Ausgewählte Übernachtungsstätten in Norwegen:  Øvsterbø Fjellstove (Aurlandsdalen) 01.01.2003
 

Østerbø Fjellstove
Die Østerbø fjellstove (Berggasthof Østerbø) liegt idyllisch am Aurdalsvatnet im Aurlandsdalen, ca. 820 mü0. Man biegt von der RV50 ab und steht 500 Meter später vor der Tür der Touristenhütte. Østerbø existiert schon mehrere Jahrhunderte, doch erst ab 1938 fungierte es als Übernachtungsstätte für Touristen.
Die Berghütte liegt am oberen Ende der Kernetappe des berühmten Wanderweges durch das Aurlandsdalen. Traditionell versteht man unter der Wanderung durch das Aurlandsdalen die 3-4 tägige Tour von Finse (1222 mü0) über Geiterryggen, Steinbergdalen und Østerbø hinunter nach Vassbygdi in Aurland, auf ca. 50 mü0 gelegen. Die meisten begnügen sich heute allerdings mit der letzten und reizvollsten Etappe, welche ca. 6 Stunden dauert. Diese Wanderung führt durch eine der wildesten und schönsten Landschaften, die Norwegen zu bieten hat - vom Hochgebirge bis zur Fjordlandschaft. Auf dem Weg durch das Tal passiert der Wanderer eine kulturhistorische Stätte nach der anderen. Auch die Flora ist mit ihrer ganzen Pracht im Tal anwesend. Es sind ganze 684 Pflanzenarten im Tal registiert, und man trifft auf enorme Bestände des sonst seltenen und herrlichen Dickblatt-Steinbrechs.

Wie schon erwähnt, liegt Østerbø perfekt, um das Aurlandsdalen zu bewandern, sowohl als Zwischenübernachtungsstätte auf dem Weg von der Geiterrygghytta herab oder um hier nach einer guten Nacht und einem herzhaften Frühstück seine Aurlandsdalenwanderung zu beginnen.
Aber auch neben dem Aurlandsdalen, dem großen Ziehpflaster, hat die Region eine Menge zu bieten. Es gibt viele Möglichkeiten zu kürzeren Touren in der unmittelbaren Umgebung, zum Angeln oder auch zu weiteren Wanderungen in großartiger Hochgebirgsnatur zwischen ewigem Schnee und blitzenden Gebirgsseen.

Die Wirtin von Østerbø ist Nina, die zusammen mit den anderen Mitarbeitern dafür sorgt, daß man sich vom ersten Augenblick an wie zu Hause fühlt. Sie helfen auch mit Tourenvorschlägen oder Tips für andere Aktivitäten. Aufgrund seiner zentralan Lage eignet sich Østerbø nämlich auch hervorragend als Basis für einen mehrtägigen Aufenthalt.  
An beiden Talseiten führt eine Reihe Wanderwege hinauf ins Gebirge, und wenn man zurückkommt, waretet eine warme Dusche und ein gutes Abendessen auf einen. 
Wenn man mit dem Auto hier ist, sind die Möglichkeiten noch zahlreicher. Dann liegen Ziele wie der Hallingskarvet, die Hardangervidda, der Sognefjord, ja sogar Jotunheimen oder Bergen in Tagestour-Reichweite.

Die Østerbø Fjellstove ist im Winter geschlossen, öffnet jedoch über Ostern und hat normalen Sommerbetrieb von Ende Mai bis Mitte Oktober.

Die Østerbø fjellstove hat eine eigene Internetadresse, wo man weitere Informationen erhält, die Wirtin kontakten und Zimmer reservieren kann: http://www.aurlansdalen.com

Bildergalerie, Tourbericht, Etappenbeschreibungen und umfassende Informationen über das Aurlandsdalen finden Sie hier.

Die Østerbø Fjellstove im Rampenlicht:
Selbst eine kleine Berghütte kann mitunter schon mal in den Medien landen. 
Vor einigen Jahren kam es einigen Journalisten zu Ohren, daß das Aurlandsdalen die Liebeslust bei Leuten anrege und tauften es daraufhin das Liebestal. Eine landesdeckende Zeitung brachte einen großen Artikel darüber, und die Wirtsleute von Østerbø wurden interviewt und gefragt, was sie glaubten sei die Ursache ("erektive Fjellformationen" verriet uns der Besitzer, als wir dawaren) :)   
Ein paar Jahre später war der UN-Generalsekretär Kofi Annan zu Besuch in Norwegen und zusammen mit DNT's Generalsekretär Øystein Dahle auf der Wanderung durch das Aurlansdalen. Unterwegs übernachteten sie u.a. in der Østerbø Fjellstove. Dies wurde ein eindrucksvolles Beisammensein, sowohl für Kofi Annan (der später einer Zeitung sagte, eins der beeindruckendsten Erlebnisse seiner Reise in Norwegen sei die Übernachtung mit gutem Essen, Erzählen und Liedersingen auf Østerbø gewesen) und die Wirtsleute von Østerbø.

