Karte
Kompaß
Kompaßkurs
ermitteln
Korrektur
der Mißweisung
Wenn man wandern geht, braucht man eine gute
Karte, die das Gebiet, in dem man unterwegs sein möchte, abdeckt. In Norwegen sind die Karten
der M711-Serie von Statens kartverk meistens die besten Karten für den Tourengebrauch. Sie haben einen Maßstab von
1:50.000 (das
bedeutet, daß 1 cm auf der Karte 50.000 cm (d.i. 500 m) im
Terrain entspricht). Diese Karten sind zwar keine speziellen Wanderkarten, und
die meisten der populäreren Touren gehen auf Grund der Einteilung über zwei
oder mehrere Blätter, aber sie sind sehr genau und alle Wanderwege sind
eingezeichnet. Es ist klar, daß es etwas umständlich ist, unterwegs mit
mehrern Karten zu handtieren und sie zusammenzusetzen. Eine Möglichkeit wäre,
die entsprechende Region auszuschneiden und zusammenzukleben, bevor man losgeht.
Die Karten sind aber recht teuer, und deshalb werden dies die wenigsten tun.
Für einige der populärsten Wandergebiete gibt es jedoch mittlerweile schon spezielle Wanderkarten, die auf der M711-Serie
basiert sind und die Wandergebiete auf eine sinnvolle Weise abdecken. Es werden
ständig neue dieser Karten (norw. "turkart")
herausgegeben. Außerdem
gibt es Karten im Maßstab 1:100.000, die sich allerdings schlechter
zur Orientierung, dagegen aber hervorragend als Übersichtskarten für die
Planung eignen.
Wenn wir auf diesen Seiten in Verbindung mit Karte und Kompaß von Karten
sprechen, meinen wir immer topographische Karten im Maßstab 1:50.000, wo jedes
Quadrat einem Quadratkilometer in der Natur entspricht.
Diese Quadrate sind 2 cm breit und 2 cm hoch und sind auf den meisten Karten mit
blauen Linien gezeichnet. Auf einigen etwas älteren Karten können sie
allerdings schwarz sein. Mit Hilfe dieses Liniennetzes kann man leicht sehen,
wie weit es zwischen zwei Punkten auf der Karte ist, ohne ein Lineal o.ä. zu
haben.
Für den einfachen Gebrauch muß man hauptsächlich drei Dinge über Karten
wissen:
(1) Norden ist oben.
(2) wie groß der Maßstab ist.
(3) und man muß zu
einem gewissen Grad die Topographie aus der Karte heraus lesen können. (Näher
erklärt unter "avanciertes"
Kartelesen).
Außerdem findet man in einer Ecke der Karte immer eine Legende, wo alle
eingezeichneten Symbole erklärt werden, und die auch Informationen
über die Kartenkoordinaten,
Äquidistanz (Anzahl Höhenmeter zwischen zwei Höhenlinien auf der
Karte) und Mißweisung
zeigt.
Kartenkoordinaten sind nützlich, wenn man einen Unfall hat und dem
Rettungsdienst mitteilen muß, wo man sich befindet. Es ist auch hilfreich,
Kartenkoordinaten benutzen zu können, wenn man jemand anderem einen Punkt auf
der Karte angeben soll, der sich anders schwer erklären läßt. Die meisten der
Gipfel, die auf
unseren Seiten beschrieben sind, sind mit Kartenkoordinaten und Name der Karte
angegeben.
Zusätzlich zum Vertrautsein mit dem Kartenlesen muß man auch
wissen, wie ein Kompaß funktioniert. Es gibt viele verschiedene
Kompaßvarianten, aber alle haben gemeinsam, daß eine
Kompaßnadel / -zeiger (in der Regel rot - Nr. 4
auf der Illustration
weiter unten) zum magnetischen Nordpol zeigt (nicht ganz das gleiche wie der
wirkliche Nordpol). Zusätzlich haben alle eine
Gradscheibe (Nr. 2 auf der Illustration unten), die in 360° oder 400°
eingeteilt ist (360° ist am gebräuchlichsten).
Ein
Kompaß hat weiterhin 1 oder 2 Marschpfeile (Nr. 1 in der Illustration
unten), die vom Kompaßhaus (das ist die Bezeichnung für das "Haus"
in dem die Kompaßnadel eingekapselt ist) weg in Längsrichtung des Kompasses
zeigen.
