Minimum Impact
Code:
Was vielen nicht
bewußt ist, aber ein wachsende Problem darstellt, sind die Konsequenzen, welche
die Aktivitäten der Menschen in der Natur für die Natur haben. Wenn man sich
in der Natur bewegt, bekommt man leicht den Eindruck, daß die Natur unendlich
weit und unschadbar ist, aber das ist leider nicht richtig.
Mit ein wenig Rücksicht und ein paar guten Daumenregeln
läßt sich die Schadenseinwirkung auf die Natur minimalisieren und läßt
sie uns und unseren Nachfolgern vielleicht in besserem Zustand zurück, als es
sonst der Fall wäre.
Welche Schäden
richten Naturaktivitäten, wie Wandern, Zelten, Reiten etc. in der Natur an?
Vor allem die Hochgebirgsnatur ist sehr empfindlich, die Vegetation und danach
die Erde erodieren sehr leicht weg.
Schäden, die in einer Stunde angerichtet werden können, können wegen der extrem kurzen
Vegetationsperiode (teilweise nur 8 Wochen) Jahrzehnte dauern,
um sich selbst zu reparieren. Müll stört
nirgendwo anders so sehr, als wenn man ein Naturerlebnis haben möchte, und ist in
der Natur schlicht tabu. Motto: Wenn Du es in die Natur hineintragen kannst,
kannst Du es auch wieder hinaustragen. Selbst organischer Abfall soll eigentlich immer
mitgenommen werden, weil die Verrottung im kalten nordischen Klima und erst
recht im Hochgebirge sehr langsam geschieht. Apfelsinenschalen und ähnliches
verrotten besonders langsam und sind darüber hinaus kein
schöner Anblick für andere, die später kommen (leider
sind die Norweger selber diesbezüglich keine guten Vobilder. Im Sommer findet
man überall die Apfelsinenschalen, die im Frühling bei der Osterskitour
einfach in den Schnee geworfen worden sind). Im Allgemeinen kann man
sagen, daß Leute, die sich nicht verantwortlich fühlen und sich rücksichtslos
verhalten (vor allem was den Müll anbelangt),
herzlich wenig in der Natur zu
suchen haben.
Weiterhin soll man vor allem im Gebirge nie frische Strauchvegetation abschneiden,
um ein Lagerfeuer zu machen. Nur wenn mann genügend totes Material finden kann,
sind Feuer ok, ansonsten bitte nur im Wald eins machen - und nie ein Feuer
machen, um zu Kochen! Dafür sind Campingkocher da!
(Von Mitte April bis
Mitte September gilt in Norwegen allgemeines Feuerverbot. Ausgenommen sind
Gebirgsregionen oberhalb der Baumgrenze.)
Derartige Schäden werden
eine immer größere Bedrohung für die "unberührte" Natur, und es kann
nicht oft genug gesagt werden, wie wichtig es ist, Rücksicht zu nehmen. Natürlich sind auch nicht alle
Gebiete gleich verletzlich,
und einige können mehr menschliche Aktivitäten ertragen als andere,
aber wenn Sie ihre Vernunft benutzen und beim Tourplanen und unterwegs die Punkte weiter unten auf dieser Seite
im Hinterkopf haben, können Sie die Natur mit gutem Gewissen genießen.
Wir möchten Sie dazu auffordern, das Auto einmal stehen zu lassen, und einen
Tag lang (oder natürlich gerne länger) Norwegen zu Fuß erleben. Sie
werden staunen, wie herrlich das ist und wieviel Sie entdecken werden, was Sie
sonst nie gesehen hätten.
Sicher und schonend wandern:
-
Planen
Sie die Tour
nach den Voraussatzungen der Teilnehmer der Gruppe, und achten Sie
darauf, daß Sie immer auch für schlechtes Wetter ausgerüstet sind, auch
wenn es beim Losgehen sehr gut aussieht.
-
Bei
längeren Touren immer Karte und Kompaß mitnehmen und sicherstellen,
daß wenigstens einer in der Gruppe damit umgehen kann, selbst wenn die Tour
einem markierten Weg folgt (welchen man immer einmal verlieren
kann).
-
Oft
werden die Naturerlebnisse größer, wenn man ein wenig abseits der meisten
anderen Menschen ist. Das kann man erreichen, indem man Touren aussucht, die
nicht den allerpopulärsten Routen folgen oder außerhalb der
Hauptsaison wandert. Dadurch wird der Druck auf die Natur ein wenig
besser verteilt und die Natur kann ohne so scheinbare Schäden mehr Wanderer
ertragen.
-
Machen
Sie die Gruppe nicht zu groß, 4-6
Teilnehmer ist ideal. Alleine wandern kann auch ein schönes Erlebnis sein,
aber man sollte immer die mögliche Gefahr im Auge haben (Schlechtwettereinbruch, Verletzungen, Lawinen
etc.), und immer jemandem
Bescheid geben, wohin man geht und wie lange man ungefähr unterwegs sein
wird, egal ob man allein oder zu mehreren wandert. Wenn Sie mit größeren
Gruppen unterwegs sind, dann bitte so weit wie möglich immer
auf markierten Wege bleiben, so lange man nicht auf Schnee oder Gletschern
wandert.