Der Speisesaal der Østerbø Fjellstove. Die Stirnwand besteht aus einem einzigen, großen Naturgemälde, und unter dem Dach hängt ein ausgestopfter Steinadler. Die vielen großen Fenster bieten einen schönen Blick auf die großartige Natur.

Øvsterbø Fjellstove - ein wenig Geschichte
Die Höfe im Aurlandsdalen wurde im 17. Jahrhundert besiedelt, aber es existieren Zeugnisse, die auf eine Besiedlungdes Tals schon vor der Pest im Jahre 1349 deuten. Danach lag das Tal 250 Jahre lang unbevölkert, ein Schicksal, das es mit vielen anderen Bergsiedlungen im Land teilte. In der blütereichsten Zeit gab es 10 Höfe im Tal, welche ganzjährig bewohnt waren (eine Besonderheit so weit oben auf dem Fjell, wo sonst meist nur Almhöfe mit Sommerbetrieb lagen).  Heute sind alle Höfe im Tal verlassen (Sinjarbu, welches sehr liebevoll restauriert wurde, dient heute wieder als Alm, aber eine ganzjährige Besiedlung gibt es nicht). Viele emigrierten nach Amerika.

Der Bergfriedhof auf Østerbø wurde von 1858 bis 1911 benutzt. Durch die totale Isolierung der Höfe im Winter konnten die Verstorbenen nicht hinunter in die nächste Siedlung (Vassbygdi/Aurland) gebracht werden. 1953 wurde ein Gedenkstein für die 27 Menschen errichtet, die hier begraben liegen.

Øvstebø (Østerbø) wurde 1626 erstmals erwähnt. Damals waren es zwei Höfe. Der Hof, der heute die Østerbø Fjellstove ist, war bis 1860 im Besitz einer Aurlandsfamilie. Dann kaufte der "Stor Uren" - der Große Uren - aus Urdvassbotn am Strandavatn den Hof. Der letzte Bauer war Svend Svendsen aus Hol. Er bewirtschaftete den Hof von 1895 bis 1911 und ist der letzte, der auf dem Bergfriedhof bei Østerbø bestattet wurde.
Svend Svendsen's Erbe verkaufte 1930 den Hof an Johannes Midje, der mit seiner Tochter Karoline verheiratet war. Johannes und Karoline Midje bewirtschfteten den Hof Belle in Vassbygdi und benutzten Østerbø als Almhof.
Bereits seit 1890 erhielten die Höfe im Aurlandsdalen Zuschüsse vom DNT, so daß Wanderer hier Unterkunft und Essen erhalten konnten. Østerbø wurde 1938 zu einer Übernachtungsstätte für Touristen. Die Familie Midje betrieb die Berghütte bis 1988, als sie vom dem heutigen Eigentümer Per Steinar Melås übernommen wurde.

Die Trollstube gehört zusammen mit dem Konferenzsaal, der Bierstube und dem "Liebesspeicher" zu den Räumlichkeiten, die Østerbø seine besondere Atmosphäre, Wärme und Charme verleihen, nicht zu vergessen mit der Rezeption aus dem 18. Jahrhundert. In der Trollstube findet man eine große Sammlung ausgestopfter Vertreter der norwegischen Fjellfauna und natürlich Trolle, welche kunstvoll aus Holz geschnitzt sind.

Østerbø hat fortlaufend Ausbauten und Renovierungen durchgemacht und ist heute eine moderne Touristenhütte mit gemütlichem, traditionsreichem Interieur und Übernachtungsmöglichkeiten auf Zimmern oder in sehr schön ausgestatteten Hütten. 
 
Die wichtigsten Neuerungen/Ausbauten auf Østerbø:

1973 Straßen- und Stromanschluß
1973-1975 größerer Umbau
1989 Der Hubschrauberlandeplatz wurde gebaut
1995 OL-Hütte und der"neue Stabbur". Beide wurden bei der Olympiade in Lillehammer benutzt und hinterher hierher gebracht.
1996 Ausbau des Konferenzsaals ("der Stall")
1997 Neue Hütten (Nr. 1-6)
1998 Neue Abwasser- und Filteranlage
1999 Trollstube + Billardzimmer + Renovierung der Zimmerabteilung
2000 4 neue Hütten (Nr. 7-10). Neue Küche. Bier- und Gepökeltes-Zimmer. Weite Zimmer werden renoviert. Der Campingplatz wird neu angesät.
2002 Der Konferenzsaal "Fjøsen" wird erweitert und renoviert und faßt heute 50-60 Personen.