Breheimen / Jostedalsbreen Winterinformation

Seit vielen Jahren ist die Tour "Josten på langs" - Jostedalsbreen längs im Mai eine sehr populäre Skitour für Bergskienthusiasten, doch der Rest der Region gehört im Winter (wenn wir auf dieser Seite von Winter sprechen, ist eigentlich der Frühling mit den Monaten März bis Mai gemeint, was Norwegens beste Zeit für Bergskitouren ist) zu den weniger besuchten Fjellgebieten Südnorwegens. In den westlichen Teilen trägt das steile Gelände mit der damit verbundenen Lawinengefahr sicher einen großen Teil der Schuld daran. Die östlichen Teile Breheimens jedoch sind für Wintertouren sehr gut geeignet, und warum hier in dieser Jahreszeit nicht mehr los ist, ist schwer zu sagen. (Allerdings haben die Hütten in Breheimen in den letzten Jahren einen Zuwachs an Winter-Übernachtungsgästen zu verzeichnen). 
Eine der Ursachen mag sein, daß der DNT in Breheimen nur kleine und mittelgroße bediente oder selbstbediente Hütten hat, die schnell voll sind, und daß nur wenige Skirouten markiert werden. Dazu kommt, daß Breheimen relativ weit weg von den dicht besiedelten Zentren liegt und es hier ebenfalls keine großen privaten Hüttensiedlungen gibt, wie das z.B. in Skarvheimen, Jotunheimen und Rondane der Fall ist. 
Trotz (oder gerade wegen?) dieses etwas nüchterneren Hütten- und Routennetzes gibt es Grund genug, einen Skiurlaub in Breheimen in Erwägung zu ziehen.

Hier gibt es eine Menge verhältnismäßig einfacher Ski-Gipfeltourherausforderungen über 2000 m Höhe mit herrlicher Aussicht, eine Handvoll markierter Routen um die Osterzeit und stabil große Schneemengen. Und - gerade zur Osterzeit, wenn es in den norwegischen Fjellgebieten sonst von Skitouristen geradezu wimmelt - hat man hier noch mehr als an allen anderen Orten das Gefühl, das Fjell für sich allein zu haben. Es gibt mehrere mittelgroße und große Gletscher, die zu Überquerungen einladen, und die Saison dauert in den höhergelegenen Regionen bis weit in den Mai hinein; auf den größten Gletschern kann man das ganze Jahr hindurch skilaufen.

Die Anreisemöglichkeiten sind im Winter allerdings etwas begrenzt. Eine der normalen Anreiserouten führt von Sjåk (RV 15 von Lom oder Stryn) über Bråtå nach Sota Sæter. Diese Straße ist auf jeden Fall bis Ostern offen. Informationen über den Straßenzustand kann man bei den Wirtsleuten von Sota Sæter einholen. 
Dadurch, daß die RV 55 über das Sognefjell im Winter gesperrt ist, gibt es bis Ende April/Anfang Mai kaum andere leicht erreichbare Ausgangspunkte im Osten Breheimens. Ist man nicht auf Markierungen angewiesen, kann man natürlich von Lom oder Bøverdalen aus starten. Außerdem ist es möglich, von Jotunheimen aus per Ski zu dem markierten Routennetz Breheimens zu gelangen. 
Von Westen aus fährt man am besten die RV 55 bis hoch zur Schranke in der Nähe von Turtagrø und folgt von dort aus der zugeschneiten Straße bis zur Skiloipe zwischen der Sognefjellhytta und Nørstedalsseter.

Folgende Routen werden um die Osterzeit markiert:

  • Sota Sæter - Trulsbu

  • Sota Sæter - Nørstedalsseter

  • Nørdstedalsseter - Sognefjellet / Turtagrø.

Alle 2000er Breheimens können von bergerfahrenen Leuten auch im Winter bestiegen werden, wobei einige von ihnen unter schwierigen Schneeverhältnissen problematisch sein können, z.B. die Lodalskåpa und die Tverrådalskyrkja. Darüberhinaus gibt es eine Reihe schöner Skigipfel unter der magischen Höhengrenze, z.B. den Rivenoskulen und die Tundradalskyrkja. Eine der lohnendsten Touren ist vielleicht die von Sota Sæter oder Nørdstedalsseter zu den Holåtindane.
Da die meisten der 2000er Breheimens lange (und für manche langweilige) Anmärsche haben, die per Ski viel schneller überwunden werden und mehr Spaß machen als zu Fuß, sind Breheimens Gipfel geradezu prädestiniert für Skibesteigungen. 


