Briksdalsbreen

 Briksdalsbreen - Der bekannteste Gletscherarm auf der Westseite des Jostedalsbreen. 

Der Briksdalsbreen und das schöne Wasserfalltal unterhalb der Gletscherzunge ist eins der stärksten Symbole für die wilde und unberührte Westlandsnatur. Die Fjordpferde, die die Touristen in offenen Wagen zum Gletscher ziehen, geben dem Ganzen eher nur einen nationalromatischen Touch. 
Von der Cafeteria am Parkplatz führt ein Karrenweg in dem grünen Briksdalen mit seinen schäumenden Wasserfällen aufwärts zum Gletscher. Mit mehreren Hunderttausend Besuchern jährlich ist der Briksdalsbreen wahrscheinlich der meistbesuchte Gletscher und eine der größten Touristenattraktionen des Landes. 

Früher wurden die Besucher mit dem Boot über den Oldevatnet und der Pferdekutsche zum Gletscher transportiert. Als sich dieser im Laufe dieses Jahrhunderts immer weiter zurückzog, bekam die Lokalbevölkerung, die mittlerweile im Gletschertourismus eine wichtige Einnahmensquelle gefunden hatte, Angst, daß der Gletscher unzugänglich werden könnte. Dies resultierte darin, daß die Bauern ehrenhalber einen 2,5 km langen Karrenweg mit Brücken über 2 Wasserfälle anlegten. 1929 war dieser Weg fertig und konnte eingeweiht werden. Der Gletscher setzte seinen Rückzug fort und bildete einen kleinen grünen Gletschersee direkt vor der Gletscherzunge, was seine Attraktivität für die Touristen noch mehr steigerte (dieser See ist beim Vorrücken des Gletschers in den letzten Jahren wieder verschwunden). 

Der Vorstoß der Briksdalsbreen
Nach einem nahezu ununterbrochenen Rückzug seit ca. 1750 begann der Gletscher zu Beginn der 90iger wieder zu wachsen. Im Laufe von 4 Jahren rückte er fast 300 m vor. Einen solchen Vorstoß hatte man seit der "kleinen Eiszeit" zu Beginn des 18. Jahrhunderts nicht mehr erlebt, und das in einer Zeit, in der alle von globaler Erwärmung und Teibhauseffekt sprechen. Doch das Wachstum des Briksdalsbreen kommt nicht von kälteren Temperaturen, sondern von einer markanten Zunahme der Winterniederschlagsmengen in den 80iger Jahren. Der Briksdalsbreen ist ein steiler Gletscherarm, in dem das Eis viel schneller "fließt" als in flacheren Armen. Es dauert nur wenige Jahre, bevor sich die Zunahme des Gletschers oben in der Höhe an der Gletscherfront zeigt.
Für diejenigen, die einmal einen Gletscher unter dem Prozeß des Vorrückens studieren möchten, ist der Briksdalsbreen ein ideales Forschungsobjekt / Anschauungsbeispiel.

Der Briksdalsbreen heute
Der Briksdalsbreen ist in erster Linie die Domäne der Pauschaltouristen und anderer "behaglich" Reisender. Im Gegensatz zum z.B. Nigardsbreen ist er ein weit weniger ausgeprägter Gletschersport-Gletscher, obwohl man auch hier an geführten Touren auf dem unteren Teil des Gletschers teilnehmen kann. Allerdings führt ein steiler und dramatischer Wanderpfad über den Kattanakken zur Einstiegskante des Hauptgletschers (siehe B25). 
Im Oldedalen liegen auch zwei andere, etwas unzugänglichere Gletscherarme, die natürlicherweise weit weniger überlaufen sind als der Briksdalsbreen. Parallel zu diesem, etwas weiter nördlich, liegt der Brenndalsbreen, der sich ziemlich weit in das Brenndalen zurückgezogen hat. Ein Karrenweg und Wanderpfad führen hinauf zur Gletscherzunge. 
Zu innerst und am weitesten südlich im Oldedalen liegt der schöne Melkevollsbreen. Von der Briksdalsbreen Fjellstove führt ein Wanderpfad dorthin. 

Anreise
Von Olden aus (RV60 zwischen Skei und Stryn am inneren Nordfjord) auf der schmalen, mit Briksdalsbreen ausgeschilderten Straße 24 km (ca. 30-45 Fahrminuten) bis zum Parkplatz an der Briksdalsbreen Fjellstove (Cafeteria und Souveniergeschäft mit einer sehr guten Auswahl an Wollpullovern zu ziemlich günstigen Preisen). An der Straße taleinwärts liegen drei schöne Campingplätze. 
Ab hier entweder auf der Schotterstraße oder auf dem markierten Wanderweg (kürzer als die Straße, aber etwas unwegsamer) in ca. 45 Minuten bis 1 Stunde ( je nach Gangtempo) zur Gletscherzunge.
Alternativ kann man die Pferderikscha nehmen - doch das ist nicht ganz billig, geht kaum schneller und das letzte Stück müssen sowieso alle zu Fuß gehen!