Notbiwak:

Notbiwak, oder eine ungeplante Übernachtung draußen, kann oftmals die beste Alternative sein, wenn man von Unwetter / Nebel überrascht wird oder sich ordentlich verläuft. Oft wartet man zu lange mit der Einrichtung eines Notbiwaks, weil der Gedanke an eine Nacht im Freien unter schlechten Wetterverhältnissen nicht sehr verlockend erscheint. Es ist aber in der Regel die sicherste Alternative. Sofern man die richtige Ausrüstung hat, kommt man auf jeden Fall sicher in den nächsten Tag, selbst wenn es etwas kalt und naß ist. Es ist nicht so sicher, daß man dies schafft, wenn man bis zu den letzten Kräften versucht, doch noch anzukommen und ohne Kräfte, ein Notbiwak zu errichten, zusammenbricht. Es hat, vor allem im Winter im Gebirge, ein paar tragische Unfälle gegeben, wo Menschen an Ermattung gestorben sind. 
Im Sommer ist die gewöhnlichste Weise, ein Norbiwak zu errichten, sich einen trockenen Platz unter Steinen oder einem Vorsprung zu suchen, oder in den Windsack zu kriechen. Im Winter baut man sich wahrscheinlich eine Schneehöhle, aber diejenigen, die das schon mal gemacht haben, wissen, wie viel und harte Arbeit dies ist, Arbeit, zu der man vielleicht nicht mehr die Kräfte hat, wenn man so weit gekommen ist, sich fü eine Nacht draußen zu entscheiden. Außerdem findet man nicht immer überall Stellen, wo der Schnee tief genug ist, um eine Schneehöhle zu graben. Die Alternative kann sein, in der Leeseite (die dem Wind abgewandte Seite) einer Schneewehe in den Windsack zu kriechen oder ein genügend großes Loch hinein zu graben, so daß man darin Schutz findet.
Sobald man die Ahnung bekommt, daß ein Notbiwak aktuell sein könnte, sollte man sich beim Weitergehen nach einer geeigneten Stelle dafür umsehen. In einigen Regionen kann es schwierig sein, eine solche Stelle zu finden, und wenn man erst beginnt zu suchen, wenn man schon völlig erschöpft ist, ist es vielleicht schon zu spät. Hat man allerdings die richtige Ausrüstung, um sich an einer windgeschützten Stelle warm halten zu können, kann man eigentlich beinahe wo auch immer in Norwegen eine unfreiwillige Nacht im Freien überstehen. 

 

Schneehöhle:

Man kann zwischen zwei Typen Schneehöhlenübernachtung unterscheiden: Geplant und ungeplant. Bei geplanten Schneehöhlenübernachtung ist das Bauen der Höhle ein Teil der Tour, die man durchführen möchte, und man plant von vornherein die Zeit dafür ein und hat sich in der Regel die Stelle dafür vorher schon ausgesucht oder kennt zumindest Stellen, die geeignet sind. Nicht geplante Schneehöhlenübernachtungen sind in der Regel ein Resultat davon, daß man im Gebirge von einem kräftigen Unwetter (Schneesturm) überrascht wurde. Der erste Typ ist ein "Genuß", während der zweite Typm mehr so lala sein kann, aber trotzdem ist eine Nacht in einer Schneehöhle recht behaglich. Wenn man sie richtig formt und einen Kältegraben anlegt (Betten auf höherem Niveau als Eingang), sinkt die Temperatur nie unter einige wenige Minusgrade.
Wir beschreiben sowohl eine Schneehöhle, die sich als Notbiwak eignet als auch den Bau einer Übernachtungshöhle.

Notschutz:
Man findet eine Schneewehe von mindestens zwei Meter Höhe und gräbt eine Nische, d.h. eine kleine Höhle und an der Rückwand eine Sitzbank. Die Öffnung schließt man, indem man die Skier davorstellt und vor diese einen Schneeblock legt. Für eine solche Sitzhöhle für 2-3 Personen braucht man ca. 1 Stunde. Gibt es keine so große Schneeverwehung, kann es sein, daß man sich mit einer Einbuchtung, die man an der an einer Leeseite (die dem Wind abgewandte Seite) der Schneewehe aushöhlt und einer Wand aus Schneeblöcken davor begnügen muß.  Es ist nicht genug, ohne zu graben an der Leeseite einer Schneewehe Schutz zu suchen, denn der Schnee, der die ganze Zeit durch die Luft wirbelt und einen zudeckt, macht das Dasein äußerst ungemütlich. Wenn gut über einen Meter Schnee liegt, kann man auch in flachem Gelände eine Schneehöhle graben. 

Übernachtungshöhle:
Für eine Übernachtungshöhle braucht man eine ordentliche Schneewehe von gut über zwei Meter Höhe und rund 3 Meter Tiefe. Es ist ein unbedingter Vorteil, wenn die Stelle an einem Hang liegt (Lawinengefahr abschätzen!), so daß es leichter ist, den Schnee, den man ausgräbt, loszuwerden. Graben Sie die Höhle so weit oben in der Schneewehe wie möglich, falls das Dach einbricht, aber immer so, daß es überall mindestens 50 cm dick ist. Für eine Übernachtungshöhle braucht man von zwei Stunden aufwärts bis fast den ganzen Tag, bis sie fertig ist, abhängig von wie kompakt der Schnee ist und wie groß man sie haben möchte. Bevor man mit dem Graben beginnt, sollte man eine Lawinensonde o.ä. von mindestens 3 m Länge horizontal in die Schneewehe stecken, so daß man von vornherein weiß, ob sie dick genug für eine geräumige Schneehöhle ist. Es ist eigentlich nur die Phantasie, die Grenzen setzt, wie die Höhle aussehen soll (vermeiden Sie zu große Deckenflächen), aber hier sind einige Beispiele:

Matlaging = Essenzubereitung
Ryggsekker = Rucksäcke
Soveplass = Schlafplatz
Inngang = Eingang
Snøskavel = Schneewehe
Korridor = Gang
Snøblokker = Schneeblöcke
Fjell = Felsen


Höhlen, die man in einen Abhang gräbt:

Weiterhin kann man eine Schneehöhle in flachem Terrain bauen, indem man zuerst einenlangen, tiefen Gang gräbt und dann die Seitenkammern aushöhlt. Das Dach wird mit großen Schneeblöcken abgedichtet.
Will man dagegen etwas richtig herausfordernes ausprobieren, kann man ein Igloo bauen. Das setzt jedoch voraus, daß man guten Blockschnee zugänglich hat.

Tips: Versuchen Sie, das Dach der Schneehöhle so eben und gleichmäßig wie möglich zu schaben. Unebenheiten werden später zu Tropfstellen, wo das Schmelzwasser herbtropft. Stecken Sie einen Skistab horizontal in eine Wand und benutzen Sie das Ende als Garderobenhaken etc. Bauen Sie die Schlafplätze geräumig, so daß sie zwischen dem Schlafsack und der Wand etwas Platz haben, denn der Schlafsack wird kalt und naß, wenn man mit ihm ständig gegen die Schneewand kommt. Es ist normal, daß im Laufe der Nacht das Dach etwas einsinkt, ängstigen Sie sich nicht darüber. Benutzen Sie gute Schneespaten; schlechte machen die Arbeit viel schwerer, wenn nicht unmöglich.