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  Jotunheimen Nationalpark
 

Jøtunheimen - "Heim der Jøtunriesen" taufte der Dichter Aasmund Olavsson Vinje das Gebirge im Jahre 1862, inspiriert von der wilden Landschaft und der norrønen (nordischen) Mythologie. Die Jøten - die Trolle - haben hier ihr Heim. Jøtunheimen wurde später zu Jotunheimen, und dies ist der heutige Name für dieses mächtige Gebirgsgebiet mit den höchsten Bergen Nordeuropas.

Jotunheimen, das an der Grenze zwischen den beiden Fylken Oppland und Sogn og Fjordane liegt, ist eine im Großen und Ganzen unberührte Fjelllandschaft, die von majestätischen Bergen und Gletschern geprägt ist. Die beiden höchsten Berge Norwegens (und Nordeuropas), der Galdhøpiggen (2469 m) und der Glittertind (2452 m) liegen im Nationalpark. Doch die wildeste und alpinste Berglandschaft finden wir im Hurrungane-Gebirgsstock.
Mehrere große Bergseen liegen im Nationalpark, von denen der Gjende der größte ist. Im Spätsommer geben die Gletschersedimente ihm eine türkisgrüne Farbe. Der tiefblaue Bessvatn liegt gleich daneben. Zwischen den beiden führt ein markierter Wanderweg über den schmalen Grat Besseggen - eine der größten Attraktionen im norwegischen Fjellheim. Hier oder entlang des Grates der Knutshø auf der anderen Seite des Gjende vollführte Peer Gynt den waghalsigen Ritt auf einem Rentierrücken den Gjende-Grat hinunter. 

Jotunheimen hält den Höhenrekord für viele unserer Gebirgspflanzen. Am höchsten von allen geht der Gletscherhahnenfuß. Auf dem Glittertind findet man ihn auf 2370 m Höhe - nur hundert Meter unter dem Gipfel. Der Gegenblättrige Steinbrech und die Rosenwurz gehen hier bis 2300 m Höhe (zum Vergleich mit den Alpen: rechnen Sie ca. 1500 m dazu, um die entsprechende Höhe zu bekommen).
Das Gestein im Nationalpark ist an vielen Stellen kalkreich, ein wichtiger Grund für das reiche Pflanzenleben in Jotunheimen. Hier wachsen mehrere anspruchsvolle Arten wie z.B. die Silberwurz.
Einige der Pflanzenarten findet man nur in einzelnen Gebirgsregionen rund um den nördlichen Atlantik, z.B. Alpengänsekresse, Behaarter Mauerpfeffer und Alpen-Pechnelke. Dies verwunderte die Botaniker, und man glaubt, daß diese Arten die letzte Eiszeit auf isolierten eisfreien Flecken oder auf Berggipfeln, die aus dem Eis hervorragten, überstanden haben. 
Das meiste des Parks liegt über der Baumgrenze. Um den Gjende steht üppiger Moorbirkenwald, und in den östlichen Teilen des Nationalparks reicht die Baumgrenze bis 1200 mü0, die höchste im ganzen Land.

Jäger und Fischer haben Jotunheimen über mehrere tausend Jahre benutzt. Am Gjende und am Russvatnet gibt es Spuren von Wohnstätten von 3000 v.Chr. Heute erinnern uns die Fanggruben an eine Zeit, wo der Rentierfang eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Menschen darstellte. Der Fang mittels Fanggruben dauerte bis in das 19. Jahrhundert an, wo er verboten wurde. Heute gibt es in Jotunheimen hauptsächlich Hausrene, bis auf wenige Wildrene im Westen des Parks. 
Unter den verschiedenen Kulturdenkmälern Jotunheimens findet man Warten der alten Verkehrswege übers Gebirge und Reste von Falknerhütten. Früher wurde an mehreren Stellen Almenbetrieb betrieben, Gjendebu z.B. ist eine frühere Alm. Bei Memurubu ist der Almbetrieb noch heute in Gang. 
Jotunheimen war seit ca. 1850 eine der beliebtesten Regionen für Bergwandern im ganzen Land. Hurrungane mit dem Store Skagastølstind ist ein Mekka für den Klettersport.

Jotunheimen liegt zentral in Südnorwegen, zwischen dem Sognefjell und dem Bøverdal im Norden, dem Sjoadal im Osten, Valdres im Süden und dem Sognefjord im Westen. Es variiert etwas, welche Regionen zu Jotunheimen gerechnet werden und welche außerhalb liegen, aber eine gewöhnliche Grenze verläuft entlang der Reichsstraße 55 im Norden, Reichsstraße 51 im Osten, Bygdin im Süden und der Paßstraße zwischen Øvre Årdal und Turtagrø im Westen, also ein etwas größeres Gebiet, als vom Nationalpark und dem Naturschutzgebiet Utladalen abgedeckt wird.  

Obwohl von keiner anderen Region in Norwegen im gleichen Maße behauptet werden kann, sie sei das "Fjellnorwegen in einer Nußschale", vergingen fast 20 Jahre seit der Einrichtung Rondanes als ersten Nationalparks Norwegens bis auch Jotunheimen Nationalpark wurde. Ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit den großen Wasserkraftressourcen in und rund um Jotunheimen tragen wohl die Schuld daran.

Einige Schlüsseldaten über den Nationalpark:

Eingerichtet: 05.12.1980
Fläche: 1140 km² Nationalpark plus ca. 300 km² Naturschutzgebiet
Höhe: Der Galdhøpiggen ist mit seinen 2469 Metern nicht nur der höchste Punkt des Nationalparks, sondern auch des Landes.
Karten:

Jotunheimen 1:100 000 deckt den gesamten Nationalpark.


Wanderkarten Jotunheimen Aust und Jotunheimen Vest im Maßstab 1:50 000 decker zusammen den gesamten  Nationalpark. 

Von der Kartenserie M711 im Maßstab 1:50 000 benötigt man die folgenden 6 Blätter, um den gesamten Nationalpark abzudecken: 

1617 IV Gjende
1618 III Glittertinden
1518 II Galdhøpiggen
1518 III Sygnefjell
1517 IV Hurrungane
1517 I Tyin

Verwaltung: Landesregierung in Sogn og Fjordane und Oppland, sowie die staatliche Naturüberwachungsstelle in Lom
Lage: Der Nationalpark liegt in Teilen folgender Landkreise (Kommunen):

Lom, Vågå und Vang in der Provinz Oppland 
Årdal und Luster in der Provinz Sogn og Fjordane 

Fischen:

Gegen Angellizenz auf den staatlichen Grundstücken der Kommunen Vågå og Lom. Die Angelkarte kann auf den Touristenhütten gekauft werden. Zzgl. der generellen Angelsteuer. 

Mehr über Landschaft, Geologie und Geschichte des Jotunheimen Nationalparks können Sie im Artikel: Jotunheimen und der Nationalpark lesen.

 

 


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