Generell über Autofahren in Norwegen
Norwegischer Straßenstandard
Norwegische Geschwindigkeitsgrenzen, Alkoholgrenzen und Gebührenniveau

Mautgebühren (Bompenger) sowie öffentliche versus private Straßen
Autofahren im Winter / gesperrte Straßen
Unterschiede im Straßenverkehr zwischen Deutschland und Norwegen
Benzinsorten
ADAC / NAF



Beispiele für norwegische Verkehrsschilder


Geschwindigkeitsschilder aus Norwegen. Die allgemeine Grenze liegt bei 50 kmh in Ortschaften und 80 kmh auf Landstraßen. Zusätzlich gibt es verschiedene Zonen: 
30 (oft in Wohngebieten), 60 (oft in besiedelten Gebieten außerhalb geschlossener Ortschaften), 
70 (relativ selten), 
90 (die höchste erlaubte Geschwindigkeit in Norwegen auf einigen Autobahnen und neuen Straßen) 


Entfernungsschilder haben in Norwegen schwarze Buchstaben auf dunkelgelbem Grund (auf Autobahnen und Schnellstraßen weiße Buchstaben auf blauem Grund). Die Entfernungen werden immer in km angegeben.




Warnschilder sind (wie in Deutschland) ein rotes Dreieck auf weißem Grund. Die Warnungsgründe (hier: "Achtung Elche" und "Achtung Skiläufer") sind jedoch für Deutschland eher ungewöhnlich.
 (Abgesehen davon, daß einige sich ein Elchschild für die Wand im Wohnzimmer abgeschraubt haben.)

Steht unter einem Querrinnen-Warnschild das Wort "Ferist", weist dies auf ein Viehgatter hin.

Steht unter einem Warnschild das Wort "Gardstun", weist das darauf hin, daß die Straße durch einen Hof führt, wo langsame Fahrzeuge wie Traktoren unterwegs sein und unvermittelt die Straße überqueren oder auf sie einbiegen können.



Dieses Schild ist relativ häufig in Norwegen und warnt vor einer scharfen Kurve.



Lokale Schilder zu Kirchen, Sehenswürdigkeiten usw. haben schwarze Buchstaben auf weißem Grund und oft eine Entfernungsangabe.



Umleitung.  Daß man umgeleitet wird, passiert in Norwegen auch manchmal. In Gegenden mit wenig Straßen kann man dann riskieren, ganz woanders langfahren zu müssen als geplant.



Straßenwegweiser in Norwegen. Es ist immer ein Vorteil, die Straßennummer von der Straße, auf der man ist, und von der, auf die man will, zu wissen. Straßennummern mit weiß auf grün sind Europastraßen, während alle anderen Straßen Straßennummern mit schwarz auf weißem Grund haben. 
(Auf den wenigen Autobahnen und Schnellschtraßen haben solche Informationsschilder weiße Buchstaben auf blauem Grund.)



Dieses Schild sieht man wenn man in Norwegen von der Fähre kommt oder eine Landesgrenze passiert (zumindest noch solange Norwegen nicht in der EU ist).



Ortseingangsschilder sind in Norwegen blau-weiß. So eine Schild wie der oben sollte man also sehen, wenn man z.B. nach Elverum hineinfährt. Ortsausgangsschilder sind dagegen nicht gewöhnlich (dann wird oft nur die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben).



Straßeninformation in Norwegen. Man befindet sich auf der Straße Nr. 4 und als nächstes biegt rechts eine Straße nach Fagernes ab. (Logisch genug)



Noch ein Beispiel für Ausschilderung entlang norwegischer Straßen.

 


