| Østerbø Fjellstove
Die
Østerbø fjellstove (Berggasthof Østerbø) liegt idyllisch am Aurdalsvatnet im Aurlandsdalen, ca. 820
mü0. Man biegt von der RV50 ab und steht 500 Meter später vor
der Tür der Touristenhütte. Østerbø existiert schon mehrere
Jahrhunderte, doch erst ab 1938 fungierte es als
Übernachtungsstätte für Touristen.
Die Berghütte liegt am oberen Ende der Kernetappe des
berühmten Wanderweges durch das Aurlandsdalen. Traditionell
versteht man unter der Wanderung durch das Aurlandsdalen die 3-4
tägige Tour von Finse (1222 mü0) über Geiterryggen,
Steinbergdalen und Østerbø hinunter nach Vassbygdi in Aurland,
auf ca. 50 mü0 gelegen. Die meisten begnügen sich heute
allerdings mit der letzten und reizvollsten Etappe, welche ca. 6
Stunden dauert. Diese Wanderung führt durch eine der wildesten
und schönsten Landschaften, die Norwegen zu bieten hat - vom
Hochgebirge bis zur Fjordlandschaft. Auf dem Weg durch das Tal
passiert der Wanderer eine kulturhistorische Stätte nach der
anderen. Auch die Flora ist mit ihrer ganzen Pracht im Tal
anwesend. Es sind ganze 684 Pflanzenarten im Tal registiert, und
man trifft auf enorme Bestände des sonst seltenen und
herrlichen Dickblatt-Steinbrechs.
Wie schon erwähnt, liegt Østerbø perfekt, um das
Aurlandsdalen zu bewandern, sowohl als
Zwischenübernachtungsstätte auf dem Weg von der
Geiterrygghytta herab oder um hier nach einer guten Nacht und
einem herzhaften Frühstück seine Aurlandsdalenwanderung zu
beginnen. 
Aber auch neben dem Aurlandsdalen, dem großen Ziehpflaster, hat
die Region eine Menge zu bieten. Es gibt viele Möglichkeiten zu
kürzeren Touren in der unmittelbaren Umgebung, zum Angeln oder
auch zu weiteren Wanderungen in großartiger Hochgebirgsnatur
zwischen ewigem Schnee und blitzenden Gebirgsseen.
Die Wirtin von Østerbø ist Nina, die zusammen mit den
anderen Mitarbeitern dafür sorgt, daß man sich vom ersten
Augenblick an wie zu Hause fühlt. Sie helfen auch mit
Tourenvorschlägen oder Tips für andere Aktivitäten. Aufgrund
seiner zentralan Lage eignet sich Østerbø nämlich auch
hervorragend als Basis für einen mehrtägigen Aufenthalt.
An beiden Talseiten führt eine Reihe Wanderwege hinauf ins
Gebirge, und wenn man zurückkommt, waretet eine warme Dusche
und ein gutes Abendessen auf einen.
Wenn man mit dem Auto hier ist, sind die Möglichkeiten noch
zahlreicher. Dann liegen Ziele wie der Hallingskarvet, die Hardangervidda,
der Sognefjord, ja sogar Jotunheimen oder Bergen in
Tagestour-Reichweite.
Die Østerbø Fjellstove ist im Winter geschlossen, öffnet
jedoch über Ostern und hat normalen Sommerbetrieb von Ende Mai
bis Mitte Oktober.
Die Østerbø fjellstove hat eine eigene Internetadresse, wo
man weitere Informationen erhält, die Wirtin kontakten und
Zimmer reservieren kann:
http://www.aurlansdalen.com.
Bildergalerie, Tourbericht, Etappenbeschreibungen und umfassende
Informationen über das Aurlandsdalen finden Sie hier.
Die Østerbø Fjellstove im Rampenlicht:
Selbst eine kleine Berghütte kann mitunter schon mal in den
Medien landen.
Vor einigen Jahren kam es einigen Journalisten zu Ohren, daß
das Aurlandsdalen die Liebeslust bei Leuten anrege und tauften
es daraufhin das Liebestal. Eine landesdeckende Zeitung brachte
einen großen Artikel darüber, und die Wirtsleute von Østerbø
wurden interviewt und gefragt, was sie glaubten sei die Ursache
("erektive Fjellformationen" verriet uns der Besitzer,
als wir dawaren) :)
Ein paar Jahre später war der UN-Generalsekretär Kofi Annan zu
Besuch in Norwegen und zusammen mit DNT's Generalsekretär
Øystein Dahle auf der Wanderung durch das Aurlansdalen.
Unterwegs übernachteten sie u.a. in der Østerbø Fjellstove.
Dies wurde ein eindrucksvolles Beisammensein, sowohl für Kofi
Annan (der später einer Zeitung sagte, eins der
beeindruckendsten Erlebnisse seiner Reise in Norwegen sei die
Übernachtung mit gutem Essen, Erzählen und Liedersingen auf
Østerbø gewesen) und die Wirtsleute von Østerbø.

