Kleidung und Ausrüstung auf Wintertouren (Skitouren):

Im Winter muß man noch wärmer und besser ausgerüstet sein als im Sommer. Diese Liste ist als Wegweiser für eine Mehrtagestour im Winter gedacht. Aber auch auf längeren Tagestouren im Gebirge sollte man eigentlich viel dessen, was hier aufgelistet ist, dabeihaben, denn das Wetter kann immer schnell umschlagen...
Selbst wenn man von Hütte zu Hütte geht und nicht geplant  hat, draußen zu übernachten, muß man immer darauf vorbereit sein. Ein Sturm im Wintergebirge kann es schlicht unmöglich machen, weiterzugehen, und da ist es oft das sicherste, im Schnee oder zumindest im Windsack Schutz zu suchen. Es hat mehrere tragische Unglücke im norwegischen Wintergebirge gegeben, wo die Leute entweder nicht die Ausrüstung oder die Kenntnisse gehabt haben, um ein Notbiwak einzurichten oder zulange damit gewartet haben. 
Auswahl und Funktionalität der Ausrüstung diskutieren wir näher in dem gleichlautenden Kapitel. 

ACHTUNG! Wir übernehmen keine Haftung für Fehler oder Lücken auf dieser Liste. Geben Sie uns Bescheid, wenn wir etwas Wesentliches vergessen haben!

Blaue Dreiecke markieren die Dinge, die mehr oder weniger obligatorische Ausrüstungsgegenstände für eine Bergskitour sind, während grüne Dreiecke die Gegenstände kennzeichnen, ohne die man auskommen kann, die aber manchmal schön oder praktisch dabeizuhaben sind. Es ist weiter spezifisiert, was man am Körper hat und was man im Rucksack trägt. Dieses ist abhängig von Temperatur und Wetter, sowie Aktivitätsniveau. 

Folgendes sollte man dabeihaben, unabhängig davon, ob man unterwegs in Hütten oder im Zelt übernachtet:

Lange Unterwäsche, sowohl Hemd (z.B. Funktions- oder Thermounterhemd) und Hose (lange Unterhose aus Wolle, Wollmischung oder Kunstfasern) - am besten 2 Sets. Zusätzlich kommt die normale Unterwäsche, die man innerst am Körper trägt, in der persönlich gewünschten Menge dazu.

Hemd / dünner Pullover zum über die lange Unterwäsche ziehen (aus Wolle, Baumwolle oder Kunstfaser wie Fleece). 

Dicker Woll- und / oder Fleecepullover für Pausen unterwegs oder abends, wenn es kalt wird.

Skihose / Gore-Tex-Hose o.ä. Muß winddicht und sollte am liebsten wasserdicht (so weit möglich) und aus atmendem Material sein. 

Jacke / Anorak mit guter Kapuze. Muß winddicht und sollte wasserdicht sein (Gore-Tex, impregnierte Baumwolle, Microfiber o.ä.).

Dicke Socken / Kniestrümpfe . Mindestens 2 paar. Am besten Wolle oder Wollmischung.

Dünne Socken / Wandersocken für die Skischuhe evtl. zum unter die dicken ziehen. 

Handschuhe. Mann sollte ein paar dicke Wollfäustlinge und darüber wind- und weitestgehend wasserdichte Überziehhandschuhe haben. Eigentlich sollte man zwei Paar haben, wenn das erste naß wird (mit dem nassen gehen und das trockene bei Pausen anziehen!). Auch falls man einen Handschuh im Wind verlieren sollte (das geht schneller, als man denkt), ist es wichtig, einen in Reserve zu haben. 

Wollschal.

Mütze (Wolle oder Fleece). Es kann sinnvoll sein, eine zweite oder ein dickes Stirnband in Reserve zu haben (eine Mütze kann u.U. vom Wind/Sturm mitgenommen werden!). 

Schlafsack, und zwar einen, in dem man im Notfall eine Nacht draußen überlebt (also bis -20°C auf dem Etikett). Es empfiehlt sich, auch auf einer Hüttentour einen Schlafsack dabei zu haben. Wenn man durch schlechtes Wetter gezwungen sein sollte, ein Notlager unterwegs einzulegen, kann ein Schlafsack Leben retten. Mindestens einer der Truppe sollte einen Schlafsack dabeihaben falls eine Person sich verletzt, damit sie sich nicht unterkühlt, während ein anderer Hilfe holt. Unterkühlung stellt eine ernstzunehmende Gefahrt in kaltem, nassen Wetter dar.