Generell über Autofahren in Norwegen:
Wie alle, die schon einmal in Norwegen Auto gefahren sind, bestätigen können, und wie man mit einem Blick auf die Karte schnell feststellen kann: Norwegen ist ein anspruchsvolles und kompliziertes Land für den Straßenbau. Tiefe Fjorde, über die man keine Brücken bauen kann, große Höhenunterschiede auf kleinsten Distanzen und steile Felswände direkt in die Fjorde hinein, wo jeder Straßenmeter aus dem Fels herausgeprengt werden muß, dazu viele bewohnte Inseln vor der Küste. Deshalb ist jeder neue Straßenmeter hier viel teuerer als in z.B. Dänemark oder Deutschland.
Dazu kommt die Tatsache, daß Norwegen ziemlich dünn besiedelt ist (siehe Lage und Geographie, Bevölkerung).
Wenn man das bedenkt, ist der Straßenstandard in Norwegen relativ gut. 
Schaut man die Straßen an sich an, scheint Südostnorwegen (um Oslo herum) den besten Standard zu haben, aber wenn man das in Relation zur Bevölkerungsdichte setzt und bedenkt, daß in Südostnorwegen landschaftlich der Straßenbau recht einfach ist, stimmt das nicht mehr. Nach Berechnungen des Kosten-Nutzen-Verhältnisses wäre eine Verbesserung der Straßen in Südostnorwegen am lohnenswertesten für die Gemeinschaft. Trotzdem geht der Aus- und Neubau von Straßen hier sehr langsam voran, während ständig irgendwelche Inselgemeinden vor der Küste mit einer Handvoll Einwohnern eine Festlandsverbindung bekommen. 
Die meisten Hauptstraßen haben einen verhältnismäßig guten Standard (6,5 Meter Breite), doch vor allem im Fjordland sind die Straßen oft deutlich schmaler. Nebenstraßen sind im ganzen Land von sehr unterschiedlichem Standard.

In Norwegen gibt es:

  • Haupstraßen: Europastraßen und Reichsstraßen (E und RV). Europastraßen haben weiße Straßennummern auf grünem Grund, während die Reichsstraßen die normale Farbkombination mit schwarzen Nummern auf weißem Grund haben. Im Fjordland können auch Europastraßen so schmal sein, daß zwei LKWs nicht aneinander vorbeikommen. Reichsstraßennummern sind 1 bis 99.

  • Fylkesstraßen (Provinzstraßen): Diese sind kleinere Straßen innerhalb einer Fylke (Provinz, siehe Lage und Geographie, Verwaltung). Diese können manchmal relativ gut, aber manchmal auch sehr eng und kurvig sein. Diese sind mit schwarzen Nummern auf weißem Hintergrund ausgeschildert und bestehen immer aus dreistelligen Straßennummern.

  • Lokalstraßen: Diese verlaufen innerhalb einer Gemeinde und sind nicht nummeriert. Als Tourist fährt man nicht so häufig auf solchen Straßen.

  • Private Straßen: Norwegen hat sehr viele private Straßen, vor allem im Wald und in den Gebirgsregionen. Am interessantesten für Touristen sind wahrscheinlich die vielen privaten Gebirgsstraßen. So gut wie alle Privatstraßen sind mit Mautgebühr belegt. (20-50 NOK ist normal.)

    Bekannte private Gebirgsstraßen sind z.B.:
    - Peer-Gynt veien (Skeikampen - Vinstra)
    - Friisveien (Ringebu - Østerdalen)
    - Jotunheimveien (Bygdin - Gausdal)
    - Panoramaveien (Ulnes - Hemsedal)
    - Slettefjellveien (Beito - Vang)
    - Straße von der RV51 nach Glitterheim
    - Straße von der RV55 nach Spiterstulen (Visdalen)
    - Straße von der RV55 nach Leirvassbu (Leirdalen)
    - Straße von der RV55 zur Jyvasshytta

Die Telefonnummer der allgemeinen Straßeninformation (Auskünfte über die Zustände, Wetterverhältnisse und evtl. Sperrungen) ist 175 (nur von Norwegen aus erreichbar; warten Sie die erste Ansage auf Norwegisch ab und auf den Operator, der hoffentlich wenigstens Englisch spricht). 
Internet: www.vegvesen.no

 


Norwegischer Straßenstandard:
Es gibt bestimmt zahlreiche Wohnmobilfahrer, die in Norwegen adrenalinreiche Momente erlebt haben. Die schmalen und kurvenreichen Straßen des Westlandes (Fjordlandes) und teilweise auch Nordnorwegens (Nebenstraßen entlang der Küste) sind von einem anderen Kaliber als die E6 und Co. Hier muß man ständig bremsbereit sein, sei es wegen einer scharfen Kurve oder Gegenverkehr (oder beidem zusammen, was dann besonders spannend ist). 
Einige Straßen sind für Wohnwagen nicht geeignet oder wirklich nur für geübte Fahrer zu empfehlen. Wenn Sie Tagesetappen im Fjordland planen, sollten Sie mit 50 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit oder weniger rechnen. Als Wohnmobilfahrer hat man es hier besonders schwer, und man sollte wissen, wie man mit dem Ding rückwärts fährt (am besten es auch gut beherrschen), da diese Straßen auch von Bussen und schweren LKWs befahren werden. Es gibt in regelmäßigen Abständen Ausweichstellen (manchmal mit einem "M" für "møteplass" gekennzeichnet). 
Es gibt im Fjordland einzelne Straßenabschnitte (z.B. auf der Schneestraße zwischen Aurland und Lærdal am inneren Sognefjord), wo es auch zwei PKWs nicht leicht haben, aneinandervorbeizukommen, wobei der eine dann bereits halb auf dem Wiesenhang und der andere hart an der Mauerbegrenzung zum Fjord hinunter (Nervenkitzel!) hängt.