Der Speisesaal der Østerbø
Fjellstove. Die Stirnwand besteht aus einem einzigen, großen
Naturgemälde, und unter dem Dach hängt ein ausgestopfter
Steinadler. Die vielen großen Fenster bieten einen schönen
Blick auf die großartige Natur.
Øvsterbø Fjellstove - ein wenig Geschichte
Die Höfe im Aurlandsdalen wurde im 17. Jahrhundert besiedelt,
aber es existieren Zeugnisse, die auf eine Besiedlungdes Tals
schon vor der Pest im Jahre 1349 deuten. Danach lag das Tal 250
Jahre lang unbevölkert, ein Schicksal, das es mit vielen
anderen Bergsiedlungen im Land teilte. In der blütereichsten
Zeit gab es 10 Höfe im Tal, welche ganzjährig bewohnt waren
(eine Besonderheit so weit oben auf dem Fjell, wo sonst meist
nur Almhöfe mit Sommerbetrieb lagen). Heute sind alle
Höfe im Tal verlassen (Sinjarbu, welches sehr liebevoll
restauriert wurde, dient heute wieder als Alm, aber eine
ganzjährige Besiedlung gibt es nicht). Viele emigrierten nach
Amerika.
Der Bergfriedhof auf Østerbø wurde von 1858 bis 1911
benutzt. Durch die totale Isolierung der Höfe im Winter konnten
die Verstorbenen nicht hinunter in die nächste Siedlung
(Vassbygdi/Aurland) gebracht werden. 1953 wurde ein Gedenkstein
für die 27 Menschen errichtet, die hier begraben liegen.
Øvstebø (Østerbø) wurde 1626 erstmals erwähnt.
Damals waren es zwei Höfe. Der Hof, der heute die Østerbø Fjellstove
ist, war bis 1860 im Besitz einer Aurlandsfamilie. Dann kaufte
der "Stor
Uren" - der Große Uren - aus Urdvassbotn am Strandavatn
den Hof. Der letzte Bauer war Svend Svendsen aus Hol. Er
bewirtschaftete den Hof von 1895 bis 1911 und ist der letzte,
der auf dem Bergfriedhof bei Østerbø bestattet wurde.
Svend Svendsen's Erbe verkaufte 1930 den Hof an Johannes
Midje, der mit seiner Tochter Karoline verheiratet war. Johannes
und
Karoline Midje bewirtschfteten den Hof Belle in Vassbygdi und
benutzten Østerbø als Almhof.
Bereits seit 1890 erhielten die Höfe im Aurlandsdalen
Zuschüsse vom DNT, so daß Wanderer hier Unterkunft und Essen
erhalten konnten. Østerbø wurde 1938 zu einer
Übernachtungsstätte für Touristen. Die Familie Midje betrieb
die Berghütte bis 1988, als sie vom dem heutigen Eigentümer Per
Steinar Melås übernommen wurde.

Die Trollstube gehört
zusammen mit dem Konferenzsaal, der Bierstube und dem
"Liebesspeicher" zu den Räumlichkeiten, die Østerbø
seine besondere Atmosphäre, Wärme und Charme verleihen, nicht
zu vergessen mit der Rezeption aus dem 18. Jahrhundert. In der
Trollstube findet man eine große Sammlung ausgestopfter
Vertreter der norwegischen Fjellfauna und natürlich Trolle,
welche kunstvoll aus Holz geschnitzt sind.
Østerbø hat fortlaufend Ausbauten und Renovierungen
durchgemacht und ist heute eine moderne Touristenhütte mit
gemütlichem, traditionsreichem Interieur und
Übernachtungsmöglichkeiten auf Zimmern oder in sehr schön
ausgestatteten Hütten.
Die wichtigsten Neuerungen/Ausbauten auf Østerbø:
| 1973 |
Straßen- und Stromanschluß |
| 1973-1975 |
größerer Umbau |
| 1989 |
Der Hubschrauberlandeplatz
wurde gebaut |
| 1995 |
OL-Hütte und der"neue
Stabbur". Beide wurden bei der Olympiade in
Lillehammer benutzt und hinterher hierher gebracht. |
| 1996 |
Ausbau des Konferenzsaals
("der Stall") |
| 1997 |
Neue Hütten (Nr. 1-6) |
| 1998 |
Neue Abwasser- und
Filteranlage |
| 1999 |
Trollstube + Billardzimmer +
Renovierung der Zimmerabteilung |
| 2000 |
4 neue Hütten (Nr.
7-10). Neue Küche. Bier- und Gepökeltes-Zimmer. Weite
Zimmer werden renoviert. Der Campingplatz wird neu
angesät. |
| 2002 |
Der Konferenzsaal
"Fjøsen" wird erweitert und renoviert und
faßt heute 50-60 Personen. |
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