FINSE

 Geschichte und Tourismus:

 

Finse ist einer der besondersten Orte im norwegischen Hochgebirge. Vor mehreren tausend Jahren haben hier oben über Teile des Jahres schon Menschen gewohnt. Archeologen haben u.a. auf den Felseninseln im Finsevatnet alte Wohnstätten gefunden. In neuerer Zeit begann man vor mehreren hundert Jahren mit Almenbetrieb hier oben angefangen, doch erst in Verbindung mit dem Bau der Bergenbahn Ende des 19. Jahrhunderts begannen die dramatischen Änderungen. 
Die Bahnlinie wurde 1909 eröffnet, und die erste Unterkunft in Finse sollte von einer Gesellschaft mit Namen  "Statens Fjeldstuer" betrieben werden. Die Finse Fjeldstue wurde von dem Architekten Paul A. Due entworfen und als Bausatz ins Gebirge geschafft. 
Später wurde es ausgebaut und an eine Firma Namens AS Hotelcompagniet verkauft, wobei es den Namen Finse Hotel bekam.
Das Finse Hotel erlebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts glamouröse Zeiten. Mehrere Berühmteheiten wohnten im Hotel, u.a. der Prinz von Wales und die Eiskunstläuferin Sonia Henie (die in der Eishalle, die gebaut wurde, trainierte).
Finse war ein hochfliegender Name und wurde zu der Zeit zu den beliebtesten Wintertouristenorten der Oberklasse gerechnet. Das Finse Hotel war das einzige Hochgebirgshotel mit 6 Sternen zu dieser Zeit.
Andere Berühmtheiten, die in Finse waren, war z.B. der Engländer Captain Scott, der den Wettlauf mit Amundsen um den Südpol verlor und am 18.01.1912 in der Antarktis ums Leben kam. Er trainierte im Winter 1911 vor seiner Südpolexpedition in Finse. 
Andreas Klemsbu (die Hütte Klemsbu an der Route zwischen Finse und der Geiterygghytta FH16 wurde nach ihm benannt) war ebenfalls eine der großen Persönlichkeiten, die in Finse logierten. Er war übrigens der Erste, der systematisch im Gebirge Winterloipen mit Zweigen markierte. 
Eine andere Sache, für die Finse Basis war, waren Filmdreharbeiten. Die Bahn machte es möglich, die Filmausrüstungen in eine Umgebung zu verfrachten, in der im Winter annähernd arktischer Charakter herrscht. Der bekannteste Film, wo einzelne Szenen in Finse gefilmt wurden, ist der erste Star Wars Film. 
Der DNT und die Finsehytta etablierten sich erst 1949 in Finse, und zwar zuerst in den Baracken auf der Halbinsel im Finsevatnet, wo die Deutschen sich während des Krieges aufgehalten hatten. 
Das Finse Hotel verfiel in den 70ern, und der vornehme Status war schon längst verschwunden. Teile des alten Hotels wurden restauriert und 1981 als das heutige Finse 1222 wiedereröffnet. 

 

 Finse und die Eisenbahn:


Tourismus oder nicht - das charakteristischste an Finse ist die Eisenbahn und die Gemeinde Finse, die hier oben wegen der Bahn existiert hat. Es gibt ein Geschäft und früher auch eine Schule (von der Eröffnung der Eisenbahn 1909 bis zur Schießung 1988, also 79 Jahre lang).
Es gab bis zu mehreren hundert fest (ganzjährig) in Finse wohnende Menschen: Eisenbahnler und Servicebetriebe sowie deren Familien. Heute ist es fast keiner mehr. Die letzte dramatische Änderung geschah, als 1993 der Finsetunnel öffnete, wodurch die höchstgelegenen und ausgesetztesten Schienenstrecken verwanden und die meisten der Bahnangestellten hier oben überflüssig wurden. Die Bahnstation Finse ist noch immer bedient, doch da die NSB (und andere staatlichen Betriebe) immer stärker auf Wirtschaftlichkeit und Effektivität fokusieren, ist es nicht unmöglich, daß Finse bald als bediente Bahnstation verschwindet. 
In einigen Jahren werden im schlimmsten Fall nur noch wenige Züge in Finse halten, und dies nur während der Touristensaison. Heute halten noch die meisten Züge. 

 

 Diverses:


Wie erwähnt ist es dank der Bergenbahn leicht, nach Finse zu gelangen. Man kann auch mit dem Auto den Rallarvegen bis nach Storurdi fahren, von wo aus es nur eine knappe Stunde mit dem Rad bis Finse ist. 
Ansonsten führen eine Menge markierter Wanderwege nach und von Finse. Was das anbelangt, so ist Finse das absolute Zentrum Skarvheimens. Außerdem liegt ja auch der Hardangerjøkulen nahe, der vielleicht sogar die größte Attraktion ist? 
Es gibt auch ein Museum in Finse. Es heißt Rallarmuseet und erzählt u.a. die Geschichte der Eisenbahn hier oben auf dem Fjell. 
Zusätzlich zum Tourismus ist die Region um Finse Forschungsgegenstand. Die Universitäten von Oslo und Bergen betreiben hier oben eine Forschungsstation. 
Finse wird auch als eine von mehreren Stellen für DNTs Wanderführer-Ausbildung benutzt. 

Heute gibt es zwei größere Übernachtungsstätten in Finse:

 

 Markierte Wanderwege von Finse: