Lawinen stellen in steilem Gelände im Winter ein
allgegenwärtiges Gefahrenmoment dar.
Es gibt statistisches Material über Todesfälle durch Lawinen in Norwegen. 20%
sterben bereits, bevor die Schneemassen stoppen, und nach einer Stunde leben nur
noch 40%. Die erste Suche ist deshalb die kritische. Im Durchschnitt sterben in
Norwegen rund 6 Menschen jährlich durch Lawinen, die Hälfe davon in Verbindung
mit Aktivitäten wie Skifahren. Erfahrungen aus den Alpen zeigen, daß bei
ganzen 90% der Lawinen, wo Menschen involviert sind, die Menschen selbst der
auslösende Faktor sind. Daraus können wir folgern, daß die eigene Wahl des
Weges und Kenntnis über Lawinen sehr wichtig sind, wenn man im Winter in
steilem Gelände unterwegs ist.
Lawinenarten
Wie
man Lawinen vermeidet
Wie
man sich im Lawinenfall verhält
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Sulzlawine: |
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Tiefschneelawine: |
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Schollenlawine: |
Man muß drei wichtige Dinge wissen, um Lawinen vermeiden zu können, und diese sind: Unter welchen Wetterverhältnissen ist die Lawinengefahr am größten? Wo im Terrain ist die Lawinengefahr am größten? Welcher Beschaffenheit ist der Schnee in dem man geht?
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Unter welchen Wetterverhältnissen ist die
Lawinengefahr am größten? |
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Wo im Terrain ist die Lawinengefahr am größten? |
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Welcher
Beschaffenheit ist der Schnee in dem man geht? |
Wie man sich im Lawinenfall verhält:
Wenn man im Voraus weiß, daß ein Gebiet lawinengefährlich ist, sich aber trotzdem entscheidet, das Risiko einzugehen, es zu durchqueren, gibt es ein paar Regeln, an die man sich halten sollte: Gehen Sie mit großem Abstand zwischen den einzelnen Personen, so daß nicht mehr als eine Person gleichzeitig von einer evtl. Lawine erfaßt wird. Binden Sie sich eine Lawinenschnur (eine ca. 20 m lange, farbige Schnur) um und lassen Sie sie hinter sich herschleifen (jeder in der Truppe!). Nehmen Sie die Skier ab oder gehen Sie mit losen Bindungen. Nehmen Sie die Hände aus den Schlaufen der Stöcke. Lösen Sie die Gürtel- und Brustschnellen des Rucksacks und nehmen Sie den Rucksack nur über eine Schulter.
Wird man von einer Lawine erfaßt, muß man sich augenblicklich der Skier, der Stöcke und des Rucksacks entledigen. Versuchen Sie, obendrauf zu "schimmen" oder zumindest, aktiv gegen die Schneemassen anzukämpfen. Dier Wahrscheinlichkeit, daß man weiter unten in den Schneemassen landet, ist größer, wenn man sich passiv mitreißen läßt. Gibt man den Widerstand auf, muß man versuchen, die Arme vor das Gesicht zu halten und die Beine leicht anzuziehen. Versuchen, Sie es ruhig zu nehmen (sehr leicht zu schreiben), denn Schreien (die Rufe können duch einen Meter dichtgepackten Schnee sowieso nicht gehört werden) und Panik zehren am Sauerstoffverbrauch. Schaffen Sie sich einen kleinen Luftraum vor dem Gesicht, sofern das möglich ist. Ist man allein unterwegs, hat man nur eine einzige Möglichkeit (wenn einen hundertprozentig niemand gesehen hat, der zu Hilfe kommen könnte): versuchen, sich selbst herauszuarbeiten. Wenn das Licht nicht eindeutig zeigt, wo oben ist, versuchen Sie festzustellen, wo die Spucke hinfließt oder ein wenig abgekratzer Schnee hinfällt. Wenn man weit unten in den Schneemassen begaben ist, hat man sowieso ein großes Problem, ab er es macht keinen Sinn, es zu vergrößern, indem man sich weiter nach unten gräbt. Ist man hundertprozentig sicher, daß man gesehen worden ist, ist es das beste, ruhig zu warten, wenn man nicht mit geringer Anstrengung selber herauskommen kann.
Wenn einer in der Truppe von einer Lawine erfaßt wird: Folgen Sie dem Betroffenen so lange wie möglich genau mit den Augen, und versuchen Sie sich zu merken, wo er verschwand. Wenn die Gefahr für weitere Lawinen nicht zu groß ist, muß man sofort dort hingehen, wo man meint, daß sich der Verschüttete befindet, und mit der Suche beginnen. Wenn man allein mit der Suche ist, sollte man trotzdem unbedingt einen Versuch starten, bevor man geht, um Hilfe zu holen. 60% der Lawinenopfer sterben innerhalb einer Stunde, und so schnell kann man nie Hilfe holen. Ist man zu mehreren, kann man einen oder zwei nach der ersten intensiven Suche nach Hilfe schicken, währen der Rest der Gruppe weitersucht. Markieren Sie schnell die Stelle, wo Sie den Betroffenen zuletzt sahen, und wo der- oder diejenige sich befand, als er oder sie von der Lawine erfaßt wurde. Untersuchen Sie die Oberfläche genau. Beginnen Sie dann die Suche mit einer Lawinensonde oder einem Skistock. Verschüttete befinden sich in der Regel einen guten Meter unter den Schneemassen.