Im Kompahaus sind unter der Kompaßnadel (Nr.4) einige parallele Linien und
ein Nordpfeil (Nr. 3 in der Illustration unten) eingezeichnet. Dieser
Nordpfeil zeigt immer in den Norden auf der Gradscheibe (0° bzw. 360°), und er
und die parallelen Linien drehen sich mit, wenn man die Scheibe dreht. Zusätzlich haben die
meisten Kompasse ein Linieal an einer Längskante.
Last but not least gibt es
mitten auf dem Kompaß direkt über der Gradscheibe ein kleines Dreieck oder ein
Pfeil, die markieren, wo man den Kompaßkurs auf der Gradscheibe abliest, nachdem
man ihn ermittelt hat. Auf dem Kompaß auf dem Bild sieht man diesen Punkt als
kleines Licht zwischen den zwei Marschpfeilen.
Außer dem hier abgebildeten Typ Kompaß gibt es auch teure Spiegelkompasse,
die Feinorientierung und genaue Kreuzpeilung
leichter machen, aber für den normalen Tourgebrauch reicht ein einfacher Kompaß um die DEM
40,- völlig aus.
Wenn man etwas vertrauter mit seiner Karte und dem Kompaß ist, kann man versuchen, einen Kompaßkurs zu ermitteln. Dies ist eine einfache Sache, die alle lernen können.
Es gibt zwei Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, bevor man einen
vernünftigen Kompaßkurs ermitteln kann:
(1) Man muß wissen, wo man sich auf der Karte befindet. Am besten so genau wie
möglich.
(2) Man muß wissen, wohin man will (auf der Karte).
Was man dann macht, ist eine einfache 3-Schritt-Prozedur:
1: Man legt eine der
Längsseiten des Kompasses entlang der gedachten Linie zwischen den beiden
Punkten wo man ist und wo man hinwill. (PS! Der Marschpfeil
(Nr. 1 in der
Illustration) soll in Gangrichtung zeigen. Im Beispiel will man also vom
roten Punkt zum blauen, und nicht umgekehrt.)
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2: Man dreht die
Gradscheibe (Nr. 2 in der Illustration) bis die Linien im Kompaßhaus
parallel zu den vertikalen Linien des Gitternetzes auf der Karte stehen
und der rote Pfeil im Kompaßhaus (Nr. 3 in der
Illustration) in Richtung
Norden auf der Karte zeigt (dies ist normalerweise nach oben, wenn man die
Karte nicht gedreht hat).
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3: Man hebt den Kompaß von der Karte, hält ihn so waagerecht wie möglich und dreht ihn, bis die Kompaßnadel (Nr. 4 in der Illustration) direkt über dem roten Pfeil im Kompaßhaus liegt. Die Marschpfeile (und nicht die Kompaßnadel!) zeigen nun in die Richtung, in die man gehen soll, um dorthin zu kommen, wo man hin will. |
Werfen Sie außerdem einen Blick auf die generellen Tips zur Benutzung von Karte und Kompaß und anderen Orientierungstips.
Die Mißweisung entsteht durch die Abweichung der Nordrichtung
auf der Karte, nach der man den Kompaßkurs ermittelt, zum magnetischen Nordpol.
Auf allen guten Wanderkarten und den neueren M711-Karten ist die Mißweisung
deutlich angegeben. Klicken Sie hier
für ein Bespiel, wie die Mißweisung auf einer M711-Karte illustriert ist (ein
Vorteil der neueren Karten).
Man spricht über westliche und östliche Mißweisung: westlich, wenn der
magnetische Norden westlich des Gitternetzes auf der Karte liegt (ist
in Europa der Fall), und östlich,
wenn er östlich des Gitternetzes auf der Karte liegt.
Korrigiert man westliche
Mißweisung, addiert man die Mißweisung (angegeben in
Gradzahlen) zu dem Kompaßkurs, den man bereits ermittelt hat (man dreht die
Gradscheibe um so viele Grad hoch wie die Mißweisung ausmacht).
Korrigiert man östliche Mißweisung, subtrahiert man so viele Grad, wie
die Mißweisunng beträgt.
Inwieweit man die Mißweisung überhaupt korrigieren muß, hängt davon ab, wie
genau man den Kurs halten muß und wie groß die Mißweisung ist.
In Norwegen variiert die Mißweisung von 6º im
Westland (westliches Südnorwegen) bis zu 12º in der Ostfinnmark, während sie in den anderen Landesteilen
relativ unbedeutend ist. Eine Mißweisung von 1º macht eine Kursabweichung von
rund 17 Metern pro Kilometer aus.
Wenn man zusätzlich zu den Grundlagen auf dieser Seite Kreuzpeilung und "avanciertes" Kartenlesen beherrscht, ist man dabei, ein guter Orientierer zu werden.