-
Gehen
Sie in der norwegischen Natur gerne wild, aber wenn es einen Pfad gibt, der
ungefähr in die gleiche Richtung führt, dann ist es besser und schneller,
auf dem Weg zu gehen. Wenn Sie wild gehen, können Sie Schäden minimieren,
indem Sie Ihre nächsten Schritte bewußt planen und z.B. auf Steine
treten statt auf Blumen oder Moss. Wenn man zu mehreren ist, kann man die
Vegetation schonen, indem man neben einander geht anstatt hintereinander. Eine Pflanze hat viel
größere Chancen, sich wieder zu erholen, wenn nur einmal auf sie getreten
wurde, als wenn sie von fünf Füßen niedergetrampelt wird.
-
Wenn
ein Stück des Pfades erodiert oder schlammig ist und der beste Weg scheinbar drum herum
führt, denken Sie daran, daß durch Drumherumgehen ständig neue Vegtation wegerodiert
wird, und man so der Natur langsam große, schreckliche Wunden zufügt.
Machen Sie sich die Mühe und springen von Stein zu Stein oder gehen Sie
einfach mittendurch. Wanderstiefel sind dafür gemacht, auch mal durch
Matsch zu gehen!
-
Verhalten
Sie sich rücksichtsvoll gegenüber der Tierwelt: Schrecken Sie keine
Vögel auf und nähern Sie sich nicht weiter als bis zum natürlichen
Fluchtabstand der Tiere. Dies ist speziell wichtig im Frühsommer, wenn der
Nachwuchs großgezogen wird. Wenn Sie im Gebirge z.B. auf einen
Mornellregenpfeifer treffen, welcher lahmt, so können Sie sicher sein, daß
der Vogel ein Nest schützen will, indem er Sie fortzulocken versucht.
Spielen Sie mit und lassen Sie sich täuschen. Versuchen Sie nicht, sich dem
Nest zu nähern. Sie verursachen dem Vogel sonst großen Streß.
PS: Denken Sie daran, daß Sie Ihren Hund in Norwegen im Freien
grundsätzlich an der Leine führen müssen!
-
Nehmen
Sie grundsätzlich allen Abfall mit zurück, es ist sowohl
moralisch als auch gesetzlich verboten, Müll in der Natur zu hinterlassen.
Auch organischer Abfall sollte im Grunde mitgenommen werden.
Zigarettenkippen in der Natur sind besonders häßlich. Die meisten Waldbrände entstehen durch achtlos weggeworfene Kippen.
Falls Sie Toilettenpapier oder etwas anderes hinterlassen, sorgen Sie
wenigstens dafür, daß es gut unter einem Stein oder sonstwo versteckt
wird, damit es weder Tiere noch nachfolgende Wanderer finden.
Kommen Sie an Müll vorbei, welchen andere früher hintergelassen haben,
bitten wir Sie, wenn es möglich ist, auch diesen mitzunehmen. Sie dürfen
dann auch ruhig ein bißchen stolz auf sich
sein.
-
Verrichten
Sie Ihre Toilettengänge immer mindestens 100 m vom nächsten Zeltplatz, Weg
oder Gewässer entfernt, damit der Boden die Verschmutzung wegfiltern
kann, bevor sie die Gewässer erreicht und diese sauber gehalten werden, und
damit hinterhier niemand hineintritt. Stuhlgang sollte immer gut unter
Steinen versteckt (im Wald vergraben) werden.
Zelten:
-
Die
meisten Berghütten haben eine 1 km weite Zone um sich herum, wo zelten nur
an bestimmten Stellen und nach Registration an der Hüttenrezeption erlaubt
ist.
Ansonsten kann man fast überall frei in der Natur zelten.
Versuchen Sie Stellen, welche von früheren Zelten schon deutlich erodiert
sind oder sehr empfindliche Vegetation haben, zu vermeiden. Lassen Sie nie
das Zelt zu viele Tage am gleichen Platz stehen. Eine Woche ist
eigentlich schon viel zu viel, auf jeden Fall im Hochgebirge.
-
Gehen
Sie äußerst sparsam mit Seife und Geschirrspühlmittel um und benutzen
Sie beides nie direkt in stehendem oder fließendem Wasser, sondern
mindestens 50 m davon entfernt, damit der Boden das Seifenwasser filtern
kann, bevor es in den Wasserkreislauf eintritt. Sie helfen damit, die
hervorragende Wasserqualität norwegischer Gebirgsgewässer zu erhalten.
-
Verlassen
Sie Ihren Zeltplatz ohne Spuren und so natürlich, als ob Sie nie dagewesen
wären.
Nur
die Zeit wird zeigen, ob das Jedermannsrecht
bestehen bleiben wird, und ob man auch in Zukunft eine so großzügige
und freie Nutzung der Natur verantworten kann, wie es heute in Norwegen der Fall
ist, oder ob man es wegen Mißbrauch einschränken muß. Sie können mit einem
schonenden Umgang mit der Natur dazu beitragen, daß dieses schöne Land noch
lange ein Nauturparadies bleibt!
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Outdooraktivitäten und wandern in Norwegen.
|