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 Reisa Nationalpark
 

Im Laufe der Jahrtausende hat sich der Reisafluß tief in die Gebirgsebenen eingeschnitten und das langegestreckte Reisadalen geschaffen, welches das Kerngebiet des 1986 errichteten, 803 km² großen Reisa Nationalparks ist. Enge Täler und Kluften, mächtige Wasserfälle (darunter der 269 m hohe Mollisfossen), Klamms und riesige eiszeitliche Felsauswaschungen prägen Teile des Nationalparks, der eine so gut wie unberührte Lanschaft bewahren soll. Die Grundgesteine sind sehr variiert. Das Pflanzen- und Vogelleben im Park gehört zu den artenreichsten Nordnorwegens. 

Die beste Art, den Reisa Nationalpark zu erreichen, ist zu Fuß dem Reisafluß aufwärts zu folgen oder mit einem der langen, schmalen Boot auf dem Fluß zu fahren. In den Überschwemmungszonen entlang des Flußes steht dichter Laubwald, in dem wilde Johannisbeeren wachsen. Im Weidengürtel weiter talaufwärts ist die hübsche blaue Himmelsleiter häufig (siehe auch Flora & Fauna im Gebirge und Gebirgspflanzenführer). Nördlich von Imo steigen die Felswände steil und hoch auf und formen das Tal zu einem großen Canyon. Der mächtige Imofossen wird durch zwei Flüsse gebildet, die sich die senkrechte Granitwand hinabstürzen und sich in der engen Schlucht treffen, in der es auch zahlreiche eiszeitliche Felsauswaschungen gibt.
An den Felswänden entlang des Reisaflusses läßt sich die Geschichte der letzten 2.000 Millionen Jahre ablesen. Zuunterst liegen die Grundgesteine Granit und Gneis. Darauf liegt eine 200 m dicke Gleitschicht aus Sand und Lehm (Dividalsgruppe), auf die vor 400 Millionen Jahren widerum eine Schicht aus verschiedenen Gesteinen geschoben wurde. An der Avvekluft kann man die Grenze zwischen dem grundgestein, der Dividalgruppe und den Deckgesteinen deutlich sehen. 

Weiter taleinwärts ändert die Landschaft ihren Charakter und geht in weitgestreckte Fjellhügel und Moore über.
Dieser große Variationsreichtum an Gesteinen und Landschaft bildet die Grundlage für ein vielfältiges und artenreiches Tier- und Pflanzenleben, das einen Einschlag von mehreren östlichen und nördlichen Arten aufweist. Steile Felsklippen und schwer zugängliche Waldgebiete und Gebirgsebenen geben Raubvögeln gute Lebensbedingungen. Der Rauhfußbussard ist der häufigste, doch Wanderer können auch Steinadler, Turmfalk und Jagdfalken beobachten.
Im Nationalpark und den Gebirgsregionen rundherum gibt es einen Bestand an Luchs, Vielfraß und dem vom Aussterben bedrohten Polarfuchs. Der samische Name Njállaávzi bedeutet Eisfuchskluft und zeugt davon, daß dieser hier seit langem zugegen war. Im Winter ernährt sich der Polarfuchs hauptsächlich von den Resten der Beute des Vielfraßes, die mit Vorliebe Rentierfleisch darstellt. Das größte nordeuropäische Raubtier, der Braunbär, kommt als Streiftier im Nationalpark vor. 

Das Reisadalen wird von verschiedenen Kulturen geprägt. Sowohl die Rentierzüchter als auch die seßhafte Bevölkerung, die samischer, finnischer (kvænischer) und norwegischer Abstammung ist, haben die Region benutzt und sind Ursprung von Ortsnamen und Kulturdenkmälern. Die Besiedlung des Reisadalens läßt sich bis mindestens zum 16. Jahrhundert zurückführen, als sich samische Weidegemeinschaften hier aufhielten. Im 18. Jahrhundert kamen finnische Einwanderer und ließen sich hier nieder. Sie waren es wahrscheinlich, die das eigenartige Reisaboot ins Tal mitbrachten. Dies war ursprünglich ein Stechboot, ist aber heute motorbetrieben.
Das Reisadalen und die umliegenden Gebirgsregionen waren von alters her wichtige Jagd- und Fischgründe. Der Kiefernwald würde zum Holzbau und Teerbrennen benutzt. Fast alle Höfe im Tal hatten den Teerverkauf als Nebenerwerb, und die Produktion reichte weit bis in das 20. Jahrhundert hinein. Noch immer gibt es Reste vieler Teerminen.
Heute gehört der Nationalpark zu den Frühlings- Sommer und Herbstweidegebieten der Hausrene aus Kautkeino.

 


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