"Josten längs" (Josten på langs):

Für diejenigen, die gern den Jostedalsbreen längs gehen möchten, ist der Mai der beste Monat dafür. Die Tage sind lang, das Wetter oft stabil schön und der Schnee noch richtig trocken. Der April kann ebenfalls eine schöne Zeit dafür sein, doch man muß immer die Lawinengefahr bei den Auf- und Abgängen zum Gletscher abwägen. Die größte Gefahr bei dieser Tour ist, sich bei Nebel auf dem Gletscher zu verlaufen. Diese Tour stellt deshalb höchste Ansprüche an die Orientierungsfähigkeiten. Nebel auf dem konturlosen Gletscher ist so ziemlich die schwierigste Orientierungssituation, in die man kommen kann. 
Auch die Gefahr, in einer Gletscherspalte zu landen, sollte man nicht unterschätzen. Zumindest in den Småttene ist Seilsicherung obligatorisch! Auf dem Gletscher gibt es keine Hütten, also muß man für die normalerweise zwei Übernachtungen unterwegs eine Zeltausrüstung dabeihaben. Man sollte es sich gut überlegen, diese Tour ohne lokale Ortskenntnisse zu machen. Hoch auf den Gletscher kommt man relativ leicht, doch den Weg wieder herunterzufinden, kann zu einer Herausforderung werden. Sie sollten immer Ausrüstung und Verpflegung für mindestens eine Übernachtung mehr als geplant dabeihaben. 
Wenn Sie diese klassische Skitour interessiert, gibt es auch die Möglichkeit, die Tour unter fachkundiger Führung zu gehen. Skiführer auf dem Jostedalsbreen bietet z.B. die Firma Breoppleving an.
Im Süden ist die Flatbrehytta der normale Ein- oder Ausstiegspunkt, im Norden Bødalsseter, Fåbergstølen oder das Strynefjell (Erdalen). Traditionell wird die Tour in Nord-Süd-Richtung gegangen.

Siehe auch einen Tourbericht von Ove Gunnar Drageset.



Zum Schluß eine kurze generelle Winterinformation des DNT über das Markieren von Skirouten im Gebirge: 


Wintermarkierungen im Fjell 


Folgen Sie auf der Karte mit
Das Markieren von Loipen im Fjell erstetzt nicht den Gebrauch von Karte und Kompaß.
Orientieren Sie sich im Voraus, wo die Route verläuft. Einige der Routen sind auf Wanderkarten eingezeichnet, (u.a. auf einzelnen Karten der Wanderkartenserie von Statens kartverk im Maßstab 1:50.000; auf den normalen M711-Karten sind keine Winterrouten eingezeichnet.) doch die Trasse kann von Jahr zu Jahr geändert werden. Sie ist abhängig von den Schneeverhältnissen und der Lawinengefahr. Auch der Zeitpunkt der Markierung kann bei widrigen Verhältnissen hinausgeschoben werden. Fragen Sie auf den Touristenhütten oder beim DNT (Tel. +47 22 82 28 00 oder Internet http://www.turistforeningen.no).
Verlassen Sie sich nicht unbedingt auf die Markierungen. Die Zweige können umfallen, wegwehen, zuschneien oder von Rentieren aufgefressen werden. Folgen Sie auf der Karte mit, so daß daß Sie jederzeit wissen wo Sie sind und erwägen können umzukehren, sich einzugraben oder einen anderen Weg zu wählen.

Folgen Sie der Markierung
Die Markierung verläuft meistens in geraden Linien.
Der Abstand zwischen den einzelnen Zweigen beträgt 15 bis 40 Meter. Bei Abfahrten führt die Markierung gerade abwärts. Sie müssen selbst entscheiden, wann und wo Sie schwingen wollen, doch verlieren Sie die Markierung nicht aus den Augen. 
Auf Gletschern und in Steilhängen sollten Sie sich genau an die Markierung halten. Abseits der Route können gefährliche Spalten sein oder Lawinengefahr herrschen. Auf aufgestauten Seen kann das Eis entlang der Ufer und abseits der markierten Route unsicher sein. 

Denken Sie mit
Wenn die Markierung einmal aufhören sollte, sollte der letzte in der Truppe die letzte Markierung nicht verlassen, bevor die nächste gefunden ist. Dies ist einer der Gründe, weshalb man nicht allein gehen sollte, auch nicht entlang einer markierten Route. (Hier sind wir nicht unbedingt der gleichen Meinung. Lesen Sie auch unseren Kommentar zu der allgemeinen Bergwanderregel Nr. 7.)
Unter schwierigen Verhältnissen kann es unmöglich sein, der Markierung zu folgen. Brauchen Sie nicht Ihre letzten Kräfte dafür auf, sondern suchen Sie sich eine geeignete Stelle, sich einzugraben. (Siehe unsere Seiten über das Anlegen eines Notbiwaks und einer Schneehöhle.  )

Helfen Sie uns
Richten Sie umgefallene Markierungen wieder auf und geben Sie auf der nächsten Berghütte Bescheid, wenn Markierungen fehlen. 

Routenbeschreibungen
Das Buch «på ski i fjellet» (NOK 60,- für DNT-Mitglieder) beschreibt alle DNT-Winterrouten, auch die nicht markierten. 


Auf unseren Seiten finden Sie außerdem folgenden relevanten Stoff über das Fjell im Winter:

Bauen einer Schneehöhle

Bergwanderregeln mit Kommentaren

Packliste für Wintertouren

Winterausrüstung

Lawinen

Allgemeine Infos übers Bergskilaufen

Die meisten der angegebenen Seiten und noch viel mehr andere praktische Wander-/Skitoureninformation finden Sie auf unseren Praktisches-Seiten.

 


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