Die öffentlichen Straßen sind landesweit größtenteils asphaltiert (wenn auch manchmal mit einem sehr groben, lauten Rollsplit) - aber einige kleinere sowie fast alle private Straßen sind nur mit Schotter bedeckt.

Straßenarbeiten sind in der Touristensaison sehr häufig, weil durch den Winter oft nur im Sommer gearbeitet werden kann, und dies wegen der Frost- und Spikesschäden regelmäßig geschehen muß.  


Norwegische Geschwindigkeitsgrenzen, Alkoholgenzen und Gebührenniveau:
In Norwegen gibt es zwei Hauptgeschwindigkeitsgrenzen: 50 (Wohngebiete / Ortschaften) und 80 (Landstraßen). 
Zusätzlich werden verschiedene andere Geschwindigkeitszonen benutzt: 30 und 40 (in Wohngebieten), 60 und 70 (in der Nähe von Wohngebieten) und 90 (auf Autobahnen und sehr guten Landstraßenstrecken). Wohnmobile mit einem Gesamtgewicht über 3500 kg und Autos mit gebremsten Anhänger dürfen generell nur 80 fahren (mit ungebremsten Anhänger nur 60).

Norwegen hat sehr hohe Strafbegühren beim Übertreten der Straßenverkehrsregeln (für die Gebührensätze im Jahr 2000 hier  klicken). 
Bei gröberen Übtertretungen verliert man zusätzlich den Führerschein (Ausländer bekommen den Führerschein bei der Ausreise zurück). Als Ausländer muß man auch damit rechnen, den Führerschein abgeben zu müssen, wenn man das Ticket nicht sofort bar oder mit Kreditkarte bezahlen kann. Die norwegische Polizei macht sich nämlich nich die Mühe, Verkehrssünder im Ausland weiter zu verfolgen.
Die Blutalkoholgrenze liegt bei 0,2 (!) Promille, und das Fahren unter Alkoholeinfluß wird ebenfalls streng bestraft. 
Die norwegische Polizei ist sehr eifrig mit Kontrollen (kein Wunder bei dem Gebührenniveau), und aufgrund der hochmoderner Laserpistolen stehen die Polizisten sehr gut versteckt im Gebüsch und man sieht die Geschwindigkeitskontrollen selten rechtzeitig! 
In städtischen Gebieten und entlang stark unfallbelasteter Strecken (wie z.B. die E18 durch die Fylke Vestfold oder der E6 durch das Gudbrandsdalen) stehen oft auch festmontierte Kameraboxen entlang der Straße, die die Verkehrsteilnehmer dazu zwingen, die Begrenzung einzuhalten (angezeigt mit "automatisk trafikkontroll").


Mautgebühren (Bompenger) sowie öffentliche versus private Straßen:
Vor noch 25 Jahren war "bompenger" (Mautgebühr) ein fast unbekannter Begriff in Norwegen; es gab sie vielleicht auf privaten Straßen, aber kaum im öffentlichen Straßenverkehr. Seit neuerem aber finanziert man dadurch besonders kostenaufwendige Straßenbauprojekte wie Tunnels oder Brücken, und Mautstationen sind sehr populär geworden. 
Ein anderer Grund für Mautstationen ist, daß man die Autofahrer dazu bringen will, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Städte zu fahren, weshalb einige (Oslo, Bergen, Porsgrunn etc.) von einem Mautstationenring umgeben sind, wo jeder bezahlen muß, der mit dem Auto in die Stadt hineinwill (diese Maßnahme sollte helfen, das Verkehrsproblem in diesen Städten in den Griff zu kriegen, mit äußerst zweifelhaftem Erfolg. Eine gute Einnahmequelle ist es aber unbedingt!). 
Die große Mautstation in Lier (nahe Drammen) auf der E18 machte damals den Anfang. Sie sollte planmäßig 18 Jahre stehen, also jetzt schon abgebaut sein. Ist sie aber nicht. Die Stehzeit ist auf 26 Jahre verlängert worden (sie ist warscheinlich ein zu gute Goldgrube für die Behörden?).
Es gibt aber auch Beispiele fur Mautstraßenprojekte, die nach Abzahlung wirklich niedergelegt worden sind: Die Brücke über den Mjøsa-See (an der E6 nördlich von Hamar und Gjøvik) ist seit ein paar Jahren frei, die Atlantikstraße zwischen Molde und Kristiansund ist im Sommer 1999 gebührenfrei geworden, und 2000 ist die Mautstation an der E16 zwischen Hønefoss und Sandvika (Sollihøgda) geschlossen worden. 