Eine gute Isomatte. (Am besten aus dickem Schaumstoff)

Tourenski. (Wenn man auf Skitour geht). Mehr Informationen über Skier für Skiwanderungen bekommen Sie unter Winterausrüstung .

Solide Skistiefel aus Leder. Dünnere Skischuhe werden schneller naß, halten schlechter warm und geben schlechte Stütze beim Bergabfahren. 

Gamaschen. Im Sommer ganz praktisch, im Winter beinahe ein Muß. Sie halten den Schnee ab, ständig in die Schuhe zu gelangen. Sie schützen auch die kälteempfindliche Partie um die Knöchel zwischen Schuh und Hose gegen Wind und Wetter. Kniehohe Gamaschen aus Baumwolle oder Gore-Tex sind das beste.  

Rucksack. Ihn vergißt wahrscheinlich niemand, aber trotzdem sei hier auf ihn hingewiesen J Eine Alternative zum Rucksack kann eine Pulka sein. Sie gibt einem mehr Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit, mehr und schwereres Gepäck mitzunehmen.

Karte und Kompaß. Im Winter im Gebirge immer obligatorische. Karte und Kompaß sollten auch bei längeren Skitouren im Flachland dabeisein, selbst wenn man einer markierten Loipe folgt. 

Kartentasche. Schützt die Karte gegen Wind und Nässe.

Sonnenbrille / Sonnenschutz. Obligatorisch im Schnee.

Handtuch.

Ausreichend zu Essen und zu Trinken. Schnee zu schmelzen ist im Winter oft die einzige Möglichkeit, extra Wasser zu bekommen. Man sollte Schmelzwasser nie ungekocht oder ungereinigt trinken! Auch kühlt es den Körper zu sehr aus: also immer etwas warmes trinken! Lesen Sie auch bei Verpflegung unterwegs nach. 

Reserveproviant. Immer für mindestens einen extra Tag.

Uhr. Es kann wichtig sein, die Zeit richtig einzuteilen und auf die Uhr aufzupassen, so daß man nicht das letzte Stück im Dunkeln gehen muß, weil man sie unterwegs verbummelt hat, selbst wenn die meisten der Zeit gerne entkommen möchten, wenn sie unterwegs sind. 

Einfaches Erste-Hilfe-Set mit Pflaster, Stützverband, usw. Was ein Erste-Hilfe-Set beinhalten sollte, können Sie unter Erste Hilfe lesen. 

Einfaches Nähset / Werkzeug / Reparationsdinge, z.B., um abgerissene Knöpfe wieder anzunähen oder Säume, die aufgehen, zu reparieren. Ein Schraubenzieher / Stahldraht / Messer o.ä. können nützlich sein, um Skibindungen zu reparieren. Eine Metallhülse mit Seil / Tape kann einen gebrochenen Skistab teilweise wieder funktionsfähig machen. Wenn man eine kaputte Skibindung nicht reparieren kann, kann ein Riemen mit Strammechanismus wenigstens das Fortkommen auf beiden Skiern ermöglichen. 

Extra Reparaturhülse für einen Skistock

Extra Skispitze

Skiwachs / Wachspachtel

Schneeschaufel

Windsack. Im Winter im Gebirge obligatorisch (für Pausen oder im Unfallsfall). Man kann ihn evtl. weglassen, wenn man ein Zelt mithat. Allerdings ist es oft viel zu umständlich, für eine Pause im Schneesturm das Zelt aufzubauen.

Streichhölzer / Kerze (Teelichte).

Taschenlampe. Noch besser ist eine Kopfleuchte, da man mit einer Taschenlampe in der Hand schlecht Skifahren kann.

Toilettenartikel. Für die meisten sind sie eine Notwendigkeit, auch wenn man streng genommen einige Tage ohne auskommen kann. Zahnputzzeug ist natürlich wichtig.

Eine Thermosflasche mit etwas Warmen zu trinken kann unbeschreiblich herrlich sein, wenn das Wetter ekelig und kalt ist.

Lawinensonde zur Suche nach evtl. verschütteten Kameraden im Lawinenfall. Kann in seltenen Fällen Leben retten. 