Wenn man um Hilfe geht, ist es immer die Polizei / Lehnsmann des Ortes, der infornmiert werden muß und der die Suche organisiert. Einfachheitshalber kann man die Nummer 113 anrufen, und die verantwortlichen Instanzen werden von dort weiterverständigt. Wenn möglich, geben Sie die Kartenreferenz des Unglücksortes an.
Folgende Ausrüstungsgegenstände kann man auf Wintertouren mit Hinblick auf Lawinen dabeihaben:
Schneeschaufel ist obligatorisch, und jeder einzelne Tourteilnehmer sollte eine haben. Das Graben im Schnne mit den Händen ist von vorherein zum Scheitern verurteilt. |
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Lawinensonde. Sie ist ein besseres Hilfsmittel für die Suche in festem Lawinenschnee als der Skistock. |
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Lawinenschnur. Eine lange Schnur in einer kräftigen Farbe, die man sich umbindet, wenn man lawinengefährliche Gegenden passiert. Kann evtl. an der Hose befestigt und in der Hosentasche getragen werden, so daß man sie schnell hinter sich werfen kann, wenn man überraschend von einer Lawine erfaßt werden sollte. Sie erleichtert den anderen das Auffinden. |
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Sender und Empfangsgerät. Dies ist in den Alpen sehr populär, in Norwegen dagegen erst im Kommen. Diese Ausrüstung muß man vorher ausprobiert und eingeübt haben, so daß man mit der Benutzung vertraut ist. Diese Ausrüstung ist die effektivste, um Verschüttete zu orten, und alle anderen "altmodischen" Methoden geraten immer weiter in den Hintergrund. Giute Skijacken haben heutzutage alle einen Sender eingebaut. |
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Mobiltelefon. Verlassen Sie sich nicht darauf, daß es im Gebirge funktioniert. Sollte es das aber wider Erwarten tun, so ist es klar, daß man damit schneller Hilfe holen und gleichzeitig selber weitersuchen kann. |
Wachsen der Skier:
Das Wachsen ist ein Thema, welches so alt ist wie die Skier selbst. Viele
"hassen" das Wachsen und tun es höcht widerwillig, während es für
andere eine Wissenschaft und fast eine Leidenschaft ist.
Für den Tourengebrauch muß man nicht so anvanciert wie für einen Wettkampf
wachsen. Man kommt sehr weit
mit sehr wenigen Typen Wachs. Ein ganzes Arsenal von verschiedenen Wachsen für
alle denkbaren Verhältnisse ist für den Tourengebrauch nur von Nachteil.
Streng genommen kann man mit grünem, blauem und rotem Wachs plus Universalklister
auskommen.
Bei Minusgraden (-2 bis -7°C) und trockenem Schnee gibt blauer Wachs in der Regel
gute Haftung.
Ist die Oberfläche verharscht oder vereist oder gibt es sehr
nassen Schnee, muß roter Wachs (-1 bis +3°C) oder
sogar Klister her. Bei Firn im
Gebirge kann man bergauf Skifelle benutzen oder bei geraden Strecken skaten. Da
kommt man jedenfalls um die Schweinerei mit dem Klister herum.
Bei kälteren Temperaturen (-7 bis -15°C) braucht man natürlich evtl. einen härteren Wachs
(grün).
Wir werden nicht behaupten, immer optimale Skier zu haben, sind aber mit unserer
Philosophie weit gekommen: Trockenen Wachs so lange es irgend
geht, und Klister erst, wenn gar nichts anderes mehr funktioniert.
Der Wachs wird mit Kraft auf die Skiunterseite (an der Spitze und am Ende
rund 30-40 cm freilassen) aufgetragen, besonders in der Mitte, bevor er mit
einem Korkklotz in die Oberfläche der Sohle eingerieben wird. Tragen Sie Wachs
gerne in mehreren Lagen auf.
Tubenklister drückt man in kleinen Tupfen und gut verteilt auf die
Skiunterseite und streicht ihn dann mit einem Spachtel o.ä. breit.
Alten Klister von den Skiern herunterzuholen und diese ordentlich zu säubern,
ist eine Dreckarbeit. Kaufen Sie keine teuren Reinigungssprays - billiger
weißer Spiritus o.ä. tut's genau so gut oder besser. Das beste Mittel gegen
alten Wachs ist sowieso eine lange Abfahrt auf eisiger oder verharschter
Oberfläche, aber man bekommt ja nicht immer diese Möglichkeit :).
Zum Schluß: Es kann sein, daß es auch in Deutschland ein kleines Heftchen über die verschiedenen Wachstypen gibt, ansonsten muß man einfach nur ausprobieren herausfinden, womit man am besten zurechtkommt.