Heute bezahlt man für etwa 35 öffentliche Straßenprojekte in Norwegen Mautgebühr. Diese betrug im Jahr 1998 gut 2 Milliarden NOK (10,2 % mehr als 1997) und 1999 bereits knapp 2,5 Milliarden NOK (12 % mehr als 1998). Während diese Einzahlungen von den Autofahrern steigen, wird das Staatsbudget für den Straßenbau gekürzt.

Neben den öffentlichen Mautstraßen gibt es Hunderte von privaten Mautstraßen in Norwegen. Oft sind dies Gebirgs- oder Waldstraßen (siehe oben). Diese Straßen sind hauptsachlich für die Waldwirtschaft, Almenbetrieb auf dem Fjell oder Wasserkraftausbau gebaut geworden, einige, wie der Galdhøpiggveien (von der RV 55 zur Juvasshytta in Jotunheimen), dagegen ausschließlich aus touristischen Gründen. Viele von diesen Straßen sind im Winter gesperrt und einige öffnen erst recht spät (=Juni).

Auf den öffentlichen Hauptstraßen kostet es normalerweisse 13-20 NOK pro Passage der Mautstation. Zur Zeit sind das 15 NOK in Oslo, 15 NOK in Drammen (E18), 15 NOK Langangen (E18), aber einige wie z.B. Inselverbindungen und große Tunnellprojekte (z.B. Rennfast, der Unterseetunnel nördlich von Stavanger, das Trekantsambandet, unterseeische und Brückenverbindung der Insel Stord mit dem Festland und die "Fastlandsforbindelse til Magerøya", der Tunnel zwischen Kåfjord und der Nordkapinsel Magerøy, kosten deutlich mehr.
Auf den privaten Straßen liegt die Gebühr zwischen ca. 20 und 50 NOK.


Autofahren im Winter / gesperrte Straßen
Große Teile Norwegens haben einen recht langen Winter, vor allem Nordnorwegen und die Gebirgsregionen in Südnorwegen. Aber aufgrund der nördlichen Lage herrschen in den tiefsten Wintermonaten eigentlich überall im Land winterliche Straßenbedingungen. 
Deshalb besitzt so gut wie jeder Norweger zwei Reifensets: Sommer- und Winterreifen, wobei Spikes als Winterreifen über große Teile des Landes gebräuchlich sind (verboten zwischen Mitte April und Oktober). 
Für ein normale Winterfahrten in Norwegen kommt man aber mit guten Winterreifen und evtl. ein paar Schneeketten (für den Notfall) gut klar, wenn man entsprechend vorsichtig fährt. Die Fährgesellschaften vermieten auch Spikesreifen und helfen beim Aufziehen bei der Ankunft in Norwegen. Die eigenen Reifen werden solange eingelagert.

Wenn man im Winter über irgendwelche Gebirgspäße will, sollte man immer genug Essen / Getränke und vor allem warme Kleidung dabeihaben. Es passiert sehr selten, aber es passiert, daß sich das Wetter schnell ändert und man eine Nacht im Auto verbringen muß, weil man einschneit.

Dieselfahrzeuge sollten bei der Anreise möglichst leergefahren und erst auf norwegischer Seite vollgetankt werden. Dies wegen des Winterdiesels, welches den kalten Temperaturen wesentlich besser standhält als das "kontinentale" Diesel.

