentischen Mittelalter-Stabkirchen.
Eine der urspünglichsten und am wenigsten veränderten Stabkirchen des Landes ist die von Borgund. Die neuesten sind die Kopie der Kirche von Gol und der Nachbau der Fantoft-Stabkirche. Die größte erhaltene Stabkirche steht in Heddal bei Notodden in der Telemark, während die kleinste in Undredal und die älteste in Urnes (beide im inneren Sogn) steht.