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Lage:
Die Lage des Landes wird
schon durch Namen verdeutlicht: Norwegen heißt so viel wie "Der Weg nach
Norden". Es ist ein schmales, langes Land, welches den westlichen
Teil der Skandinavischen Halbinsel (ca. 40%) bildet.
Die Süd-Nord-Ausdehnung
reicht von ziemlich genau 58° bis etwas über 71° nördlicher Breite und mißt in der Luftlinie
1.752 Kilometer. Wenn man Norwegen 180° um seinen südlichsten Punkt, das Kap
Lindenes, drehen würde, läge das Nordkap südlich von Rom. Die
Ost-Westausdehnung mißt an der breitesten Stelle (beim Sognefjord) 430 und an
der schmalsten Stelle (bei Narvik) nur ganze 6,3 Kilometer.
Grenzen:
Die Grenzen bilden im
Süden der Skagarak, im Westen der Nordatlantik, im Norden die Barentssee, im Nordosten
Rußland (Grenzlinie 196 km) und Finnland (Grenzlinie 716 km) und im Osten
Schweden (Grenzlinie 1619 km). Durch die von Fjorden zerklüftete Küste mißt
die gesamte Festlandsküstenlinie unglaubliche 21.112 Kilometer, was der Strecke
vom Nord- zum Südpol oder dem halben Erdumfang entspricht, nicht gerechnet die
vielen tausend der Küste vorgelagerten Inseln und Inselchen.
Fläche:
Mit rund 386.300 km²
Fläche (inkl. der Inselgruppe Svalbard) ist Norwegen das fünftgrößte Land
Europas. Dabei liegt rund 1/3 des Landes über dem Polarkreis.
Gleichzeitig ist es nach Island das am dünnsten besiedelteste Land Europas -
nur 13 Menschen teilen sich einen km². Zum Vergleich: in Deutschland sind es
über 200.
Nordisches Licht:
Norwegen, und der Norden
allgemein, ist berühmt für seine besonderen Lichtverhältnisse. Durch die
nördliche Lage des Landes und die Schrägstellung der Erde geht in den
nördlichen Landesteilen (ab dem Polarkreis) für eine bestimmte Periode im
Sommer die Sonne nicht unter (Mitternachtssonne) und im Winter
nicht auf (Dunkelzeit). Selbst im südlichen Norwegen kann man,
vor allem bei schönem Wetter, das Phänomen der weißen Nächte erleben.
In der Dunkelzeit dagegen sorgen der Schnee, die tagsüber unter dem Horizont
stehende Sonne und nachts der Mondschein für eine Menge Restlicht, das die
Nächte erstaunlich hell macht und im hohen Norden als fahles blaues Licht
erscheint. In dieser Zeit taucht im Norden ein anderes, phantastisches und
geisterhaftes Phänomen auf: das Nordlicht (Aurora borealis).
Geographie:
Norwegen ist ein sehr
gebirgiges Land mit einer durchschnittlichen Höhe von 500 Metern und einem
Viertel des Landes über 1000 Meter Höhe. Der
skandinavische Gebirgszug liegt hauptsächlich in Norwegen und reicht in
den westlichen Teil Nordschwedens hinein.
Die Gebirge und alpinen Hochebenen machen den größten Teil der Fläche des Landes
aus. Der Galdhøpiggen ist mit 2469 m der höchste
Berg des Landes und Nordeuropas, gefolgt vom 2464 m (inkl. Gipfelgletscher)
hohen Glittertind, die beide im Jotunheimengebirge liegen. Insgesamt hat
Norwegen rund 300 Gipfel über 2000 Meter Höhe. Mehr Information darüber
finden Sie auf der Gipfel-Seite.
In Norwegen liegt auch der Jostedalsbreen, der größte Gletscher Festlandseuropas,
welcher größer als alle Alpengletscher zusammen ist. Lesen Sie mehr über
Norwegens Gletscher auf unserer Gletscher-Seite.
Gleichzeitig ist Norwegen ein äußerst wasserreiches Land, mit rund 250.000
Seen und Teichen und unzähligen Flüssen und Bächen.
Ein anderes der
landschaftlichen Phänomene des Landes ist die Fjordküste, die während der
letzten Eiszeit entstand. Die Gletscher bahnten sich in den Tälern ihren Weg
zum Meer und gruben diese dabei bis zu 1000 Meter unter den Merresspiegel aus.
Das Erd- und Steinmaterial wurde am Ausgang zum Meer abgelagert, wodurch dieses
zusammen mit den Eismassen dem Meereswasser den Weg ins Landesinnere versperrte.
Nach Abschmelzen der Eismassen zogen sich die Gletscher weit in die Täler und
ins Gebirge zurück und nun konnte das Meer die Täler überfluten. Der aprupte,
steile Übergang des Gebirges zur Küste in den inneren Fjordgebieten schafft
einen faszinierenden, einmaligen Kontrast in der Landschaft. Überall an den steilen Felswänden
stürzen Wasserfälle herab, von kleinen Rinnsalen bis zu schäumenden,
donnernden Fällen. Dies ist die Natur, die Norwegen berühmt gemacht hat und
die jeder Norwegenreisende erleben möchte. Einige der bekanntesten und
schönsten Fjorde und Wasserfälle stellen wir unter landschaftliche
und touristische Attraktionen und in den einzelnen Regionen unter Wandern
vor.
Klima:
Der Golfstrom ist die
Lebensader des Landes. Dank ihm hat
Norwegen eisfreie Häfen von Oslo bis Kirkenes, und das Meer ist im Winter neben
der Luft oft der einzige Verbindungsweg zwischen den Häfen und Ortschaften. Der
Golfstrom und der
skandinavische Gebirgszug sorgen für ein zweigeteiltes Klima. Der Westen hat
milde Winter (selten unter 0°C), kühle Sommer und viel Niederschlag durch die
atlantischen Tiefdruckgebiete, die vor der Küste Schlange stehen und ihre
feuchte Last beim Aufstieg zum Gebirge zurücklassen, so daß der Osten des
Landes wesentlich trockener ist und eher von östlichem kontinentalen Wetter
beeinflußt wird.
Lesen Sie mehr zum Wetter
hier.
Verwaltung:
Norwegen ist in 19
Fylker (Regierungsbezirke) eingeteilt. Nordnorwegen umfaßt die drei Fylker Finnmark,
Troms und Nordland, dann kommen die beiden Fylker Nord und Sør Trøndelag. Das
Fjordland besteht aus (von Nord nach Süd) Møre og Romsdal, Sogn og Fjordane,
Hordaland und Rogaland. Der innere Osten wird gebildet aus den zwei Fylker
Oppland und Hedmark, der innere Süden aus Buskerud. Im Süden liegen (von West
nach Ost) Vest und Øst Agder, Telemark, Vestfold, Oslo, Akershus und Østfold.
Staatsform:
Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie. Der König hat jedoch nur eine
repräsentative Rolle; die ausübende Macht liegt beim Storting, dem Parlament,
welchem der Staatsminister vorsteht.
Bevölkerung:
Ca. 4,5 Millionen
Menschen leben in Norwegen, also ungefähr so viele wie im Großraum Berlin.
Davon wohnen rund 500.000 in der Haupstadt Oslo, 220.000 in Bergen, 140.000 in
Trondheim und 100.000 in Stavanger. Alle diese Städt liegen an der Küste und
insgesamt leben 80% der Bevölkerung in unmittelbarer Küstennähe, 65% in
Städten oder Stadtnähe. Dabei ist Südnorwegen deutlich dichter besiedelt als
der Norden des Landes.
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