Viele der Gebirgsübergänge sind im Winter während einiger Perioden mit schlechtem Wetter (z.B. RV 7 über die Hardangervidda) geschlossen, ganz geschlossen (siehe unten) oder werden in der Kolonne gefahren ("kolonnekjøring"), was bedeutet, daß man in einer Kolonne hinter einem Schneepflug fahren muß. 
Unten folgt einen Tabelle über die im Winter ganz gesperrten Straßen. (Die Monatsangaben variieren je nach Schneeverhältnissen). 
In Norwegen können Sie die Tel. 175 anrufen und die neuesten Informationen über die Fahrbedingungen auf Ihrer gewünschten Strecke abfragen (nur von Norwegen aus erreichbar; warten Sie die erste Ansage auf Norwegisch ab und auf den Operator, der hoffentlich wenigstens Englisch spricht). 
Internet: www.vegvesen.no

Straßennummer Strecke Monat Nr.
E 69 Skarsvåg - Nordkapp 10 - 05
13 Gaularfjellet 01 - 04
13 Vikafjellet 01 - 03
51 Valdresflya 11 - 05
55 Sognefjellet 11 - 06
63 Geirangervegen (Geiranger - Langevatnet) 11 - 05
63 Trollstigen 10 - 06
98 Ifjordfjellet 12 - 06
252 Tyin - Eidsbugarden 10 - 06
520 Hellandsbygd - Røldal 11 - 06
Aurland - Lærdal 11 - 06
Brokke - Suleskard 11 - 05
Friisvegen 11 - 05

Unterschiede im Straßenverkehr zwischen Deutschland und Norwegen:
Im großen und ganzen ist Autofahren in Norwegen und in Deutschland recht ähnlich, wenn man vom Straßenstandard und einigen anderen kleinen Unterschieden absieht. In beiden Länder fährt man relativ zivilisiert und befolgt die Verkehrsregeln.

Der augenscheinlichste Unterschied ist, daß man in Norwegen auch tagsüber grundsätzlich (gesetzlich vorgeschrieben) mit Abblendlicht fährt. Diese Maßnahme hat seit ihrer Einführung die Unfallzahlen im Land drastisch reduziert.

Ein großer Unterschied sind die teilweise sehr schmalen, kurvigen und steilen Straßen (das kennt man u.U. von den Alpen). 

Ampeln stehen in Norwegen auch hinter der Kreuzung, so daß man sich als erster in der Schlange nicht den Hals verrenken muß, um die Ampel sehen zu können. 

Kreuzungen sind nicht immer mit einem Vorfahrtsschild markiert (verursacht manchmal Unsicherheit über die Vorfahrtslage). 

Abzweigungen sind meistens bereits ca. 500 m vor der Abfahrt ausgeschildert und dann an der Abfahrt nochmals. Manch einer ist schon drauf reingefallen und wollte sofort beim ersten Schild abbiegen (und stand dann plötzlich auf einer Hofeinfahrt o.ä.).

Ein anderer Unterschied sind die in Norwegen immer häufiger werdenden Kreisverkehre, die vor allem außerhalb der größeren und in den kleineren Städten und Orten die Ampeln ersetzen (Ampeln gibt es überhaupt nur in Städten, und viele Autofahrer sehen nur eine bei der Ausfahrt von der Fähre und eine, wenn sie nach dem Urlaub wieder zur Fähre kommen). Im Kreisverkehr hat der Vorfahrt, der von links kommt (also sich im Kreisel befindet; wie in Deutschland auch). 


Benzinsorten
In Norwegen sind folgende Benzinsorten gebräuchlich:

  • 95 Oktan grün, entspricht bleifrei Super

  • 98 Oktan grün, entspricht bleifrei Super Plus

  • 98 Oktan rot, entspricht verbleitem Super

  • Diesel

An einigen Tanksäulen muß man vor dem Tanken die Oktanzahl wählen. Bleifreies Normalbenzin bekommt man in Norwegen nicht. Die mit "avgiftsfri" markierten (und meist hinter den Tankstellen versteckten) Dieselsäulen sind verboten, dieses Diesel dürfen nur landwirtschaftliche Maschinen, Baufahrzeuge u.ä. tanken. Dieses abgabenfreie und deshalb deutlich billigere Diesel ist gefärbt, und bei einer Kontrolle wird es teuer, wenn man falsch getankt hat!!! 


ADAC / NAF
Der norwegische Pannendienst ist der NAF (Norges Automobil Forbund), vergleichbar mit dem ADAC. ADAC-Mitglieder bekommen kostenlose Pannenhilfe. Autoreparaturen sind wegen des hohen Kostenniveaus in Norwegen ein kostspieliges Vergnügen. Entlang der touristischen Hauptrouten gibt es einige Notrufsäulen.

Der NAF ist rund um die Uhr erreichbar:

Norges Automobil Forbund
Storgata 2
N-0105 Oslo
Tel: 22 34 16 00

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