Lawinenleine. Kann bei der Passage lawinengefährdeter Stellen lebensrettend sein.

Eine Daunenjacke oder andere warme Winterjacke bzw -weste zum über die Goretex-Jacke / Anorak ziehen kann bei Pausen in ungemütlichem Wetter Gold wert sein. 

Schuhimpregnierungsmittel.

Schneebürste.

Regenzeug.

Höhenmesser. Was schickeriamäßiges, kann aber in schlechtem Wetter auf einem Gletscher z.B. durchaus hilfreich sein. Denken Sie daran, daß Höhenmesser so oft wie möglich gegen sichere Punkte justiert werden müssen, da sie empfindlich gegen Witterungswechsel sind. 

Gesichtsmaske. Bei Touren in ausgesetzten Hochgebirgsgegenden im kältesten Winter schön, bzw. notwendig zu haben. 

Jegen Morgen Pausenbroyte schmieren so daß man unterwegs leicht zugängliches Essen hat. Es ist wichtig, im Laufe des Tages (und speziell unter physischer Anstrengung) zu essen, um nicht müde und unkonzentriert zu werden. Konzentrationsmangel führt oft zu Fehlern / Unfällen, die man sonst nicht gemacht hätte / die sonst nicht geschehen wären. 

Süßigkeiten wie Schokolade für Genuß und Freude unterwegs (kann ungemein motivationssteigernde Wirkung haben). 

Toilettenpapier / Zellstofftaschentücher.

Schlüssel zu den unbedienten und Selbstbedienungshütten des DNT sofern man Mitglied ist und einen hat.  Siehe Schlüsselinformation.

Geldreserve. Nehmen Sie auch einen kleinen wasserdichten Beutel zum Aufbewahren (auch von Kreditkarte o.ä.) mit. 

Isomatte / Sitz"kissen". Angenehm für eine Rast und nützlich bei einem Unfall. 

Kamera / Film. Um die Erlebnisse auf Filmrollen zu bannen und später ins Album zu kleben. 

GPS. Hilft, die Position zu bestimmen, ist aber im Gebirge nicht immer sehr genau (funktioniert am besten in offenem Gelände), und kann auf keinen Fall Karte und Kompaß erstatten (die Batterie kann versagen etc.). 

Etwas zu lesen oder ein Kartenspiel.

Hüttenschuhe / Joggingschuhe sind herrlich, wenn man nach einem langen Tag in klammen oder sogar nassen Stiefeln ins Warme kommt. Im Zweifelsfall tut's auch ein paar extra dicke Socken.

Skifelle können viele und lange Steigungen erheblich erleichtern.

Messer. Ein gutes Messer sollte immer mit dabeisein und kann zu allem möglichen benutzt werden.

 

Zusätzlich benötigt man folgendes, wenn man im Zelt oder einer Schneehöhle übernachten will:

Ein Zelt, das für Wintergebrauch geeignet ist. 

Schneeheringe. Zusammen mit Skiern und Stïocken helfen sie, das Zelt an seinem Platz zu halten. Einige hausgemachte angespitzte, dickere Äste von 50 bis 75 cm Länge können eine gute Ergänzung zu Schneeheringen sein. 

Schlafsack, der für Wintergebrauch geeignet ist. Er sollte bis mindestens -20 ºC bis -25°C deklariert sein, wenn man ihn im Winter im Gebirge benutzen möchte. Auf Frühlingsskitouren oder Schneehöhlentouren kann man u.U. mit einem weniger warmen Schlafsack auskommen. 

Campingkocher zum Erhitzen von Wasser und Essenkochen

Besteck / Teller / Tasse

Brennstoff  für den Kocher.

Streichhölzer / Feuerzeug. Sollte wasserdicht verpackt werden.

Seil / Schnur 

Plastikfolie / Presenning / Zeltunterlage. Um den Zeltboden zu schonen und ihn 100%ig wasserdicht zu machen. 

Taschenradio. Für die Wettervorhersage.

Axt

Ansonsten:

Für eine nähere Diskussion über Auswahl und Funktionalität der Ausrüstung können Sie unsere Ausrüstungsseite lesen.
Auf der Seite über Notbiwak /Schneehöhle können Sie sich über das Einrichten eines Norbiwaks und das Bauen einer Schneehöhle informieren. 

Andere relevante Themen in Verbindung mit Wintertouren:
Lawinen
Wachsen von Skiern