Blumenberg Knutshø

Das Dovrefjell hat eine reiche Gebirgsflora, und hier befindet sich auch der Berg Knutshø, die bekannteste botanische Region des Dovrefjells und der artenreichste Pflanzenberg Norwegens. 
Die Knutshø und die benachbarten Kuppelberge liegen grob gesehen östlich des oberen Teils des Drivdalen und haben einen besonders kalkreichen Boden, was der Grund für den außergewöhnlichen Artenreichtum ist. 
Auf dem Dovrefjell wurde die Botanik länger und wahrscheinlich besser studiert als irgendwo sonst in Norwegen. Der dänische Professor G.C. Oeder (nach ihm ist das Braunspitzige Läusekraut benannt) aus Kopenhagen botanisierte hier schon 1756, und später folgten viele andere nach.

Ca. 200 m südlich der Kongsvold Fjellstue an der E6 befindet sich der liebevoll angelegte Botanische Gebirgsgarten, wo man viele häufige und seltene Pflanzen des Dovrefjells mittels mehrsprachiger Schilder bestimmen lernen kann. Ähnliche Arten stehen oft nebeneinander, so daß man die Unterschiede leichter sieht. Die Anlage zieht sich auf der Geländestufe über der Straße am Hang entlang. Hier lohnt es sich, im Vorsommer zu kommen (Mai-Juni), wenn die meisten Arten blühen. Nehmen Sie sich mindestens eine Stunde Zeit für den Botanischen Garten. Häufige Arten kommen auch mehrmals vor, so daß man immer wieder auf sie stößt.

Vom Botanischen Garten führt ein ca. 2 km langer Naturlehrpfad (Rundweg) mit Information über die Natur unterwegs bergan und entlang der Hänge des Drivdalens. Er endet wieder am Parkplatz beim Botanischen Garten. Unterwegs kommt man an historischen Rentier-Fanggruben vorbei. Der Pfad ist stellenweise undeutlich markiert.
  
Möchte man die verschiedenen Pflanzen in den jeweiligen Vegetationszonen erleben, kann man dem Wanderweg von Kongsvoll entlang der Nordseite des Flüßchens Blesebekken auf die Søndre Knutshøa (1690 m) folgen.
Besonders seltene Arten, die man hier antrifft, sind u.a. das Schnee-Hungerblümchen (Draba nivalis), und die Hungerblümchenart Draba cacuminium, die neulich in eine südliche und nördliche Unterart eingeteilt wurde und nur vereinzelt in einigen Gebirgsgebieten Norwegens wächst, wo sie endemisch ist. Auch die Schnee-Sternmiere (Stellaria crassipes) und die in der Region Dovrefjell/Trollheimen endemischen Arten Dovremohn (Papaver radicatum ovatilubum  oder P. r. dovrense, eine Unterart des Arktischen Mohns), Norwegischer Wermut (auch Norwegischer Beifuß; Artemisia norvegica), Dovrelöwenzahn (Taraxatum dovrense) und eine ebenfalls endemische Unterart des Arktischen Rispengrases (Poa arctica stricta) sind Besonderheiten, die man nur hier finden kann.
An besonders nennenswerten nicht endemischen Arten trifft man auf den Gegenblättrigen Steinbrech (Saxifraga oppositifolia), die Frühlingskuhschelle (Pulsatilla vernalis), die Arktische Glockenblume (Campanula uniflora) und verschiedene Läusekräuter wie das Braunspitzige Läusekraut und das Lappland-Läusekraut.