Der Königsweg über das Dovrefjell führte von Tofte gård im Gudbrandsdalen nach Oppdalsbygda.
Über 1000 Jahrre lang gab es hier eine Verkehrsader. Dazu trug in starkem Maße der König Olav Digre bei, der nach seinem Tod in der Schlacht von Stiklestad im Jahre 1030 zum Heiligen Olav wurde (vergl. Geschichte). Ein halbes Jahrtausend lang wallfahrten die Menschen aus ganz Europa nach Nidaros (dem heutigen Trondheim), wo der Reliquienschrein aufbewahrt wurde.
Zu Anfang des 12. Jahrhunderts baute König Øystein Magnusson eine Station auf dem Dovrefjell, wahrscheinlich bei Hjerkinn. Weiter nördlich lag die Drivstua. Diese Stationen oder "fjeldstuer", wie sie später genannt wurden bekamen später verschiedene Sonderrechte. Das wichtigste war unzweifelhaft der Kornzoll, d.h. das Recht, von den umliegenden Höfen Korn einzutreiben.
Dies war besonders wichtig für den Betrieb der Stationen, da sie selbst zu hoch lagen, um Korn anbauen zu können.
Die ältesten Reste von Wohnplätzen, die man auf dem Dovrefjell gefunden hat, liegen
direkt westlich der Veslhjerkinnshøgda. Hier wurden auch Teile eines Hauses aus dem Mittelalter von Archeologen der Universität Oslo rekonstruiert
(nahe den Gautåsetrene, ca. 1 km von der E6 entfernt).
Im 17. Jahrhundert wurden zwei neue Fjellstuer gebaut, um die Etappen über das Fjell zu verkürzen. Zusätzlich zu Hjerkinn und der Drivstua kam zwischen Tofte und Hjerkonn die Fokstua hinzu, während Kongsvold (welches ursprünglich Holet hieß) etwas nördlich vom heutigen Standort zwischen Hjerkinn und derg Drivstua angelegt wurde.
Die älteste Route über das Dovrefjell führte vom Gudbrandsdalen im Einbuggdalen bergauf, an der Halvfarhø vorbei und entlang des Flusses Gautåa weiter nach Hjerkinn. Der Gautstigen, wie er genannt wird, führt noch heute dort entlang.
Mit der Zeit führte der Königsweg dann von Toftemo über die Fokstua nach Hjerkinn und weiter über Kongsvoll und den berüchtigten Vårstigen zur Drivstua und hinunter nach Oppdal. Der Weg wurde mit großen Steinwarten markiert, die man heute im großen und ganzen als zusammengefallene Steinhaufen sieht. Um eine bessere Übersicht über Raubtiere und Räuberhinterhalte zu haben, legte man die alten Wege lieber hoch in dem übersichtlichen Gelände über der Baumgrenze an als in bewaldeten Tälern. Dies ist auch mit dem alten Königsweg der Fall. Er liegt eienn guten Teil höher als die heutige Straßen- und Eisenbahntrasse.
In der Unionszeit mit Dänemark bekam der Weg Status als Königsweg, und während des 16. und 17. Jahrhunderts reisten mehrere
Alleinherrscher-Könige mit großem Gefolge über das Dovrefjell.
1685 reiste König Kristian V. hier entlang nach Trondheim, und 1704 reiste Fredrik IV. von Trondheim südwärts. 1733 tat dies auch Kristian VI. Er reiste mit 1100 Mann von Kopenhagen, welche etwas weniger wurden, bevor sie das Dovrefjell erreichten, aber trotzdem großes Aufsehen erregt haben müssen.
Der Vårstigen:
Zur Reise Fredriks IV. im Jahre 1704 wurde der berüchtigtste Teil des Königsweges, der
Vårstigen, so ausgebaut, daß er mit Kutschen befahrbar wurde.
Diese Passage hat sicher vielen Kutschenreisenden eine gute Portion Spannung und Angst beschert.
König Kristian VI. beförderte den Kutscher sofort vom Leutnant zum Kapitän, als sie wohlbehalten unten in Nestasvollan angekommen waren.
1851 wurde der Vårstigen als schlechtestes Wegstück im ganzen Reich bezeichnet, und Aasmund Olavsson Vinja äußerste sich recht kräfig, als er nach seiner Reise im Jahre 1860 schrieb:
«..eg må seia at det var den galnaste og styggaste allmannaveg eg enno har fari på...» ("...ich muß sagen, daß dies
die häßlichste und lebensgefährlichste Allfahrstraße ist, auf der ich je gefahren
bin...").
Anfang der 1850iger Jahre wurde der Vårstigen von einem neuen Weg unten im Drivdalen abgelöst.
Der Vårstigen ist ein Teil des Königsweges, der noch heute intakt und die wahrscheinlich meistgegangene Etappe des Königsweges ist. Heute verläuft der Vårstigen unten im Waldgürtel und wirkt auf keine Weise furchterregend, doch vor einigen hundert Jahren gab es hier keinen Wald, und man konnte an mehreren Stellen direkt hinunter in die Geröllfelder sehen. Wenn man dann zusätzlich in einer unstabilen Pferdekutsche saß, konnte die Passage für einige Stadtbewohner sicher recht spannend werden.
Die Etappen:
Der Königsweg ist heute mit Schieferplatten und einer besonderen Markierung versehen. Er ist von Tofte im Gudbrandsdal bis Nesdalsvoll auf der Nordseite des Dovrefjells durchgehend markiert. Die komplette Tour dauert normalerweise 2-3 Tage.
1. Tofte - Fokstua ca. 17 km. Siehe RS26.
2. Fokstua - Furuhaugli - Hageseter - Hjerkinn ca. 19 km.
3. Hjerkinn - Grønnbakken - Kongsvold. ca. 6 km. Siehe D06.
4. Kongsvold - Vårstigen - Nedstavoll ca. 10 km.
| Der Gautstigen führt von Tofte im Gudbrandsdalen bergan, hoch über der Eisenbahn nordostwärts und über das Einbuggadalen nach Haugsætri. Er folgt dann dem Wasserlauf weitere 10-12 km nordostwärts zur Halvfarhø, die man an der Ostseite umrundet. Hier kreuzt man u.a. den Weg zwischen der Grimsdalshytta und Fokstua. Weiter nach Hageseter folgt der Gautstigen dem Weg zwischen der Grimsdalshytta und Hjerkinn (RS25). |