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Die Hardangervidda ist Europas größte Hochebene und ist Norwegens größter
Nationalpark, welcher eine Fläche von 3.422 km² umfaßt. Dieser repräsentiert
eine besonders wertvolle Hochgebirgsregion, die ein wichtiger Aufenthaltsort
für Europas größten Wildrenbestand
und das südlichste Vorkommen des Polarfuchses, der Schneeule und vieler anderer
arktischer Pflanzen und Tiere ist. Der Nationalpark ist außerdem für seine
zahlreichen Seen und Wasserläufe mit Gebirgsforellen bekannt. Er wurde 1981
eingerichtet.
Die Hardangervidda ist ein typisches Hochgebirgsplateau mit weiten Ebenen und wellenartigen Bergpartien. Nur im Westen zum Sørfjord und Hardangerfjord hin sind die Gebirgslandschaft und die Berge dramatischer. Das harte Grundgestein in den südöstlichen Teilen des Nationalparks sind Reste einer über 1.000 Millionen
Jahre alten Gebirgslandschaft. Die Berge verwitterten, und das Meer überflutete die Ebenen. Die kalkreichen Gesteine im Nordwesten sind ursprüngliche Meeresablagerungen. Millionen von Jahren später wurden sie von einer großen, zusammenhängenden Gebirgsplatte bedeckt. Der Meeresgrund und die Gebirgsplatte wurden gepreßt und aufgefaltet, und eine neue Gebirgslandschaft stieg aus dem Meer empor. Der
Hardangerjøkulen und der
Hårteigen sind Reste dieser Bergkette, die besonders unter den Eiszeiten bis auf die Grundgesteine abgeschliffen wurde.
Aufgrund der Gesteine und des Klimas varriert die Vegetation in den westlichen und den östlichen Teilen der Vidda. im westlichen Teil herrschen mehr Niederschlag und gleichmäßigere Temperaturen, und demzufolge ist die Pflanzenproduktion größer. Die Ostvidda ist weit weniger fruchtbar. In schneearmen Regionen mit magerem Grundgestein sind windausgesetzte Hänge der nornale Naturtyp.
Vor ca. 9000 Jahren war die Hardangervidda eisfrei. Die Flechtendecke etablierte sich schnell auf der nackten Mark und bot den Rentieren eine Nahrungsgrundlage. Jedes Jahr im Frühling ziehen die großen Herden von den Winterweidegebieten auf der Ostvidda westwärts, wo hoher Niederschlag und nahrungsreicher Boden für eine gute Sommerweide sorgen. Anfang Mai erreichen die trächtigen Weibchen die Kalbgebiete auf der Westvidda. Werden die Tiere hier gestört, kann das große Folgen haben. Die Böcke und Jungrene ziehen etwas weiter abwärts und weiden im Birkenwald. Über den Sommer hinweg sind die Rene auf der Flucht vor Mücken und Bremsen, und mehrere tausend Tiere können dann auf den höherliegenden Schneeflächen versammelt sein. Nach der Brunst im Herbst ziehen die Tiere wieder ostwärts zu den windigen tieferliegenden Gebieten der Vidda.
Der Zugang zu Futter im Winter setzt die Grenzen für den Renbestand auf der Hardangervidda. Das Ziel der Wildrenverwaltung ist es, den Stamm so zu stabilisieren, daß er den Futterressourcen angepaßt ist. Lesen Sie mehr über die
Rentiere auf unserer eigenen Seite darüber unter Flora & Fauna im Gebirge.
Die Menschen kamen wahrschinlich zusammen mit den Renen nach der letzten Eiszeit zur Hardangervidda. Man hat rund 250 Wohnplätze aus der Steinzeit gefunden, und der älteste von ihnen stammt von ca. 6300 v. Chr. Die Menschen verlegten ihre Wohnplätze wahrscheinlich mit dem Zug der Rene. Zu dieser Zeit war die Vidda teilweise waldbedeckt, und man hat Knochenfunde von dem einen oder anderen Elch gefunden.
Die alten Verkehrswege, die die Vidda überqueren, waren wichtige Bindeglieder zwischen dem Ost- und dem Westland. Der bekannteste ist der sog. Nordmannsslepa, der von Veggli im Numedal nach Eidfjord führte und Abzweigungen nach Hol und Uvdal hatte. Jagd- und Fischerhütten und Almen liegen auf der Vidda und zeugen von einer Zeit mit härteren Lebensbedingungen.
Auch heute noch sind die Naturressourcen der Vidda von großem Wert für die umliegenden Siedlungen. Jedes Jahr werden große Schafherden zur Weide auf die Vidda geschickt.
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